
In der dritten Englischen Woche in Folge nahm Heiko Herrlich drei personelle Wechsel im Vergleich zum Dortmund-Spiel vor. Anstelle von Jonathan Tah, Julian Brandt und Lucas Alario begannen diesmal Aleksandar Dragovic, der in der Bundesliga noch rotgesperrte Karim Bellarabi und Leon Bailey in der Startelf.
Die Ausgangslage war klar: Nach dem 3:2-Sieg im ersten Gruppenspiel bei Ludogorets Rasgrad wollte Bayer 04 heute den zweiten Dreier holen und die Tabellenführung in Gruppe A behaupten.
Die Werkself war schnell um Spielkontrolle bemüht, aber die Gäste aus Zypern versteckten sich keineswegs, sondern suchten ihrerseits den Weg nach vorne. Die erste dicke Chance besaß aber Bayer 04 nach einer knappen Viertelstunde. AEK-Keeper Tono faustete eine Ecke von Bailey vor die Füße von Sven Bender, der direkt aus 13 Metern abzog, aber nur den Pfosten traf (14.). Zwei Minuten später wurde der Winkel für Bellarabi nach Doppelpass mit Havertz zu spitz, so dass Tono keine Mühe hatte (17.).
Einigermaßen überraschend dann die Führung für Larnaka nach einer kurz ausgeführten Ecke. Die anschließende Flanke verlängerte Giannou im Kopfballduell mit Sven Bender auf Trickovski, der von Dragovic nicht entscheidend am Schuss gehindert werden konnte. Der Mazedonier in Diensten von AEK versenkte den Ball zum 1:0 für die Gäste (25.). Wenig später blieb der Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Aranovskiy aus, als Havertz im Strafraum von Hevel klar zu Fall gebracht wurde (27.).
Die Werkself blieb am Drücker, tat sich aber schwer gegen die unbequemen Gäste. Weiser prüfte Tono mit einem Distanzschuss (33.), auch bei Havertz’ Schlenzer aus 18 Metern konnte der AEK-Keeper zur Ecke klären (42.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang den Gastgeber schließlich aber der verdiente Ausgleich. Ein feines Zuspiel von Bellarabi schob Havertz cool zum 1:1 ins Tor (44.) - sein dritter Europa-League-Treffer im zweiten Spiel.
Zur zweiten Halbzeit brachte Herrlich den Argentinier Lucas Alario für den Jamaikaner Leon Bailey ins Spiel. Und der Joker stach schnell zu, als er eine von Bellarabi geschlagene und von Havertz mit dem Rücken abgefälschte Flanke zur 2:1-Führung für Bayer 04 ins Tor spitzelte (50.).
Larnaka blieb freilich ein gefährlicher Gegner, der weiterhin seine Chancen suchte. So musste sich Lukas Hradecky mächtig strecken, um einen platzierten Schuss von Hevel zu entschärfen (56.). Auf der anderen Seite parierte Tono einen spektakulären Fallrückzieher von Havertz (64.) und verhinderte damit ein Traumtor. Sechs Minuten später hatte der 19-Jährige, der wieder an nahezu jeder gefährlichen Aktion der Werkself beteiligt war, seinen Dienst getan. Für Havertz kam Brandt ins Spiel.
Die Partie wurde nun ruppiger und zerfahrener. Schiedsrichter Aranovskiy verteilte insgesamt neun Gelbe Karten. Larnaka machte noch einmal Druck, die Werkself versuchte über Konter den entscheidenden Schlag zu setzen. Tono klärte zunächst stark gegen Brandt (84.), drei Minuten später aber war er chancenlos, als Alario nach fantastischem Pass von Volland zum 3:1 vollendete und damit turbulente Schlussminuten einläutete (88.). Denn die Zyprer verkürzten in der zweiten Minute der Nachspielzeit auf 2:3. Zittern mussten die Fans von Schwarz-Rot aber nicht lange. Denn Julian Brandt machte im Gegenzug - erneut nach starker Vorarbeit von Volland - endgültig den Deckel drauf (90.+3) und schoss zum 4:2-Endstand ein. „Wir freuen uns über die sechs Punkte und tanken daraus Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben", sagte Bayer 04-Cheftrainer Heiko Herrlich nach der Partie. Mit dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel behauptete die Werkself ihre Tabellenführung in Gruppe A. Im Parallelspiel gewann Zürich mit 1:0 gegen Ludogorets Rasgrad und hat damit wie Bayer 04 sechs Punkte, aber das schlechtere Torverhältnis.
Am kommenden Sonntag, 7. Oktober, ist Bayer 04 wieder in der Bundesliga gefordert. Die Werkself tritt dann beim SC Freiburg an. Anpfiff der Partie ist um 13.30 Uhr.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Dragovic, S. Bender, Wendell – Kohr (83. Jedvaj), L. Bender – Bellarabi, Havertz (70. Brandt), Bailey (46. Alario) - Volland
AEK Larnaka: Tono - Igor Silva, Mikel Gonzalez, Mojsov, Truyols - Hevel, Nacho Cases (82. Gbayara) - Acoran Barrera, Trickovski, Joan Tomas (67. Tete) - Giannou (89. Raspas)
Tore: 0:1 Trickovski (25.), 1:1 Havertz (44.), 2:1 Alario (50.), 3:1 Alario (88.), 3:2 Raspas (90.+2), 4:2 Brandt (90.+3)
Schiedsrichter: Yevhen Aranovskiy (Ukraine)
Gelbe Karten: Kohr, Wendell, Bellarabi, Dragovic, S. Bender - Gonzalez, Cases, Acoran, Igor Silva
Zuschauer: 24.000

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