
„Wir tun uns in den letzten Wochen relativ schwer vor der Hütte, ein Tor zu schießen. Spielerisch war die Leistung ja in Ordnung, aber wir sind nicht kaltschnäuzig genug“, sagte Julian Brandt nach dem Spiel. Julian Baumgartlinger meinte: „Wir haben wenig zugelassen, gut von hinten rausgespielt, aber die letzten 20 Meter vor dem Bremer Tor waren nicht gut bei uns. Wir haben es nicht erzwungen, die wenigen Möglichkeiten konnten wir nicht nutzen, dann wird es schwer in Bremen. Wir haben heute eine Riesenchance vertan, werden aber im letzten Spiel gegen Hannover noch einmal alles geben. Drei Punkte sind dann natürlich Pflicht."
Heiko Herrlich musste in Bremen weiterhin auf Jonathan Tah (Faserriss im Hüftbeuger), Sven Bender (muskuläre Probleme) und Joel Pohjanpalo (Aufbautraining nach Sprunggelenksverletzung) verzichten. Zudem stand Lars Bender aufgrund muskulärer Probleme nicht im Kader. Für den Kapitän rückte Dominik Kohr ins defensive Mittelfeld. Im Vergleich zur Partie gegen den VfB Stuttgart kamen auch der wiedergenesene Wendell und Julian Brandt (für Karim Bellarabi und Lucas Alario) neu in die Startelf.
Während die Werkself heute in weißen Sondertrikots auflief, die an den UEFA-Cup-Gewinn 1988 erinnern, schmissen sich die mitgereisten 2.500 Bayer 04-Anhänger im letzten Auswärtsspiel der Saison im Rahmen der traditionellen „Finally Red“-Aktion in komplett rote Fanklamotten und sorgten damit für ein starkes Gesamtbild im Gästeblock. Auch das Funktionsteam und der Manager Sport Jonas Boldt bekannten auf der Bayer 04-Bank entsprechend rote Farbe.
In der Anfangsphase neutralisierten sich beide Teams weitgehend, weil sowohl Werder als auch Bayer 04 in der Defensive höchst konzentriert zu Werke gingen und zunächst wenige Chancen zuließen. Die Werkself setzte durch Leon Bailey den ersten Akzent in Sachen Torgefahr. Der Jamaikaner zog mit links aus 17 Metern nur knapp übers Tor (15.).
Das Team von Heiko Herrlich machte nun das Spiel und gab den Rhythmus vor - aber den Pässen in die gefährlichen Räume fehlte noch die nötige Präzision. Die Gastgeber fanden in der Offensive kaum statt. Auch die nächste dicke Chance bot sich der Werkself nach einer guten halben Stunde. Einen klasse Pass von Wendell nahm Julian Brandt per Fallrückzieher aus acht Metern, den mittig geratenen Ball entschärfte Werder-Keeper Pavlenka (31.). Danach passierte bis zum Pausenpfiff bis auf einen Distanzschuss von Charles Aránguiz (39.) und einer rüden Grätsche von Langkamp gegen Kai Havertz, die zu Recht mit der Gelben Karte geahndet wurde (40.), nicht mehr viel. Die Werkself mit leichten Vorteilen, aber noch ohne Durchschlagskraft.
Die Werkself startete unverändert in die zweite Halbzeit, presste die Bremer jetzt sehr früh - und hatte gleich die Riesenchance zur Führung. Eine scharfe Flanke von Bailey konnte Pavlenka vor Volland nicht weit genug abwehren, Kai Havertz kam aus kurzer Distanz frei zum Schuss, setzte die Kugel aber klar übers Tor (50.). Da wäre mehr drin gewesen. Auf der anderen Seite stand die Werkself-Defensive nach wie vor sehr gut, machte konsequent die Räume zu, so dass die Grün-Weißen vorne überhaupt nicht zum Zuge kamen.
Bayer 04 blieb klar tonangebend, hatte 75 Prozent Ballbesitz, fand aber wenig Lücken und brachte die letzten Pässe immer noch nicht an den Mann. Die Partie war jetzt geprägt von vielen Nickligkeiten, vor allem die Bremer gingen rustikal zur Sache. In der Schlussphase erhöhte Bayer 04 den Druck, Heiko Herrlich brachte Lucas Alario als zusätzliche Offensivkraft für Dominik Kohr. Gegen die vielbeinige Bremer Abwehr fand die Werkself aber weiterhin kaum Räume, zumal die Abspiele oft auch zu ungenau gerieten. Karim Bellarabi kam noch für den angeschlagenen Leon Bailey aufs Feld. Und die Nummer 38 der Werkself sorgte mit einer scharfen Hereingabe von rechts noch einmal für Gefahr, Pavlenka konnte die Flanke aber entschärfen (89.). Dann war Schluss in Bremen. Werder blieb damit auch im zwölften Heimspiel unter Trainer Kohfeldt ungeschlagen.
Bayer 04 hat zwar den Sprung auf Platz vier verpasst, aber die direkte Rückkehr ins internationale Geschäft ist der Werkself nicht mehr zu nehmen bei drei Punkten Vorsprung und der um 12 Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem Siebten Eintracht Frankfurt. Von den achtplatzierten Stuttgartern kann Bayer 04 bei vier Punkten Vorsprung nicht mehr eingeholt werden.
Zum Saisonfinale empfängt die Werkself am kommenden Samstag, 12. Mai, Hannover 96 in der BayArena. Die Partie (Anpfiff 15.30 Uhr) wird im Fernduell mit Hoffenheim, das Borussia Dortmund zu Gast hat, zu einem echten Endspiel um die Champions-League-Teilnahme. Hoffenheim hat wie Bayer 04 52 Punkte, aber eine um drei Treffer bessere Tordifferenz als die Werkself. Fehlen wird den Schwarz-Roten beim letzten Spiel Stürmer Kevin Volland, der in Bremen seine fünfte Gelbe Karte sah.
Die Statistik:
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Langkamp, Friedl - Bargfrede (78. Rashica) - Eggestein, Delaney - Kainz (46. Gondorf), Junuzovic (90.+1 Eggestein) - M. Kruse
Bayer 04: Leno – Retsos, Jedvaj, Baumgartlinger, Wendell (71. Henrichs) – Kohr (72. Alario), Aránguiz - Bailey (81. Bellarabi), Havertz, Brandt – Volland
Tore: -
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Gelbe Karten: Langkamp, Gondorf, Gebre Selassie - Volland (5.), Retsos, Baumgartlinger, Henrichs
Zuschauer: 42.500

Die vierte internationale Auswärtsreise dieser Saison in der UEFA Champions League 2025/26 führt die Werkself in die griechische Hauptstadt. Beim aktuellen Doublesieger Olympiakos Piräus bestreitet das Team von Cheftrainer Kasper Hjulmand den 7. Spieltag der Ligaphase. Das Spiel im Karaiskakis-Stadion steigt am Dienstag, 20. Januar (Anstoß: 21 Uhr dt. Zeit), und wird live übertragen auf DAZN. Wir nehmen euch mit auf die Reise nach Athen und berichten hautnah von der Werkself…
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Bitterer Abend in Athen: Am 7. Spieltag der Ligaphase der UEFA Champions League 2025/25 hat die Werkself 0:2 bei Olympiakos Piräus verloren. In einer von Beginn an intensiven und feurigen Partie erwischten die hoch pressenden Hausherren den besseren Start, gingen in der 2. Minute durch Costinha in Führung. Obwohl die Werkself zahlreiche Chancen auf den Ausgleich hatte, erhöhten die abgezockten Griechen kurz vor der Pause auf 2:0 (45.+1). In Durchgang zwei gaben die Leverkusener erneut alles und zeigten vollen Einsatz, doch für den griechischen Abwehrriegel gab es an diesem Abend für Schwarz-Rot trotz größter Bemühungen kein Mittel.
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