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26.01.2019Bundesliga

3:0 in Wolfsburg – starke Werkself macht Boden gut

Die Werkself hat im zweiten Spiel der Rückrunde deutlich gemacht, dass sie sich in den kommenden Wochen und Monaten noch viel vorgenommen hat: Beim VfL Wolfsburg kam Bayer 04 nach starker Vorstellung zu einem 3:0 (1:0)-Erfolg, den Kai Havertz per Elfmeter (45.), Kevin Volland (62.) und Julian Brandt (88.) herausschossen. Mit diesem Dreier verkürzten die Leverkusener den Rückstand auf Platz sechs und die internationalen Ränge auf nur noch einen Punkt.
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Entsprechend zufrieden fielen die Reaktionen beim Sieger aus. „Die Mannschaft hat viele Sachen richtig gemacht und diesmal auch die Tore erzielt“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes. „Wir waren vorne gefährlich und haben hinten wenig zugelassen“, betonte Kevin Volland. Das Fazit von Kapitän Lars Bender lautete so: „Das war sehr ordentlich, auch wenn wir für meinen Geschmack die Tore schon früher hätten machen können. Aber wir haben erneut sehr viele gute Situationen kreiert.“

Die Pflichtspiel-Premiere für Peter Bosz war beim Rückrundenauftakt gegen Mönchengladbach zwar im Resultat sehr ernüchternd verlaufen, der Leistung seiner Mannschaft hatte der Coach aber durchaus einiges abgewinnen können. Das zeigte sich auch in der Auswahl des Personals für die Partie in Wolfsburg: Bosz vertraute exakt der gleichen Besetzung – sowohl was die Startelf anging als auch die Optionen auf der Bank. Julian Brandt bestritt dabei in der Volkswagen-Arena sein 150. Bundesligaspiel für Bayer 04.

Bellarabi trifft nur die Latte

Die Werkself sah sich bei ungemütlicher Witterung und Regen sofort ersten Attacken der Gastgeber über die rechte Seite ausgesetzt. Die erste Chance der Begegnung aber eröffnete sich den Leverkusenern – und was für eine: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Charles Aránguiz und Zuspiel von Brandt ließ Karim Bellarabi im Strafraum noch einen Wolfsburger aussteigen und zog mit links und leichter Rücklage ab, doch der Ball klatschte nur an die Latte (5.). Wenig später war erneut Bellarabi im Blickpunkt, der aus der Drehung aus 18 Metern mit rechts schoss – hauchzart strich die Kugel am langen Eck vorbei (10.). Auf der Gegenseite verfehlte der Ex-Leverkusener Admir Mehmedi den Kasten von Lukas Hradecky doch recht deutlich (16.).

Es war das erwartet intensive Duell, in der die Werkself das Geschehen mit großer taktischer Disziplin zunehmend in des Gegners Hälfte verlagerte. Auch die dritte Möglichkeit der Gäste ging auf das Konto von Bellarabi, dessen Direktabnahme nach Flanke von Aránguiz einen Meter am Tor vorbeiflog (24.). Mehmedi musste kurz darauf angeschlagen raus und wurde durch Malli ersetzt (27.). Derweil kam Bellarabi zu seinem vierten Abschluss, diesmal stellte sein Schuss aber überhaupt kein Problem für Casteels dar (28.). Schade, dass Leon Bailey danach das scharfe Zuspiel von Kevin Volland in die Schnittstelle nicht kontrollieren konnte, sonst wäre der Jamaikaner frei durch gewesen (30.).

Hradecky nur selten gefordert

Kurz darauf war Volland aussichtsreich frei, wurde aber im letzten Moment von Arnold noch am Abschluss gehindert (35.). Die Mehrzahl der Möglichkeiten lag bis dahin klar auf Seiten der Werkself. Auf der anderen Seite durfte Hradecky aber erleichtert aufatmen, dass der Versuch von Steffen aus dem Hinterhalt knapp am langen Eck vorbeiflog (37.). Beim Schuss von Weghorst war der finnische Keeper gut im Bilde und parierte mit dem Fuß (38.). Casteels blieb im nächsten Vergleich mit Volland Sieger (39.) und entschärfte auch den Linksschuss von Kai Havertz (40.).

Kurz vor der Pause die verdiente Führung für die Werkself. Kevin Volland wurde von William am Fünfmeterraum gelegt, klare Sache, Elfmeter: Havertz nahm sich der Angelegenheit an und vollendete ganz cool flach ins rechte Eck zum 1:0 (45.) – zugleich sein siebter Saisontreffer. Und die Werkself hatte auch im 33. Bundesligaspiel hintereinander gegen Wolfsburg ins Schwarze getroffen – Ligarekord in den direkten Vereinsduellen. Beinahe hätte der umtriebige Bellarabi noch vor dem Wechsel nachgelegt, doch Casteels fischte den noch abgefälschten Schuss aus dem Eck (45.+2). Die Führung zur Halbzeit für Bayer 04 ging absolut in Ordnung.

Chancen im Minutentakt

Unmittelbar nach der Pause hätte Volland nach einem flotten Konter über Havertz und Zuspiel von Bellarabi das 2:0 besorgen können, er verpasste aber den rechten Moment des Abschlusses (46.). Auf der Gegenseite verhinderte Lars Bender den drohenden Ausgleich, als er den Ball nach Williams Schuss soeben noch vor der Linie klärte (47.). Julian Brandt kam aus spitzem Winkel frei zum Schuss, Casteels blieb lange aufrecht und verhinderte den zweiten Leverkusener Treffer (49.).

Die Schlagzahl an Chancen blieb unverändert hoch, es war eine sehr unterhaltsame Partie voller Tempo. Bailey drosch mit links drauf, Casteels bekam rechtzeitig die Fäuste an den Ball (53.). Als Volland mit rechts aus kurzer Distanz abzog, rettete Wolfsburgs Torhüter erneut ganz stark (60.). Bei ihm durfte sich der VfL bedanken, dass es nur 0:1 stand. Zwei Minuten später indes konnte auch der überragende Casteels nichts mehr ausrichten: Kevin Volland donnerte den Ball mit rechts ins kurze Eck unter die Latte – 2:0 (62.), auch für ihn war es das siebte Saisontor. Kurz darauf schien Wolfsburg auf 1:2 zu verkürzen, als Steffen Hradecky keine Chance ließ. Doch der Videobeweis kam zum Einsatz, und dem Treffer wurde wegen einer sehr knappen Abseitsentscheidung die Anerkennung versagt (66.).

Aránguiz der Dreh- und Angelpunkt

Lukas Hradecky parierte ganz stark den Schlenzer von Brekalo (68.), auf der anderen Seite hatte Havertz das 0:3 auf dem Fuß (69.). Wenig später löste Julian Baumgartlinger Bailey ab (76.), Wolfsburg brachte in Klaus für William eine weitere offensive Option (77.).Weiser kam für den angeschlagenen Wendell in die Partie und verteidigte links (78.). Dreh- und Angelpunkt im Leverkusener Spiel war Charles Aránguiz, der rigoros abräumte und klug aufbaute.

Bayer 04 war dem dritten Treffer jetzt ganz nah, Brandts Schuss geriet zu zentral, Casteels war zur Stelle (81.). Kurz vor Schluss machte die Werkself aber den Deckel drauf: Nach scharfer Hereingabe von Bellarabi schob Julian Brandt den Ball zum 3:0 über die Linie (88.) – im 150. Bundesligaspiel sein 50. Scorerpunkt.

Für Bayer 04 geht es in der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen den Titelverteidiger weiter, die Werkself erwartet am Samstag, 2. Februar, den FC Bayern München in der BayArena (Anstoß 15.30 Uhr).

Die Statistik:

VfL Wolfsburg: Casteels – William (77. Klaus), Knoche, Brooks, Rousillon – Arnold – Gerhardt, Rexhbecaj (63. Brekalo) – Steffen, Mehmedi (27. Malli) – Weghorst

Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Tah, S. Bender, Wendell (78. Weiser) – Havertz, Aránguiz, Brandt – Bailey (76. Baumgartlinger), Volland, Bellarabi

Tore: 0:1 Havertz (45./Foulelfmeter), 0:2 Volland (62.), 0:3 Brandt (88.)

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Gelbe Karten: Rexhbecaj, William, Brooks, Arnold, Roussillon – Aránguiz, Wendell, Bailey

Zuschauer: 21.736

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