
Es läuft derzeit nicht rund unterm Bayer-Kreuz. Acht Zähler nach acht Spieltagen – das ist die schwächste Ausbeute seit der Saison 2006/07 und lässt sich leider auch nicht viel schönschreiben. Doch auch, wenn die Werkself damit vor dem Aufeinandertreffen in der Hansestadt die Favoritenrolle an die wiedererstarkten Bremer abtreten muss, ist es – nach gerade mal einem Viertel der Saison – noch viel zu früh, die Flinte ins Kohfeldt zu werfen: 78 Punkte sind schließlich noch zu holen. Zumindest rein rechnerisch. „Ich bin überzeugt davon, dass wir diese schwierige Situation gemeinsam meistern“, gab sich Heiko Herrlich auf der Pressekonferenz am Freitag zuversichtlich. Warum auch nicht? Nichtdestotrotz sollten die Schwarz-Roten schnellstmöglich zurück in die Spur kommen. Im besten Fall auf die Überholspur. Und die gibt es ja bekanntlich auch auf der A1
Die Wetterfrösche prognostizieren für Sonntagabend nur wenige Lücken in der Wolkendecke und kühle Temperaturen um die 7 Grad. Das heißt vor allem für Fans: Warm anziehen. Aber das gilt auch für die Werkself. Denn: Die Bremer haben sich heimlich, still und leise zu einem Topteam gemausert – der dritte Tabellenplatz nach acht gespielten Meisterschaftspartien kommt nicht von ungefähr. Das belegen besonders auch die Zahlen. Zum Beispiel, dass Werder seit Einstellung von Trainer Florian Kohfeldt im November 2017 seit 17 Heimspielen (9 Siege, 8 Unentschieden) ungeschlagen ist – grün-weißer Vereinsrekord. Und mehr noch: Unter Kohfeldts Regie holten nur Bayern München (77) und Borussia Dortmund (55) in der Liga mehr Punkte als der SVW (54, davon 15 Siege) – nur die Münchner konnten in diesem Zeitraum häufiger gewinnen und kassierten weniger Gegentreffer. Beeindruckend, beeindruckend…
Apropos Gegentreffer. Nach acht Spieltagen haben die Bremer Schlussmänner Jiri Pavlenka (7 Einsätze) und Luca Plogmann (1 Einsatz) insgesamt erst achtmal hinter sich greifen müssen. Das ist nicht nur der beste Bremer Wert seit neun Jahren, sondern auch: Liga-Bestwert! In den vergangenen beiden Spielen (gegen Wolfsburg und Schalke 04) stand hinten sogar die Null! Aller guten Dinge sind drei? Von wegen! Es wird eher Zeit, den Grün-Weißen knapp zwei Monate vor dem Weihnachtsfest am Osterdeich ein paar Eier ins Nest zu legen. Und am liebsten (mindestens) eins mehr als am Ende im eigenen liegen. So wie es der VfB Stuttgart vor gut einem Monat gemacht hat – und damit dem SVW die erste Saison-Niederlage zugefügt hat.
76 Mal standen sich die Werkself und Werder im deutschen Fußball-Oberhaus bislang gegenüber. 30 Mal endete der Vergleich mit einem Unentschieden – aus Bayer 04-Sicht so häufig wie bei keinem anderen Gegner. Über die Hälfte (16) gab es im Weserstadion. So wie beispielsweise auch in der Vorsaison, als sich beide Mannschaften am vorletzten Spieltag schiedlich-friedlich 0:0 trennten. Das Hinspiel konnte die Herrlich-Equipe übrigens für sich entscheiden (1:0). Genauso wie das Pokal-Viertelfinale in der BayArena, bei dem sich die Werkself dank zweier Treffer in der Verlängerung am Ende mit 4:2 durchsetzen konnten. Es wäre absolut im schwarz-roten Interesse, wenn die Werderaner auf im 04. Spiel gegen Bayer 04 in Folge sieglos bleiben würde!
Als Spielleiter hat der DFB Marco Fritz bestimmt. Beim letzten Einsatz mit Bayer 04-Beteiligung des 41-jährigen Baden-Württembergers landete die Werkself am dritten Spieltag einen 1:0-Heimsieg über Mainz 05. Doch nicht nur das: Der FIFA-Schiedsrichter stand auch beim letzten Erfolg der Werkself über Bremen auf dem Rasen, beim bereits erwähnten 4:2 im DFB-Pokal. Ein gutes Omen also? Wir werden es sehen! Insgesamt es bereits das 04. Mal, dass Marco Fritz das Duell zwischen Schwarz-Rot und Grün-Weiß pfeift (Bilanz: 1 Sieg, 2 Niederlagen). Dem gelernten Bankkaufmann assistieren am Sonntag Eduard Beitinger und Marcel Pelgrim, als Vierter Offizieller ist Christof Günsch im Einsatz – Patrick Ittrich und Johann Pfeifer schauen sich das Spiel aus Köln aus an.
So weit, so gut! Wie immer an dieser Stelle sei allen Bayer 04-Fans, die die Werkself nicht vor Ort unterstützen (können), das Public Viewing in der Schwadbud ans Herz gelegt: Ab 17 Uhr, also eine Stunde vor dem Anpfiff im Weserstadion, öffnet die Fan-Kneipe in der BayArena (Osttribüne) und lädt zum gemeinsamen Rudelgucken und Mitfiebern ein. Weitere Optionen die Werkself aus der Ferne zu verfolgen, bieten außerdem die klubinternen Kanäle wie der Live-Ticker auf bayer04.de – sowie das Werkself-Radio als akustische Alternative. Und auch über die Social Media-Kanäle der Werkself (Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat) gibt’s unter dem Spieltags-Hashtag #SVWB04 wieder das volle Programm. Das wünschen wir uns auch auf dem Rasen. In diesem Sinne: Auf geht’s, Schwarz-Rot, kämpfen und siegen!


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