1:0 – Alario sticht als Joker gegen Augsburg

Es war das erwartet harte Stück Arbeit, aber am Ende stand der erhoffte und verdiente Erfolg für die Werkself gegen den FC Augsburg. Ein Treffer des kurz zuvor eingewechselten Lucas Alario (75.) bescherte Bayer 04 den 1:0 (0:0)-Sieg. Die Leverkusener waren über weite Strecken klar überlegen und besaßen einige gute Möglichkeiten. Augsburg wurde erst in der Schlussphase gefährlich, Ji traf bei der besten Möglichkeit die Latte (81.).
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„Es war ein klassisches Kampfspiel. Augsburg stand sehr tief nund hat uns nur wenige Räume gelassen. Aber am Ende haben wir uns den Sieg sicher verdient. Jetzt müssen wir weiter punkten“, sagte Kai Havertz. Der neue Sportdirektor Simon Rolfes sagte: „In der Schlussphase haben wir etwas die Ordnung und Kontrolle eingebüßt, weil wir es zuvor versäumt haben, mit dem zweiten Tor alles klar zu machen. Jetzt wollen wir in der Tabelle bis Weihnachten noch weiter klettern.“

Im Vergleich zum Montagsspiel in Nürnberg gab es bei der Werkself drei Wechsel in der Startelf: Jonathan Tah ersetzte den angeschlagenen Sven Bender in der Innenverteidigung, Julian Baumgartlinger nahm den Platz von Dominik Kohr im defensiven Mittelfeld ein und Leon Bailey kam für Julian Brandt auf dem linken Flügel zum Zug. Kevin Volland bestritt gegen die Augsburger, die wieder auf ihren Top-Torjäger Finnbogason zurückgreifen konnten, sein 200. Bundesligaspiel.

Viele gute Chancen

Sieben Minuten dauerte es bis zum ersten Abschlussversuch der Werkself, als Julian Baumgartlinger Schuss noch geblockt wurde. Wenig später zog Charles Aránguiz volley mit links ab – ans Außennetz (8.). Zwei Minuten später erneut der Chilene, der sich im Strafraum um Hahn drehte und mit links aufs lange Eck schlenzte, Luthe war rechtzeitig unten (10.). Die Werkself nistete sich in Augsburgs Hälfte ein und machte ordentlich Betrieb. Der Kopball von Kai Havertz nach Baileys Ecke strich hauchzart am Pfosten vorbei (13.) – da fehlte nicht viel zur Führung. Lars Bender über rechts und Tin Jedvaj über links schalteten sich stark in die Offensive ein, der FCA hatte viel Mühe, sich überhaupt mal aus der Umklammerung zu befreien.

Als Bailey per Kopf für Havertz auflegte, der ebenfalls mit der Stirn abschloss, fischte Luthe die Kugel gerade noch aus dem Eck (18.). Auf der Gegenseite kam Finnbogason zweimal zum Schuss, erst vorbei, dann griff Lukas Hradecky sicher zu (22.). Dann wieder die klar überlegene Werkself: Aránguiz, der Takt und Tempo vorgab, drehte einen Freistoß ganz knapp am Dreieck vorbei (25.). Nach Steilpass des formverbesserten Bailey rutschte Volland mit dem Knie unglücklich gegen Luthe, der den Ball abwehrte und benommen liegen blieb, nach kurzer Behandlung aber weiter machen konnte (30.). Lars Bender visierte mit links den Winkel des Augsburger Kastens an, hatte aber etwas zu viel Rücklage und setzte den Ball drüber (39.). Die erste Halbzeit erlebte eine klar überlegene Werkself, aber noch keine Treffer.

Weiter nur in eine Richtung

In unveränderter Besetzung ging es nach der Pause weiter, Bayer 04 spielte jetzt auf die Nordkurve zu mit seinen treuesten Fans. Kevin Volland zog von der Strafraumkante ab Richtung langes Eck, wieder war noch ein gegnerisches Bein dazwischen (51.). Kurz darauf sogar eine Dreifach-Chance der Gastgeber nach Vorarbeit von Bailey: Volland scheiterte beim Tunnelversuch mit der Pieke an Luthes Fuß, Havertz' Versuch im Nachfassen wurde von Hinteregger geblockt und Bellarabi knallte den Ball schließlich mit links drüber (55.).

Alario gleich voll da

Die Werkself suchte mit Macht und beharrlich nach der entscheidenden Lücke. Der angeschlagene Tah musste raus, für ihn kam Wendell ins Spiel. Jedvaj verteidigte nun innen (64.). Wenig später nahm Heiko Herrlich einen offensiven Doppelwechsel vor: Lucas Alario und Julian Brandt kamen für Aránguiz und Bailey (72.). Und die Maßnahme fruchtete sofort: Nach Wendells Linksflanke brachte Lars Bender den Ball von der anderen Seite wieder nach innen, Alario stand zentral goldrichtig und traf gegen die Laufrichtung Luthes zur hochverdienten Führung ins Tor (75.). Der Joker hatte gestochen!

Glück in der Schlussphase

Kurz darauf aber Dusel für die Hausherren: Ji traf mit einem noch abgefälschten Linksschuss nur die Unterkante der Latte (81.). Cordova setzte den Ball als halben Fallrückzieher drüber (89.). Es gab vier Minuten Nachspielzeit. Alario kam einen Schritt zu spät gegen Luthe, der erneut Kopf und Kragen riskierte (90.+2). Cordovas Schuss blockte Baumgartlinger noch ab, Khedira traf danach nur das Außennetz, puuh! Danach war Schluss – und unter dem Strich stand ein verdienter 1:0-Erfolg für die Hausherren.

Für Bayer 04 geht es mit einer englischen Woche weiter. Zunächst bestreitet die Werkself ihr abschließendes Gruppenspiel in der Europa League am Donnerstag, 13. Dezember, um 21 Uhr bei AEK Larnaka, drei Tage danach folgt in der Bundesliga die Partie bei Eintracht Frankfurt (Sonntag, 16. Dezember, 18 Uhr).

Die Statistik:

Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Tah (64. Wendell), Dragovic, Jedvaj – Baumgartlinger, Aránguiz (72. Alario) – Bellarabi, Havertz, Bailey (72. Brandt) – Volland

FC Augsburg: Luthe – Framberger, Gouweleeuw, Hinteregger, Max – Khedira, Baier – Hahn (81. Richter), Gregoritsch, Caiuby (87. Cordova) – Finnbogason (61. Ji)

Tor: 1:0 Alario (75.)

Schiedsrichter: Dankert (Rostock)

Gelbe Karten: Bailey – Gouweleeuw, Richter

Zuschauer: 25.558

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