
Im Interview mit bayer04.de sprach Lomb unter anderem über den historischen Moment auf dem Balkon der BayArena, Schlüsselmomente der laufenden Saison und den Spagat zwischen Profifußball und Studentenleben.
04 Fragen an Niklas Lomb
Niklas, wie fühlen sich deine ersten Tage als Meister an?
Lomb: Tatsächlich gar nicht wirklich anders. Wir stecken noch mitten in der Saison, alle drei Tage folgt das nächste Highlight. Daher müssen wir den Fokus immer weiter hochhalten. Manchmal liege ich auf der Couch und dann laufen Zusammenfassungen unserer Spiele im Fernsehen. Da kriege ich dann doch richtig Gänsehaut. Es ist ein ganz besonderes Gefühl gepaart mit unendlich viel Stolz. Wir haben glaube ich alle noch gar nicht realisiert, was wir da geleistet haben.
Was besonders berührt hat bei den Feierlichkeiten nach dem Abpfiff, sind die Lomb-Jubelgesänge der Fans, als sie dich auf dem Balkon gesehen haben. Wie hast du das empfunden?
Lomb: Es fing schon beim Europa-League-Spiel gegen West Ham United an, als die Fans vor dem Spiel das Plakat für mich ausgerollt hatten. Das hat mich sehr berührt und macht was mit mir. Da hatte ich tatsächlich etwas Flüssigkeit in den Augen. Natürlich ist es nicht immer einfach, im Hintergrund zu agieren. Man muss sich da schon immer wieder motivieren und dranbleiben. Aber ich liebe meinen Job und als Teamplayer nehme ich meine Aufgabe zu 100 Prozent an und stelle mich in den Dienst der Mannschaft. Das ist für mich selbstverständlich, ich brauche kein Lob dafür. Wenn du dann da oben auf dem Balkon stehst, gerade Deutscher Meister geworden bist und dann rufen tausende Menschen deinen Namen, dann ist das unbeschreiblich schön.











Gab es einen Moment in dieser Saison, als dir klar wurde: Dieses Jahr kann ein ganz Besonderes werden?
Lomb: Wir wussten im Sommer, dass wir eine gewisse Qualität haben. Aber um Deutscher Meister zu werden, reicht nicht nur Qualität. Du musst konstant die Spiele so spielen, wie wir es dann getan haben. Deswegen waren wir auch immer zurückhaltend. Wir haben von Block zu Block gedacht und wollten es erst glauben, als es rechnerisch nicht mehr anders möglich war. Ein Knackpunkt war sicherlich das Spiel gegen die Bayern, aber danach hatten wir trotzdem noch nichts erreicht. Das ist im Nachhinein immer leicht gesagt. Es gab da noch so viele besondere Spiele: Ich erinnere mich an die beiden Qarabag-Spiele, gegen Stuttgart im DFB-Pokal, das Duell gegen Hoffenheim zuhause oder als die Bayern in Mainz vorgelegt hatten und wir nachziehen mussten. Dass wir überall standgehalten haben, spricht für unsere starke Mentalität. Es gab also definitiv nicht diesen einen Punkt, sondern viele Schlüsselmomente.
Wie sieht eigentlich dein Leben abseits des Platzes aus?
Lomb: Ich studiere Sport Business Management. Ich hatte mich nach dem Abi erstmal voll auf den Sport konzentriert. Aber, wenn ich vom Training nach Hause gekommen bin, haben alle meine Freunde studiert oder gearbeitet. Das hat mich nicht befriedigt. Deshalb war es mir wichtig, dass ich mich auch weiterbilde, um irgendwann mal auf dem Arbeitsmarkt etwas in der Hand zu haben. Gerade ist tatsächlich Klausuren-Phase. Da lerne ich nach dem Training nochmal drei bis fünf Stunden. Ich habe natürlich kein typisches Studentenleben, sondern muss mir viel selbst beibringen. Im Moment lerne ich für Wirtschaftsmathematik. Das ist hart, aber im besten Fall könnte ich dann im Mai nicht nur mindestens einen Titel, sondern auch eine bestandene Prüfung feiern. (lacht)

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