
„Wir haben das Spiel erhobenen Hauptes beendet und uns mit acht Feldspielerinnen nicht überrollen lassen. In der Schlussphase hat man den Charakter der Mannschaft gesehen, die mit sehr viel Aufopferungsbereitschaft und Hingabe verteidigt hat und sogar noch einzelne Nadelstiche gesetzt hat“, sagte Pätzold: „„Wir hätten uns gern Elf-gegen-Elf mit einer der besten deutschen Mannschaften gemessen und wären gern im Vollbesitz unserer Kräfte ins Spiel gegangen.“ Nach der frühen Roten Karte habe sich sein Team „gut gewehrt und versucht, die Räume eng zu machen“, so der Coach weiter: „ Das ging phasenweise gut. Aber es ist eigentlich nicht unser Spiel, den Gegner so dicht rankommen zu lassen, dafür ist auch der Größenunterschied zu Wolfsburg zu groß.“
Nach dem zweiten Platzverweis war die Partie aus seiner Sicht vorzeitig entschieden. „Nach der zweiten Roten Karte kurz nach dem schnellen 3:1 ging es am Ende der Englischen Woche vor allem darum, keine weiteren Verletzungen zu riskieren“, sagte Pätzold und hob trotz der deutlichen Pleite schließlich noch zwei positive Aspekte hervor: „Ida Daedelow hat ein tolles Startelf-Debüt gezeigt und Anne Moll hat sich mehrfach toll ausgezeichnet und uns vor einer höheren Niederlage bewahrt.“
Nur drei Tage nach dem spät errungenen 2:2 im Derby beim 1. FC Köln war die Werkself mit sechs Änderungen in der Anfangsformation ins Spiel gegangen. Torhüterin Voll, Estrella Merino Gonzalez, die am Freitag vom DFB mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber bei den U19-Juniorinnen ausgezeichnet wurde, Lilla Turanyi, Katharina Piljic, Startelf-Debütantin Daedelow und Caroline Kehrer ersetzten Friederike Repohl (Oberschenkelprobleme), Julia Mickenhagen, Selina Ostermeier, Juliette Vidal (angeschlagen), Sofie Zdebel (krank) und Valentina Mädl. Neben Zdebel fiel auch Loreen Bender krankheitsbedingt aus, dafür stand Jana Lindner aus der U23 erstmals im Bundesliga-Kader.
Die Partie begann für Schwarz-Rot bitter. Keine halbe Minute war gespielt, da eilte Voll nach einem langen Ball von Svenja Huth auf Lineth Beerensteyn aus ihrem Tor - und kam gegen die Wolfsburger Stürmerin zu spät. Schiedsrichterin Davina Lutz zückte sofort die Rote Karte. Damit war Pätzold früh zum Wechseln gezwungen: Ruby Grant musste raus, für sie kam Keeperin Moll zu ihrem Saisondebüt - ihr zweiter Bundesliga-Einsatz und zugleich der erste nach mehr als zwei Jahren.
Der anschließende Freistoß von Janina Minge zischte knapp über die Latte. In Überzahl riss der deutsche Vizemeister die Partie erwartungsgemäß an sich, die Werkself lauerte auf Konter. So probierte es Carlotta Wamser nach einem halbhohen Pass von Vanessa Fudalla am langen Pfosten, bekam aber nicht genügend Druck hinter ihren Abschluss (13.).






Acht Minuten später konnte sich Moll bei einem wuchtigen Schuss von Beerensteyn erstmals auszeichnen. Die Wölfinnen drängten nun auf das 1:0: Wenige Sekunden später landete ein Kopfball von Alexandra Popp knapp neben dem Tor, in der nächsten Aktion machte sie es besser: Per Hacke erzielte die Ex-Nationalspielerin die verdiente Gäste-Führung (23.). Danach engte der VfL die Leverkusenerinnen in der eigenen Hälfte ein, dank leidenschaftlicher Defensivarbeit verhinderte die Pätzold-Elf aber weitere Großchancen. Konter-Möglichkeiten gab es dafür nur selten, zu groß war der Dauer-Druck. Einen weiteren Popp-Kopfball parierte Moll ohne Mühe (37.). Kurz vor der Pause erhöhten die Wölfinnen auf 2:0. Eine Flanke von Huth nickte Popp zum Doppelpack ein (43.). Anschließend sah Werkself-Torwarttrainer Patrick Bade wegen Meckerns die Rote Karte. Mit dem 0:2-Rückstand ging es nach einer ereignisreichen ersten Hälfte in die Kabinen.
Für die zweiten 45 Minuten ersetzte Innenverteidigerin Melissa Friedrich Mittelfeldspielerin Daedelow, dementsprechend stellte Pätzold auf eine Fünferkette um. Hatte Halbzeit eins noch denkbar ungünstig begonnen, startete die Werkself perfekt in Durchgang zwei: Nach einem Freistoß von Merino Gonzalez erzielte Wenger per Kopf ihren ersten Pflichtspieltreffer für Bayer 04 (46.). Nur zwei Minuten später stellte jedoch Beerensteyn aus abseitsverdächtiger Position den alten Abstand wieder her. Wenig später standen nur noch neun Leverkusenerinnen auf dem Platz. Turanyi stieg Huth auf den Fuß und sah ebenfalls Rot (51.).






Zehn Minuten später landete eine Bogenlampe der Ex-Leverkusenerin Janou Levels, im Sommer nach Wolfsburg gewechselt, auf der Latte. Zu Beginn der letzten halben Stunde wechselte Pätzold dreifach: Mickenhagen, Paulina Bartz und Mädl ersetzten Fudalla, Kapitänin Kristin Kögel und Kehrer. Anschließend probierte es Merino Gonzalez aus der Distanz, ihr Schuss war aber kein Problem für Stina Johannes im Wolfsburger Tor.
In doppelter Unterzahl wehrten sich die Bayer 04-Frauen nach Kräften, offensiv kamen sie allerdings kaum noch zur Geltung. Stattdessen erhöhten die Gäste nach einer Ecke auf 4:1, der Ball sprang vom Kopf von Wenger ins eigene Tor (72.). Angesichts des klaren Zwischenstands neutralisierten sich beide Teams in den Schlussminuten weitgehend - bis zwei Minuten vor dem Abpfiff. Erst fischte Moll einen Kopfball der eingewechselten Cora Zicai per Glanzparade aus dem Winkel, die anschließende Ecke nutzte die ebenfalls eingewechselte Guro Bergsvand zum 5:1-Endstand (88.).
Nach der Englischen Woche pausiert die Google Pixel Frauen-Bundesliga am kommenden Wochenende. Stattdessen sind einige Spielerinnen mit ihren Nationalmannschaften im Einsatz. Anschließend trifft das Pätzold-Team am Sonntag, 2. November (13 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) in der ad hoc Arena im Ernst-Abbe-Sportfeld auf Carl Zeiss Jena.
Die Highlights:
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Die Statistik:
Bayer 04: Voll - Merino Gonzalez, Wenger, Turanyi, Wamser - Daedelow (46. Friedrich), Piljic - Grant (3. Moll), Kögel (63. Bartz)- Kehrer (63. Mädl), Fudalla (63. Mickenhagen)
VfL Wolfsburg: Johannes - Bussy, Dijkstra (78. Bergsvand), Küver, Levels (78. Pujols Parera)- Bjelde (64. Zicai), Minge, Kielland, Huth - Popp (64. Linder), Beerensteyn (78. Vallotto)
Tore: 0:1 Popp (23.), 0:2 Popp (43.), 1:2 Wenger (46.), 1:3 Beerensteyn (51.), 1:4 Wenger (72., Eigentor), 1:5 Bergsvand (88.)
Rote Karte: Voll (1., Notbremse), Bade (Torwarttrainer Bayer 04, wegen Meckerns, 43.), Turanyi (51., grobes Foulspiel)
Gelbe Karten: keine
Schiedsrichterin: Davina Lutz (Poppenhausen)
Zuschauer: 1381 im Ulrich-Haberland-Stadion

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