
Der Saisonverlauf der Werkself ähnelt bislang irgendwie einer Fahrt auf der Schmetterlingsbahn – bei sechs Siegen, drei Unentschieden und sieben Niederlagen aus den bisherigen 16 Meisterschaftsspielen ging es weder groß bergab, noch groß bergauf. Das spiegelt so ein zehnter Tabellenplatz ja eigentlich auch ganz gut wieder. Doch zumindest in den vergangenen Wochen heißt es: Tendenz steigend! Aus den vergangenen fünf Spielen holte die Werkself zehn Zähler – nur Bayern, Wolfsburg (je 13) und Borussia Dortmund (12) waren ertragreicher. Wenn alles glatt läuft, kann die Werkself die um drei Punkte bessere Hertha nun vom achten Rang verdrängen. Vorausgesetzt Bremen gewinnt nicht in Leipzig die Berliner werden mit drei Treffern Unterschied geschlagen. Und so ein schönes Schützenfest zum Jahresabschluss klingt mindestens genauso verlockend wie ein Gratis-Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt.
Es gibt außerdem etwas gutzumachen für die Werkself: Auch, wenn die Werkself in den vergangenen zehn Begegnungen mit der Hertha siebenmal die Oberhand behalten konnte, gab es in der letzten Saison zwei Körbe von der Alten Dame – zuletzt an Karnevalssamstag ein 0:2 an der Bismarckstraße, was das bunte Treiben sicherlich nicht fröhlicher gestaltet hat. Und die Rechnung für jene fünfte Heimpleite gegen die Berliner ist noch nicht beglichen! Angesichts dieser Ausbeute aus 22 Gastspielen im Rheinland kann man sich gar nicht vorstellen, dass sich die Hertha gerne auf den Weg nach Leverkusen begibt. Irgendwie aber auch schon. Denn in den vergangenen 15 Partien in der BayArena haben die Hauptstädtler der Werkself immer mindestens einen Treffer eingeschenkt (insgesamt sogar 23 Mal) – in keinem anderen aktuellen Bundesliga-Stadion hat Berlin eine derartige Torserie. Apropos Serie: Zuletzt gab es immer einen Sieger in dem Duell, das letzte Unentschieden datiert von April 2012.
Abgesehen davon, dass die Werkself zuletzt vor fünf Jahren zum Jahresabschluss eine Niederlage einstecken musste, war zuletzt für die Gegner in der BayArena eher recht wenig bis nichts zu holen. Einzig Rasgrad konnte im eher bedeutungslosen Europa-League-Gruppenspiel Ende November einen Punkt ergattern. Ansonsten lautet die makellose (wettbewerbsübergreifende) Bilanz: Drei Zu-Null-Siege gegen Zürich, Stuttgart und Augsburg. Da passt es doch ganz gut ins Bild, dass die Berliner nur eins ihrer letzten sieben Spiele in der Fremde gewinnen konnten: Nur in Hannover (2:0) und Mainz (0:0) konnte Hertha BSC dabei eine weiße Weste wahren – ansonsten kassierte die Mannschaft von Trainer Pal Dardai immer mindestens einen Gegentreffer. Beim rheinischen Nachbarn aus Düsseldorf waren es sogar vier. Nachmachen und nachlegen, bitte!
Am Mittwoch hatte Lucas Alario auf Schalke mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 großen Anteil am wichtigen Dreier über die Königsblauen. Für den Argentinier war es das zweite Saisontor (13 Einsätze), nachdem er sich bereits Anfang Dezember gegen Augsburg mit seinem 1:0-Siegtreffer gegen Augsburg wieder auf Tore-Jagd begeben hat. Damit hält übrigens auch eine interessante Serie an: Noch nie verlor die Werkself ein Bundesliga-Spiel, wenn Alario während der Partie einnetzen konnte – acht der neun Begegnungen wurden sogar gewonnen! Wir notieren auf dem vorweihnachtlichen Wunschzettel in fetter Schrift, dass dieser Lauf bitte anhalten möge. Im Kalenderjahr 2018 steht Alario bislang bei acht Bundesliga-Buden und ist damit vereinsintern der zweitbeste Schütze hinter Kevin Volland (10). Noch einmal 90 Minuten, dann wird das Ranking geschlossen. In diesem Sinne: Feuer frei…
Letzte Ergebnisse: 1:2 (A), 0:2 (H)
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)
Vorgesagte Temperatur: 10 Grad, leichter Regen
Erwartete Zuschauer: 27.000
Im TV zu sehen bei: Sky


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