
„Jetzt Bosz nicht den Kopf hängen lassen und weitermachen“, lautet die wortverspielte Devise unterm Bayer-Kreuz. Vor allem, weil auch die Chance besteht, erstmals wieder einen Europapokal-Platz einzunehmen – zumindest schonmal für eine Nacht. Nichtsdestoweniger wären die Schwarz-Roten dann zum ersten Mal in der laufenden Runde fast da angekommen, wo sie am Ende auch stehen wollen. Da wirkt es doch recht passend, dass die Mainzer das Spiel als „Fastnacht“-Heimspiel deklariert haben. Hier kommen 04 (weitere) Fakten zu #M05B04...
Klar, am Dienstag hat die Werkself in Heidenheim den vielleicht am einfachsten zu erhaschenden Titel unnötig bis leichtfertig hergeschenkt. Das ist ärgerlich. Aber das passiert. Und vielleicht hilft das Ausscheiden im DFB-Pokal, die Sinne für die anderen beiden Wettbewerbe zu schärfen. In der Europa League geht es in knapp einer Woche mit dem Sechzehntelfinal-Hinspiel in Krasnodar weiter und in der Liga heißt es nun in Mainz den Aufwärtstrend in der Meisterschaft zu bestätigen: Nach der höchst unglücklichen Auftaktniederlage gegen Gladbach folgten Siege gegen Wolfsburgund München – einhergehend mit dem Sprung auf Rang sieben. Von weiter oben durfte die Werkself in dieser Spielzeit übrigens noch nicht grüßen! Mit einem Dreier heute Abend könnten die Schwarz-Roten nicht nur auf Platz fünf hüpfen, sondern erstmals seit knapp drei Jahren wieder drei Liga-Spiele in Folge gewinnen. Das gelang zuletzt im Frühjahr 2016 und wäre – vor allem auch nach Dienstag – einfach wichtig!
Doch Obacht: In der Tabelle liegen die Mainzer auf Rang elf – nur drei Zähler hinter Bayer 04. Allein diese Tatsache ist Warnung genug! Ebenso wie die zehn Niederlagen, die die Werkself in den bislang 25 Bundesliga-Aufeinandertreffen gegen die Rheinhessen einstecken musste. Im prozentualen Vergleich verlor die Werkself damit von allen aktuellen Bundesligisten lediglich gegen RB Leipzig (60 Prozent) und Bayern München (59 Prozent) häufiger als gegen Mainz 05 (40 Prozent). Ein Grund mehr, diese Bilanz mit dem heutigen Vergleich etwas aufzupolieren. Und dann auch noch – nach dem 1:0-Heimsieg im September – erstmals in der Historie beide das Hin- und Rückspiel gegen die „Meenzer“ zu gewinnen. Doch nicht nur angesichts des Mainzer „Fastnacht-Heimspiels“ samt närrisch-gestyltem Sonder-Trikot ist damit zu rechnen, dass die 05er etwas dagegen haben. Zumal die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz in dieser Saison in der Opel-Arena nur zwei Heimniederlagen einstecken musste – gegen Bayern München und Borussia Dortmund…
Für hohes Tempo und viele, schnelle Abschlüsse gibt es im Basketball die Bezeichnung „Run and gun“. Vielleicht lässt sich der Spielstil auch ein wenig auf das bosz’sche Offensiv-System übertragen – schließlich ist die Werkself unter der Leitung des 55-jährigen Niederländers nicht nur das lauffreudigste Team der Liga (Gesamtdistanz und Sprints), sondern auch das abschlussreichste (56 Torschüsse, wie Bayern München) – bei der Anzahl der Schüsse AUF das gegnerische Tor (29) stellen die Schwarz-Roten sogar den alleinigen Höchstwert. Verantwortlich dafür ist nicht nur einer, sondern das Kollektiv. So waren gleich drei Spieler in den vergangenen beiden Partien jeweils an einem Tor direkt beteiligt: Julian Brandt (1 Tor, 1 Assist) erzielte gegen Wolfsburg das 3:0 und legte gegen die Bayern den dritten Treffer durch Alario auf. Karim Bellarabi (2 Assists) legte erstmals seit 2016 (damals 5 Spiele in Serie mit Torvorlage im Frühjahr 2016) innerhalb einer Saison in zwei Liga-Spielen in Folge einen Treffer auf. Und Kevin Volland (2 Tore) traf erstmals in der laufenden in zwei aufeinanderfolgenden Liga-Spielen – letztmals gelang ihm das im April 2018. Übrigens: In der Rückrunde trafen bereits fünf unterschiedliche Spieler für Bayer 04 – das ist ebenfalls Ligaspitze.
Zum zweiten Mal in dieser Saison darf Bayer 04 einen Spieltag eröffnen und vorlegen. Und wie schon beim ersten Mal, am 12. Spieltag beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart im November des vergangenen Jahres, wird Schiedsrichter Robert Schröder das werkself’sche Freitagsspiel leiten. Für den 33-jährigen Hannoveraner ist es heute Abend der insgesamt sechste Bundesliga-Einsatz in seiner Premierensaison, und sogar der erste bei einem Spiel mit Mainzer Beteiligung. Aus Sicht der Werkself könnte diese Ansetzung ein gutes Omen bedeuten: Gegen die Stuttgarter gab es schließlich einen 2:0-Sieg. Nichtsdestotrotz sollten Wendell und Dominik Kohr im Zweikampfspiel (und/oder in ihrer Wortwahl) im Falle eines Einsatzes Präzision walten lassen. Schließlich stehen beide Werkself-Akteure vor ihrer ersten Gelbsperre in dieser Saison. Vor allem für die Nummer 21 der Werkself wäre die nächste Verwarnung eine „besonders“ – es wäre nämlich seine 50. Seit seinem Bundesliga-Debüt im April 2012 hat kein anderer Spieler im deutschen Oberhaus so viele Gelbe Karten gesehen wie der 25-Jährige. Hardkohr eben!
Weitere Infos zum Spiel:
Letztes Ergebnis: 1:0 (H)
Spielstätte: Opel Arena (33.305 Plätze)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Vorhergesagtes Wetter: 6 Grad, bewölt
Live zu sehen bei: Eurosport (Pay-TV)


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