
Werkself-Coach Peter Bosz musste auf Kerem Demirbay verzichten, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Für ihn rückte Florian Wirtz ins Dreier-Mittelfeld. Im Vergleich zum Sieg in Nizza spielte außerdem Leon Bailey rechts offensiv für Karim Bellarabi, hinten links erhielt Daley Sinkgraven den Vorzug vor Wendell.
Bayer 04 übernahm vom Start weg das Kommando in der Veltins-Arena, trat dominant und offensiv ausgerichtet auf und verzeichnete früh die erste Gelegenheit. Nach einem schönen Angriff über links rutschte Moussa Diabys Flanke an den zweiten Pfosten durch, wo Bailey volley vorbeischoss (5.). Nadiem Amiri gab kurz darauf den nächsten Warnschuss ab, sein Distanzversuch wurde über das Tor abgefälscht (9.). Nach der folgenden Ecke belohnte sich die Werkself für den starken Beginn: Baileys scharf getretener Standard landete im Zentrum, wo Schalkes Thiaw stark bedrängt von Aleksandar Dragovic ins eigene Tor köpfte (10.).
Die Werkself knüpfte auch nach der Führung nahtlos an die starke Anfangsphase an und kam in den Folgeminuten zu gleich zwei Hochkarätern: Der durchgebrochene Bailey scheiterte nur Sekunden nach der Führung am herausgeeilten Schalke-Keeper Langer (11.), Patrik Schick beförderte eine Diaby-Flanke aus kurzer Distanz neben das Tor (14.). In der Veltins-Arena spielte nur ein Team - und das trug rote Auswärtstrikots. Viel Gefahr verbreitete die Werkself immer wieder nach Ecken: Ein direkt aufs Tor gezogener Ball von Amiri sorgte für Probleme bei Langer (17.), eine flache Variante setzte der eingelaufene Wirtz knapp daneben (21.).
Schalke brauchte ein wenig Zeit, um dem Dauerdruck der Werkself mit giftigem Zweikampfverhalten entgegenzutreten und arbeitete sich ab Mitte der ersten Hälfte ein wenig besser in die Partie. Mit der ersten wirklich gefährlichen Angriffsaktion trafen die Königsblauen auch gleich in Person von Boujellab, aufgrund einer vorangegangen Abseitsposition von Uth fand das Tor allerdings zurecht keine Anerkennung (32.).
Bayer 04 sah sich nun mit einem sehr unangenehm zu bespielenden Gegner konfrontiert und benötigte eine herrliche One-Touch-Kombination über den gesamten Platz, um die immer stabiler werdenden Hausherren mal wieder in die Bedrängnis zu bringen - Bailey scheiterte schließlich an Langer (36.). Vor dem Halbzeitpfiff sorgten Diaby (43.) und Schick (44.) für weitere Abschlüsse. Obwohl Lukas Hradecky bei einem abgefälschten Distanzschuss von Mascarell erstmals ernsthaft gefordert war (45.+1), bestand kein Zweifel daran, dass die Pausenführung der Werkself vollauf verdient war.

Auch nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Bayer 04 sofort wieder wach und kam früh zur ersten guten Gelegenheit, Langer parierte einen Amiri-Freistoß stark (51.). In der Folge parierte der Schalker Schlussmann auch harte Distanzschüsse von Diaby (58.) und Julian Baumgartlinger (66.). Sekunden nach seinem Hammer belohnte sich der Österreicher im Werkself-Mittelfeld dann doch noch für seine wieder einmal starke Leistung auf der Sechs: Die folgende Ecke von Bailey beförderte Baumgartlinger am ersten Pfosten halb mit dem Kopf, halb mit der Schulter ins lange Eck - 2:0 für die Werkself, die Standardstärke dieser Werkself nimmt langsam unheimliche Ausmaße an (67.). Für Baumgartlinger war es bereits das dritte Pflichtspieltor in dieser Saison.
Allerdings steckte Schalke weiterhin nicht auf. Bereits beim Stand von 1:0 hatte Raman einen Abschluss verzeichnet (56.), nun kamen die Hausherren zur ganz großen Chance auf den Anschluss: Sinkgraven, der im vorherigen Verlauf der Partie gleich zweimal eine große Schalke Konterchance durch starken Einsatz zunichte gemacht hatte, wurde diesmal für ein Einsteigen gegen Serdar sanktioniert, es gab Elfmeter für Schalke. Die Königsblauen schöpften Hoffnung, hatten aber die Rechnung ohne Hradecky gemacht: Der Werkself-Keeper tauchte bei Skrzybskis Elfmeter ab, konnte den Strafstoß parieren und schnellte dann blitzartig in luftige Höhen, um den anschließenden Kopfball von Raman zu entschärfen (72.). Eine überragende Aktion unserer Nummer 1!
Hradeckys Elfmeter-Parade erwies sich als umso wichtiger, weil es kurze Zeit später statt 2:1 dann 3:0 für die Werkself stand: Amiri hatte im Mittelfeld viel Platz und nutzte diesen zu einem perfekten Steckpass zu Schick, der im Zentrum ganz stark abschloss und die Kugel unhaltbar im rechten Eck versenkte - der zweite Bundesligatreffer des Neuzugangs für Bayer 04 (78.).
Die Partie war daraufhin gelaufen. Das Bosz-Team kam durch den eingewechselten Bellarabi noch zu einer guten Chance (88.), für Schalke vergab Uth die Gelegenheit auf den Ehrentreffer (90.). Am 3:0 endete sich allerdings nichts mehr, die Werkself bleibt damit in dieser Bundesliga-Saison weiterhin ungeschlagen und springt durch den Auswärtssieg auf Tabellenplatz zwei. Eine Position, die Bayer 04 kommende Woche in der BayArena am Sonntag (18 Uhr) gegen Hoffenheim festigen möchte. Zuvor geht es allerdings noch um den Gruppensieg in der Europa League, am Donnerstag (18.55 Uhr) gastiert Slavia Prag in Leverkusen.
Die Statistik:
FC Schalke 04: Langer - Thiaw, Stambouli, Kabak, Oczipka (83. Mendyl) - Mascarell, Serdar - Skrzybski (83. Bozdogan), Boujellab (65. Hoppe), Raman - Uth
Bayer 04: Hradecky – L. Bender (83. Weiser), Tah, Dragovic, Sinkgraven – Wirtz (73. Tapsoba), Baumgartlinger, Amiri – Bailey, Schick (79. Bellarabi), Diaby
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach a.d. Pegnitz)
Tore: 0:1 Thiaw (10./Eigentor), 0:2 Baumgartlinger (67.), 0:3 Schick (78.)
Besonderes Vorkommnis: Hradecky hält Foulelfmeter von Skrzybski (72.)
Gelbe Karten: Uth, Hoppe - Dragovic, Tah, Sinkgraven

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