
Im Vergleich zum 2:0-Erfolg beim BK Häcken in der UEFA Europa League nahm Cheftrainer Xabi Alonso acht Wechsel in der Anfangsformation vor. Einzig für die beiden Defensivmänner Jonathan Tah und Edmond Tapsoba ging es erneut von Anfang an los, zudem startete Victor Boniface wieder in der Offensive.
In der ausverkauften BayArena gelang Dortmund ein Start nach Maß: Im ersten Angriff des BVB behauptete sich Niclas Füllkrug mit dem Rücken zum Tor im Duell mit Tapsoba und bediente daraufhin den eingelaufenen Julian Ryerson, der aus kurzer Distanz an Lukas Hradecky vorbei zum 1:0 einnetzte. Doch im weiteren Verlauf der Begegnung bestimmte die Werkself mit sehenswerten Ballstafetten die Partie, die nun fast ausschließlich in der Hälfte der Dortmunder stattfand. Immer wieder fand die Alonso-Auswahl die Lücken in der gegnerischen Defensive, nur an einem gelungenem Abschluss mangelte es bislang noch. Die beste Gelegenheit bot sich Granit Xhaka, der auf halbrechter Position an der Strafraumkante per Volleyschuss abzog, sein Schuss ging nur knapp am rechten Pfosten vorbei (20.). Dem Schweizer war abermals eine starke Vorarbeit von Jeremie Frimpong, der auf der rechten Außenbahn immer wieder seinen Gegenspieler Jamie Bynoe-Gittens stehen ließ. So auch in den Folgeminuten, doch seine Hereingaben fanden bis dato keinen Abnehmer.





Anders dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte: Nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte ging der Ball über Boniface und Jonas Hofmann zu Frimpong, der wieder flankte und dieses Mal in Florian Wirtz am langen Pfosten seinen Abnehmer fand - die Nr. 10 der Werkself knallte den wuchtigen Schuss mithilfe der Latten-Unterkante ins Tornetz, der VAR schaltete sich allerdings ein. Schiedsrichter Daniel Siebert nahm daraufhin den Treffer wegen einer Abseitsstellung von Boniface zurück, so ging es aus Sicht von Schwarz-Rot mit dem 0:1-Rückstand in die Kabine.
Auch nach dem Wiederanpfiff zeigte sich ein ähnliches Bild: Die Hausherren drückten, das Team von Edin Terzic konzentrierte sich ausschließlich auf das konsequente Verteidigen. Bayer 04 erhöhte nun die Schlagzahl auf den Kasten von Gregor Kobel sogar nochmal: In der 57. Minute hielt erst Hofmann, dann Wirtz drauf, doch der BVB-Schlussmann entschärfte die gefährliche Situation. Weiter ging es nur vier Minuten danach mit einem Doppel-Versuch: Palacios probierte es frontal aus kurzer Distanz, der Ball kam zurück ins Feld und Wirtz setzte nach, doch abermals faustete Kobel die Kugel weg. Jedoch ließ der Druck der Leverkusener nicht nach: Nach Ballverlust von Emre Can im eigenen Strafraum eroberte Boniface den Ball, Wirtz legte in der Folge ab auf Xhaka, der Schweizer setzte seinen Schuss über den Kasten (73.) - der Ausgleich war nun längst überfällig.





In der 79. Minute war es dann Boniface, der die Werkself endlich für ihre Bemühungen belohnte: Der nur wenige Momente zuvor eingewechselte Patrik Schick sah im Fünfmeterraum seinen Stürmer-Kollegen per Steckpass, so musste Boniface nur noch einschieben und markierte damit den 1:1-Endstand. Die Werkself ist damit nun wettbewerbsübergreifend seit 20 Spielen ungeschlagen und bleibt Tabellenführer der Bundesliga.
Es folgt eine weitere Englische Woche: In drei Tagen steigt die nächste Partie in der BayArena, am Mittwoch um 18 Uhr geht es im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Zweitligisten SC Paderborn 07. Am darauffolgenden Sonntag, 10. Dezember (Anstoß: 15.30 Uhr), gastiert der Bayer dann im Rahmen des 14. Bundesliga-Spieltags beim VfB Stuttgart.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Tah, Kossounou, Hofmann (64. Adli), Wirtz, Tapsoba, Grimaldo, Boniface, Palacios (79. Schick), Frimpong, Xhaka
Borussia Dortmund: Kobel – Schlotterbeck (64. Papadopoulos), Reus (84. Meunier), Füllkrug, Hummels, Wolf, Brandt, Sabitzer, Can, Ryerson, Bynoe-Gittens (64. Adeyemi)
Tore: 0:1 Ryerson (5.), 1-: Boniface (79.)
Gelbe Karten: Frimpong, Palacios, Kossounou - Hummels, Wolf
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft) in der BayArena

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