
Wie angekündigt rotierte Cheftrainer Heiko Herrlich im Vergleich zum Spiel gegen Hoffenheim kräftig durch und nahm sechs personelle Veränderungen vor. Sven Bender und Karim Bellarabi, die gegen die TSG mit muskulären Problemen ausgewechselt werden mussten, wurden geschont und standen ebenso nicht im Kader wie Jonathan Tah. Lars Bender, Kai Havertz und Kevin Volland nahmen zunächst auf der Bank Platz. Dafür gaben Charles Aránguiz und Julian Baumgartlinger, der seine Mannschaft heute als Kapitän aufs Feld führte, ihr Startelf-Comeback nach langen Verletzungspausen. Außerdem neu in der Anfangsformation: Aleksandar Dragovic, Dominik Kohr, Leon Bailey und Lucas Alario.
Beide Mannschaften gingen intensiv in die Zweikämpfe und ließen sich gegenseitig wenig Räume. So kamen weder die Werkself noch der FC Zürich in der Anfangsphase in die gefährlichen Zonen – das Spiel fand vor allem zwischen den Strafräumen statt. Bayer 04 hatte zwar mehr Ballbesitz, fand aber gegen rustikal verteidigende Zürcher zunächst kein Durchkommen.
Kohr verfehlt nur knapp
Die erste richtig gute Chance des Spiels besaßen die Gastgeber, als Dominik Kohr auf der rechten Seite Julian Brandt steil schickte, bei dessen Hereingabe aber war Zürichs Rüegg einen Schritt schneller am Ball als Leon Bailey (28.). Zwei Minuten später wäre es fast passiert - aber Kohrs Schuss aus 17 Metern ging haarscharf am linken Pfosten vorbei (30.). Die dickste Chance zur Führung schließlich hatte Lucas Alario. Nach feinem Zuspiel von Mitchell Weiser stürmte der Argentinier alleine auf Zürichs Keeper Brecher zu, der den Schuss von Alario per Fußabwehr entschärfen konnte (45.).
Auch in den zweiten 45 Minuten blieben die Gastgeber spielbestimmend und versuchten den Druck zu erhöhen. Brandt drang über die rechte Seite gefährlich in den Strafraum, aber sein Pass zurück fand keinen Abnehmer (52.). Wenig später versuchte es der deutsche Nationalspieler mit einem Distanzschuss, der aber über den Querbalken ging (58.).
Jedvaj mit Köpfchen
Die Werkself drückte jetzt auf den ersten Treffer - und erzielte diesen nach genau einer Stunde. Nach einer Ecke von Brandt stieg Tin Jedvaj am höchsten und köpfte wuchtig zum 1:0 für Bayer 04 ein (60.). Eine verdiente Führung der Gastgeber, die allerdings wenig später kurz durchatmen mussten, als Rüegg eine Direktabnahme nur knapp am Kasten von Lukas Hradecky vorbeisetzte (62.). Ansonsten aber stand die Werkself in der Defensive gut und stabil. Vor allem Aleksandar Dragovic räumte mit perfektem Zweikampf-Timing und großem Einsatz alles ab, was sich im Ansatz zu gefährlichen Angriffen der Gäste hätte entwickeln können. Vorne erarbeiteten sich die Schwarz-Roten weitere Chancen. Der eingewechselte Isaac Kiese Thelin kam nach einem Klasse-Pass von Jedvaj einen Schritt zu spät (70.), Leon Bailey prüfte Brecher mit einem Distanzschuss (72.), Paulinho scheiterte aus etwas spitzem Winkel noch einmal an Zürichs Torhüter, der Nachschuss von Bailey wurde abgeblockt (86.).
Bayer 04 hatte das Geschehen im Griff, ließ hinten nichts mehr anbrennen und brachte das 1:0 souverän über die Zeit. Mit dem Sieg über Zürich hat die Werkself nicht nur wieder die Tabellenführung in Gruppe A übernommen, sondern sich vorzeitig für die K.o.-Phase in der Europa League qualifiziert, weil das Parallelspiel zwischen Rasgrad und Larnaka 0:0 endete. Damit ist auch der FC Zürich bereits in der nächsten Runde.
Für die Werkself steht am kommenden Sonntag, 11. November, in der Bundesliga die nächste Aufgabe bei RB Leipzig auf dem Programm. Die Partie wird um 15.30 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Jedvaj, Dragovic, Wendell (74. L. Bender) - Kohr, Baumgartlinger, Aránguiz (63. Paulinho) - Bailey, Alario, Brandt (63. Kiese Thelin).
FC Zürich: Brecher - Rüegg, Nef, Maxsö, Bangura - Domgjoni, Kryeziu - Khelifi (56. Palsson), Marchesano (69. Ceesay), Kololli - Odey
Tore: 1:0 Jedvaj (60.)
Schiedsrichter: Pawel Gil (Polen)
Gelbe Karten: Kohr, Baumgartlinger, Dragovic - Marchesano, Maxsö, Kryeziu
Zuschauer: 16.000

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