
Bayer 04-Coach Peter Bosz wechselte in der dritten Englischen Woche in Folge beim Personal munter durch und nahm im Vergleich zum vergangenen Pflichtspiel bei Schalke 04 fünf Veränderungen in seiner Startelf vor. Im Tor gab der Werkself-Trainer Niklas Lomb den Vorzug, der damit zu seinem zweiten Einsatz in der Europa League kam nach dem Debüt 2012 gegen Rosenborg Trondheim. Dazu rotierten Tin Jedvaj, Edmond Tapsoba, Wendell und Karim Bellarabi ins Team für Lars Bender, Jonathan Tah, Florian Wirtz und Moussa Diaby. In den langzeitverletzten Paulinho, Santiago Arias, Exequiel Palacios, Charles Aránguiz sowie Kerem Demirbay (COVID-19-Infektion) und Sven Bender (Kapselverletzung im Knie) fehlten den Leverkusenern sechs Profis, ferner gehörten Lukas Hradecky, Florian Wirtz und Lucas Alario nicht zum Aufgebot. Auf der Bank saßen in Emrehan Gedikli, Cem Tuna Türkmen und Samed Onur auch drei Spieler aus der U19.
Nach einer Gedenkminute für Paolo Rossi, den im Alter von 64 Jahren verstorbenen italienischen Weltmeister und Torschützenkönig von 1982, ging das Duell um den Gruppensieg in der BayArena los. Daley Sinkgraven, diesmal in vorgezogener Position im Mittelfeld tätig, eröffnete sich der erste Abschluss, der Schuss des Niederländers nach Vorarbeit von Schick und Amiri wurde aber noch von einem Verteidigerbein zur Ecke geblockt (4.). Ein Flachschuss von Amiri nach einem Freistoß rauschte knapp am kurzen Eck vorbei (7.). Der dritte Versuch saß dann: Sinkgraven setzte Karim Bellarabi auf dem rechten Flügel fein per Direktpass in Szene, nach dessen scharfer Hereingabe verpasste Patrik Schick den Ball zwar, doch Leon Bailey stand dahinter goldrichtig und vollendete zum 1:0 (8.). Bereits der fünfte Treffer des formstarken Jamaikaners in der Europa League.
Kurz darauf zog Musa aus 18 Metern ab und verhalf Niklas Lomb zur ersten Bewährungsprobe (13.). Danach hatte Leon Bailey den Doppelpack dicht vor Augen, als er nach Zuspiel von Schick blank vor Slavias Kasten auftauchte, doch Prags Keeper Kolar wischte den Ball noch aus dem bedrohten Eck (16.) – die ersten 20 Minuten gehörten eindeutig und ausschließlich den agilen Hausherren. Als Sinkgraven den Ball nach einem vom Torhüter abgewehrten Schuss von Bellarabi zum vermeintlichen 2:0 ins Netz drückte, ging die Fahne des Linienrichters hoch – Abseits, eine Fehlentscheidung (26.).
Die Werkself durfte munter kombinieren und tat dies mit spürbarer Spielfreude. Wie nach gut einer halben Stunde: Nach Amiris Flanke landete Schicks Kopfball am Innenpfosten, doch Leon Bailey drosch den Abpraller aus kurzer Distanz hoch zum 2:0 unter die Latte (32.). Bereits der 19. Treffer der Leverkusener im laufenden Wettbewerb, so viele Tore hat noch nie ein deutsches Team in der Gruppenphase der Europa League geschossen. Wenig später wollte es Patrik Schick im Strafraum zu gut machen und verhedderte sich im Dribbling, statt zeitig in aussichtsreicher Position abzuschließen. Da auch Amiris Knaller geblockt wurde, war die dicke Chance zum dritten Hieb dahin (35.). Mit einer hochverdienten 2:0-Führung ging es für Bayer 04 in die Pause.
Peter Bosz nahm mit Beginn der zweiten 45 Minuten zwei Wechsel vor: Moussa Diaby und Emrehan Gedikli lösten Leon Bailey und Patrik Schick ab. Prag war jetzt etwas aktiver als zuvor und suchte nun zumindest auch mal im Ansatz den Weg nach vorn. Für Tore war indes weiterhin allein die Werkself zuständig: Moussa Diaby traf nach feinem Steckpass von Sinkgraven durch die Beine von Kolar zum 3:0 (59.). Für Bosz das Signal zu zwei weiteren Wechseln: Lars Bender und Debütant Samed Onur kamen für Baumgartlinger und Sinkgraven (60.). Beinahe hätte auch Diaby den Doppelpack geschnürt, aber Zima behinderte ihn gerade noch rechtzeitig im Abschluss (66.). Danach der fünfte und letzte Tausch bei Bayer 04: Cem Türkmen übernahm für Amiri (74.). Somit standen gleich drei Eigengewächse aus der U19 gemeinsam auf dem Platz.
Einer der Youngster hätte auch fast getroffen, doch Gedikli brauchte nach Bellarabis Sololauf und Diabys uneigennütziger Vorlage etwas zu lange bei der Ballverarbeitung und verpasste so das mögliche 4:0 (76.). Es war längst schon ein entspanntes Schaulaufen für die Werkself, die weiter konzentriert alles im Griff hatte. Niklas Lomb fand noch mal Gelegenheit, sich bei einem Freistoß auszuzeichnen, den er auf Nummer sicher zur Ecke lenkte (87.). Moussa Diaby donnerte den Ball an die Querlatte (89.), ehe Karim Bellarabi nach Türkmens Balleroberung und Diabys Vorlage zum 4:0-Endstand traf (90.+1) – wenig später war Schluss und die Werkself souveräner Gruppensieger.
Für Bayer 04 geht es mit dem Duell des 11. Bundesliga-Spieltags am Sonntag, 13. Dezember, gegen die TSG Hoffenheim weiter. Anstoß in der BayArena ist um 18 Uhr.
Die Statistik:
Bayer 04: Lomb – Jedvaj, Dragovic, Tapsoba, Wendell – Amiri (74. Türkmen), Baumgartlinger (60. L. Bender), Sinkgraven (60. Onur) – Bellarabi, Schick (46. Gedikli), Bailey (46. Diaby)
Slavia Prag: Kolar – Masopust, Zima, Boril, Dorley – Sevcik (19. Stanciu), Traoré (82. Karafiat)– Sima (82. Jurasek), Lingr, Olayinka – Musa (53. Tecl)
Tore: 1:0 Bailey (8.), 2:0 Bailey (32.), 3:0 Diaby (59.), 4:0 Bellarabi (90.+1)
Schiedsrichter: Anastasios Sidiropoulos (Griechenland)
Gelbe Karten: Schick, Onur

Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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