
„Für uns war das ein sehr guter Test, der auch aufgezeigt hat, woran wir bis zum Liga-Start noch arbeiten müssen. Es war ein sehr intensives Spiel, beide Teams haben sich nichts geschenkt und temporeichen Fußball gespielt“, sagte Pätzold: „Wir hatten in der Anfangsphase einige Probleme und haben erstmal keine gute Struktur im Pressing gefunden. Wolfsburg hat uns unter Druck gesetzt und konnte sich einige Male durchkombinieren. Im Laufe des Spiels haben wir uns dann gesteigert, hatten mehr Zugriff und mehr Balleroberungen. Man hat auch gesehen, dass uns noch ein paar Körner fehlen, um das in torgefährliche Situationen umzumünzen. Nach den vielen Wechseln mussten wir wieder einige Situationen defensiv überstehen.“
Selina Ostermeier und Amy Wrigge (beide Muskelverletzungen), Caroline Kehrer (Aufbautraining nach Meniskusriss) sowie die langzeitverletzte Shen Menglu (Kreuzbandriss) waren nicht mit ins Trainingslager gereist. Zudem fehlten Estrella Merino Gonzalez und Loreen Bender angeschlagen, auch Valentina Mädl musste kurzfristig passen. Die beiden Torhüterinnen Anne Moll und Louisa Remien trainierten individuell. Dafür standen fünf Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs, die in Rieden den Profi-Kader ergänzt hatten, mit im Aufgebot: Jolina Heltemes, Jana Lindner, Angelie Martens, Amelie Sosnik sowie die nachgereiste Sana Coskun. Die Grüne Au in Hof liegt rund 150 Kilometer entfernt von Rieden, wo die Werkself zuvor seit vergangenem Sonntag ihr Trainingslager absolviert.
Die ganz in Grün gekleideten Gäste erwischten einen Traumstart. Nach einer Ecke der Ex-Leverkusenerin Janou Levels nickte Alexandra Popp per Kopf nach zwei Minuten zur Führung für die Wölfinnen ein. In der Folge bestimmte der Bundesliga-Vizemeister das Spielgeschehen, die Werkself musste viel hinterherrennen. Eine weitere Ecke führte beinahe zum 0:2, doch Popps Abschluss vom Sechzehnerrand landete knapp neben dem rechten Pfosten (14.). Auch die nächste große Möglichkeit gehörte dem VfL: Levels nahm aus ähnlicher Position wie zuvor Popp maß und drosch den Ball knapp links am Tor von Friederike Repohl vorbei (19.). Acht Minuten später meldete sich auch die Werkself in der Offensive an: Carlotta Wamser fand mit ihrer Flanke von rechts im Zentrum Cornelia Kramer, deren Kopfball auf dem Tor landete. Danach wurde das Pätzold-Team immer mutiger, weitere zwingende Chancen ergaben sich allerdings nicht mehr. Kurz vor dem Ende des ersten Abschnitts musste Katharina Piljic angeschlagen ausgewechselt werden, für sie kam Ida Daedelow in die Partie.





Abschnitt zwei begann fulminant: Zunächst prüfte Lineth Beerensteyn vier Minuten nach der Pause mit einem strammen Schuss Repohl. Im direkten Gegenzug schlugen die in den weißen Auswärtstrikots spielenden Leverkusenerinnen dann erstmals zu. Nach einem Fehlpass im Aufbauspiel des VfL schaltete Vanessa Fudalla blitzschnell um und legte ab auf Kögel. Die Offensivspielerin fackelte nicht lange und erzielte mit ihrem leicht abgefälschten Schuss den Ausgleich (49.). Nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff drehte Bayer 04 das Spiel komplett: Einen Abschlag-Versuch von Stina Johannes blockte Kramer aus kurzer Distanz ab - und setzte den Ball damit ins verwaiste Tor (51.). Mit einer großen Portion Selbstvertrauen im Rücken erarbeitete sich die Werkself danach mehr und mehr Spielkontrolle. Inmitten einer ausgeglichenen Spielphase schlug Wolfsburg zurück. Svenja Huth zirkelte den Ball per Distanzschuss unhaltbar für Repohl zum 2:2 in den Winkel (69.). Mit diesem Resultat ging es in die zweite Pause.





Der letzte Spielabschnitt begann aus Sicht der Werkself äußerst unglücklich. Außenverteidigerin Julia Mickenhagen blieb bei einer Ballannahme im Rasen hängen und verlor so den Ball. Die anschließende Flanke landete in hohem Bogen bei Sham Freier, die nur noch einschieben musste - der erneute Rückstand für die Bayer 04-Frauen (80.). Auf der Gegenseite ließ die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch nun kaum etwas zu und ließ die Leverkusener kaum zur Entfaltung kommen.
Eine halbe Stunde vor dem Ende wechselte Pätzold insgesamt fünfmal. Paula Schwartze, Claudia Wenger, Juliette Vidal, Fudalla und Lindner kamen (erneut) ins Spiel. Auf dem Rasen ging es weiter munter in beide Richtungen, ohne dass zwingende Möglichkeiten dabei heraussprangen. Die größte Gelegenheit seit dem Wolfsburger 3:2 durch Cora Zicai vereitelte die eingewechselte Torhüterin Charlotte Voll mit einer Flugeinlage (108.). Weil auf der anderen Seite dem Schuss von Ruby Grant die letzte Präzision fehlte (119.), blieb es bis zum Abpfiff beim 2:3.
Am Samstagvormittag reist die Mannschaft zurück in die Heimat. Dort testen die Leverkusenerinnen am Samstag, 30. August (16 Uhr, 3 x 45 Minuten, Kurtekotten) als Pflichtspiel-Generalprobe gegen Standard Lüttich aus Belgien. Die neue Saison der Google Pixel Frauen-Bundesliga beginnt eine Woche später am Samstag, 6. September (17.45 Uhr, live in der ARD, bei MagentaSport und DAZN), mit dem offiziellen Eröffnungsspiel beim Deutschen Meister FC Bayern München in der Allianz Arena.
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Die Statistik:
Bayer 04, 1. Abschnitt (45 Min.): Repohl - Wamser, Wenger, Turanyi, Mickenhagen - Grant, Piljic (45. Daedelow) - Bartz, Kögel - Kramer, Fudalla
Bayer 04, 2. Abschnitt (30 Min.): Repohl - Wamser, Friedrich, Turanyi, Mickenhagen - Zdebel, Daedelow - Bartz, Kögel - Kramer, Fudalla (61. Haim)
Bayer 04, 3. Abschnitt (45 Min.): Repohl (91. Voll) - Wamser (91. Schwartze, 112. Coskun), Friedrich, Turanyi (91. Wenger), Mickenhagen (91. Vidal) - Zdebel, Daedelow - Grant, Kögel (91. Fudalla) - Bartz (91. Lindner), Haim
VfL Wolfsburg: Johannes (76. Tufekovic) – Wedemeyer (91. Saelen), Dijkstra (60. Küver), Minge (60. Bjelde), Levels (60. Pujols) – Lattwein (60. Kielland), Peddemors (60. Papp) – Endemann (76. Bussy), Popp (76. Vallotto), Huth (76. Zicai) – Beerensteyn (76. Freier)
Tore: 0:1 Popp (2.), 1:1 Kögel (49.), 1:2 Kramer (51.), 2:2 Huth (69.), 2:3 Freier (80.)
Gelbe Karten: Piljic - Huth, Popp
Schiedsrichterin: Angelika Söder (Ochenbruck)
Zuschauer: 1225 im Stadion Grüne Au

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