
Das Ticket fürs Sechzehntelfinale (14./21. Februar 2019) ist bereits seit dem vierten Spieltag gezogen. Doch aus welchem Topf der Werksklub am Montag (bei der Auslosung in Nyon) gezogen wird, entscheidet sich erst heute Abend. Und zwar im Fernduell um Platz 1 mit dem Gruppenzweiten FC Zürich, der einen Punkt weniger auf dem Konto hat und zeitgleich in Rasgrad gefordert ist. Mit einem Sieg verteidigt die Werkself den Platz an der Sonne, bei jedem anderen Ergebnis sind die Schwarz-Roten auf bulgarische Schützenhilfe angewiesen. Doch bei insgesamt erst vier Rasgrader Treffern (davon drei gegen Bayer 04) tut die Herrlich-Equipe gut daran, selbst ihre Hausaufgaben zu machen und im GSP Stadium die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Oder treffender formuliert: auf den Fuß!
Eins vorweg: Die Werkself geht natürlich als klarer Favorit in das Duell mit dem (zweifachen) Pokalsieger Zyperns. Ganz belächeln sollte man den Gegner aus Larnaka dennoch nicht. Zumal das Spiegelbild dabei sicherlich mit einer Fratze zurückgrinsen würde. Das belegt der Blick auf die Gegentore. Dort steht bei den Schwarz-Roten eine 8 – und damit mehr als die anderen Teams in der Gruppe A kassiert haben. In Vertretung von Lukas Hradecky und Rambo Özcan wird Thorsten Kirschbaum in seinem ersten Pflichtspiel mit dem Kreuz auf der Brust heute Abend (mit dem Rest der Werkself) dafür sorgen, dass keine weiteren hinzukommen. Das wäre zugleich ein guter Schutz, sich gegen die Heimstärke der Zyprioten zu wehren. Auf internationaler Bühne kassierte der AEK Larnaka seit dem Jahr 1994 in 21 Duellen bloß fünf Niederlagen (12 Siege, 5 Unentschieden) – zuletzt Ende September im ersten Gruppenspiel gegen den FC Zürich (1:0). Und das, obwohl die Larnakesen den Großteil ihrer Europapokal-Spiele – wie auch heute – in der knapp 60 Kilometer entfernten Landes-Hauptstadt Nikosia austragen.
Zurück zum eigentlichen Wesentlichen in dieser wundervollen Sportart: Tore! Diesbezüglich konnte man bei der Werkself zu Beginn Europa-League-Gruppenphase wirklich davon ausgehen, es handle sich um eine Art Ballerspiel. Doch nach den neun Buden in den ersten drei Gruppenspielen ist der schwarz-roten Tormaschine in den jüngsten beiden Partien offenbar etwas der Treibstoff ausgegangen: Nur ein Törchen gegen Zürich und eins gegen Rasgrad sprangen am Ende aus den vielen Chancen heraus. Trotzdem können sich die bislang elf Euro-Treffer auf der Haben-Seite sehen lassen – nur Sevilla, Salzburg und Frankfurt (je 15) trafen häufiger. Und siehe da: Schon jetzt Vereinsrekord! (Achtung, Streberwissen: Bislang glückten den Leverkusenern nie mehr als 9 Treffer in den sechs UEL-Gruppenspielen.) Umso besser, dass die Preise für Treibstoff in den vergangenen Tagen wieder gesunken sind – vielleicht ja auch für Zielwasser. (Achtung, nochmal Streberwissen: Nur in den beiden Hinspielen gegen Ludogorets und Larnaka konnten die Schwarz-Roten in Person von Kai Havertz in der ersten Halbzeit netzen – alle anderen Treffer fielen nach dem Pausentee!)
Als Treter-Truppe ist die Werkself jetzt nicht unbedingt bekannt – sodass sich die „Strafen“-Statistik der UEFA liest wie die griechischen Schriftzeichen auf Zypern. Dennoch, 16 (!) Gelbe Karten stehen dort zu Buche – das sind rund drei pro Spiel. Eine Anzahl, die Dominik Kohr bereits alleine gesehen hat – er führt damit das schwarz-rote „Rüpel“-Ranking an und musste dafür zuletzt aussetzen (Regelkunde: Bis zum Halbfinale wird ein Spieler erstmals nach drei Gelben Karten gesperrt und danach bereits nach jeder zweiten Verwarnung). Gleiches Schicksal droht nun Aleksandar Dragovic, Lars Bender und Isaac Kiese Thelin, die mit jeweils zwei Gelben Karten vorbelastet sind und sich für das Hinspiel des Sechzehntelfinals selbst aus dem Kader streichen könnten. Ein bisschen beruhigend ist, dass sich der Schiedsrichter der heutigen Partie, Francois Letexier aus Frankreich, in seinem einzigen Europa-League-Einsatz (Sporting Lissabon – Qarabag Agdam, Gruppe D) eher nicht als Farbenfan geoutet hat und nur einmal Gelb in die Höhe hielt. Angesichts des nickligen Hinspiels mit neun Gelben Karten (davon vier für Larnaka) wäre es toll, wenn das so bleibt! Für den 29-Jährigen, der in seinem Heimatland bereits schon 62 Erstliga-Spiele geleitet hat und 2017 zum jüngsten FIFA-Schiedsrichter ausgezeichnet wurde, ist es übrigens der erste Einsatz bei einem Spiel mit deutscher Beteiligung. An dieser Stelle: Viel Vergnügen mit der Werkself!
Hinspiel-Ergebnis: 4:2 (H)
Schiedsrichter: Francois Letexier (Frankreich)
Vorhergesagte Temperatur: 13 Grad, teils bewölkt
Im TV zu sehen auf: DAZN, Zusammenfassung ab 23.40 Uhr bei RTL Nitro


Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself.
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