
Bis auf die beiden Langzeitverletzten Joel Pohjanpalo und Panos Retsos standen Peter Bosz alle Spieler zur Verfügung. Der Bayer 04-Cheftrainer ließ seine Mannschaft wie erwartet im 4-3-3-System auflaufen, bei dem Charles Aránguiz die Sechser-Position einnahm. „Ich erwarte ein sehr interessantes und attraktives Spiel“, hatte der 55-Jährige vor der Partie gegen den Tabellendritten aus Mönchengladbach gesagt. Ähnlich äußerte sich auch Borussen-Trainer Dieter Hecking unmittelbar vor dem Anpfiff.
Die Gastgeber schalteten in der BayArena unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw sofort in den höchsten Gang: Schon nach 15 Sekunden gab Karim Bellarabi von links scharf in die Mitte, wo Ginter vor Kevin Volland klären konnte. Wenig später folgte der erste Abschluss: Charles Aránguiz prüfte Gladbachs Keeper Sommer mit einem Distanzschuss (2.). Die Werkself gab den Ton an, kombinierte sich gut durch die Gladbacher Reihen. Bei einem erneuten Vorstoß von Bellarabi und dessen Schuss aus spitzem Winkel tauchte Sommer rechtzeitig ab (8.). Auch den Volleyschuss von Kai Havertz aus 18 Metern parierte der Torhüter der Borussen (17.). Von den Gästen war offensiv in der Anfangsphase wenig zu sehen. Die Gladbacher agierten abwartend und ließen die Dinge - in der Defensive gut sortiert - zunächst auf sich zukommen.
Weil auch die Schwarz-Roten kompakt standen, fehlten auf beiden Seiten zunächst die ganz dicken Chancen. Bei einem platzierten Linksschuss von Havertz nach starker Hacken-Vorarbeit von Julian Brandt musste sich Sommer dann erstmals richtig strecken und faustete den Ball zur Ecke (28.). Die Gastgeber hatten deutlich mehr vom Spiel.
Aber der Tabellendritte vom Niederrhein erwies sich als sehr effektiv: Mit ihrer ersten Chance gingen die Gäste nach einem gelungenen Spielzug gleich in Führung, als Plea mit einem platzierten Schuss ins lange Eck Bayer 04-Torhüter Lukas Hradecky keine Abwehrchance ließ - 0:1 (37.). Die Borussen waren nun besser im Spiel, hatten durch einen Elvedi-Kopfball die große Möglichkeit zum zweiten Treffer. Aber Hradecky verhinderte mit einer Glanzparade einen höheren Rückstand (44.), nachdem kurz zuvor Leon Bailey nach schöner Flanke von Kevin Volland nicht genug Druck hinter seinen Kopfball bekam und Sommer damit vor keine Probleme stellte (41.). Mit einem 0:1 ging's in die Halbzeitpause.
In unveränderter Aufstellung kamen beide Teams aus der Kabine. Die Werkself drückte sofort mächtig aufs Tempo und brachte das Tor des Gegners nach einer Ecke von Bailey erstmals in Gefahr. Aber der Ball rutschte an Freund und Feind vorbei (47.). Dann rettete Sommer in höchster Not vor Havertz (55.), der von Brandt stark in Szene gesetzt worden war. Bayer 04 attackierte jetzt noch früher, gab klar den Ton an. Noch aber fehlte der Ertrag. Havertz hatte die nächste Riesen-Chance, als ihm der Ball nach einer Ecke überraschend vor die Füße fiel. Der Youngster reagierte schnell, konnte seinen Schuss aus sechs Metern aber nicht platzieren, Sommer hielt (62.). Die Luft wurde nun immer dünner für die Gladbacher.
Bayer 04 erarbeitete sich Chancen im Minutentakt. Nach starkem Pass von Brandt hämmerte Bellarabi von rechts den Ball an den linken Pfosten (68.). Volland schoss eine Minute später mit Wumms aufs Tor, Sommer brachte noch die Fäuste an den Ball (69.), Sven Bender brachte nach Brandt-Freistoß nicht genug Druck hinter seinen Kopfball (70.), dann kam wieder Volland aus kurzer Distanz an die Kugel, der Schuss geriet aber zu mittig - Sommer klärte (72.). Der Ausgleich lag in der Luft und wäre längst hochverdient gewesen. Aber immer wieder scheiterte die Werkself an Gladbachs Keeper, der auch bei einem Flugkopfball von Havertz nach starker Flanke von Bellarabi auf dem Posten war (77.). Die Nummer 38 der Gastgeber hatte kurz darauf wieder den Ausgleich auf dem Fuß - sein strammer Schuss aus 19 Metern sauste haarscharf am Tor vorbei (79.). Das Bosz-Team drückte und drückte - aber das verflixte Tor wollte nicht fallen. Verrückt, dass die Gäste dennoch nach ihrem bis dato einzigen Konter fast das 0:2 gemacht hätten, als Hofmann nur knapp am rechten Pfosten vorbei zielte (81.).
Die Werkself fightete: Aránguiz setzte einen Freistoß aus 18 Metern knapp übers Tor (88.), Lars Bender prüfte Sommer noch einmal mit einem Kopfball (90.+2). Dann war Schluss in der BayArena. Bayer 04 hatte alles gegeben, zahlreiche beste Möglichkeiten gehabt - und ging am Ende trotz 20:7-Torschüssen und 10:3-Ecken als 0:1-Verlierer vom Platz.
Die nächste Aufgabe für Bayer 04 steht am Samstag, 26. Januar, beim VfL Wolfsburg auf dem Programm. Die Partie in der Volkswagen-Arena wird um 15.30 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Tah, S. Bender, Wendell - Havertz, Aránguiz, Brandt - Bailey (69. Alario), Volland, Bellarabi
Bor. Mönchengladbach: Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Strobl - Zakaria (80. Kramer), Hofmann (89. Neuhaus) - T. Hazard, Stindl, Plea (71. Herrmann)
Tore: 0:1 Plea (37.)
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Gelbe Karten: S. Bender -Wendt, Stindl
Zuschauer: 29.628

Der Kader der Bayer 04-Frauen für die kommende Saison nimmt weiter Form an: Von der Zweitvertretung von Eintracht Frankfurt, die in der 2. Frauen-Bundesliga beheimatet ist, wechselt die 19 Jahre alte Innenverteidigerin Emily Wallrabenstein nach Leverkusen. Hier hat sie einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028 unterschrieben.
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