Tor-Debüts für Zdebel und Boboy: Frauen schlagen Freiburg zum Rückrunden-Auftakt

Die Bayer 04-Frauen haben sich mit ihrem sechsten Pflichtspielsieg in Folge aus dem Jahr 2024 verabschiedet. Gegen den SC Freiburg gewann das Team von Trainer Roberto Pätzold am Samstagnachmittag zum Auftakt der Rückrunde 2:0 (1:0). Sofie Zdebel (17.) sorgte mit ihrem ersten Bundesliga-Tor für den siebten Saisonsieg im elften Spiel, mit der letzten Aktion der Partie erzielte Delice Boboy (90.+5) ebenfalls ihren Premieren-Treffer und damit den Endstand. Die Werkself verbesserte ihr Punktekonto nach der besten Hinrunde der Klub-Geschichte auf 26 und distanzierte die Breisgauerinnen auf sechs Zähler.
Torjubel der Bayer 04-Frauen

„Wir freuen uns sehr über diesen positiven Jahresabschluss nach einer super Hinrunde. Das war die richtige Antwort auf das Theater rund um das Hinspiel. Wir sind cool geblieben, haben einmal mehr eine sehr imposante Partie mit viel Tempo und Leidenschaft geliefert und hochverdient gewonnen“, sagte Pätzold: „Die Spielerinnen haben sich die drei Wochen Urlaub redlich verdient. Wir haben wieder zu Null gespielt und die Voraussetzungen sind gut, dass wir unsere Serie auch im neuen Jahr fortsetzen.“ Einmal mehr lobte der Trainer „das Kollektiv, das uns stark macht“ und auch diesmal die Basis für den Erfolg bildete. „Nach der Freiburger Großchance, die Rike (Friederike Repohl, Anm. d. Red.) sehr stark pariert hat, haben wir uns ein klares Übergewicht erspielt und sind immer wieder über den Flügel durchgekommen. Wir sind verdient in Führung gegangen und haben die Probleme in Umschaltsituationen gut korrigiert“, so Pätzold: „In der zweiten Hälfte sind wir mit einer Großchance super reingekommen. Danach hat Freiburg den Druck etwas erhöht, in dieser Phase ging es hin und her. Wir haben es stark verteidigt und mit der letzten Aktion hat uns Delice erlöst.“

Am Freitag hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das annullierte Hinspiel in Freiburg, das die Werkself 3:2 gewonnen hatte, für Sonntag, 26. Januar (12 Uhr) neu terminiert. Pätzold veränderte seine Startelf nach dem 1:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg in der Vorwoche auf einer Position: Emilie Bragstad ersetzte in der Innenverteidigung die gelbgesperrte Selina Ostermeier

Zdebel-Strahl zur Führung

Beide Teams legten aktiv los und suchten die Offensive, nach nicht einmal 40 Sekunden sah die frischgebackene Freiburger Nationalspielerin Cora Zicai für ein taktisches Foul die Gelbe Karte. Nach neun Minuten verhinderte Repohl mit einem spektakulären Reflex den frühen Rückstand. Bei einem schnell vorgetragenen SC-Konter machte sich die Torhüterin im Eins-gegen-Eins gegen Selina Vobian ganz groß und klärte mit dem linken Arm zur Ecke (9.). Davon wachgerüttelt rissen die Leverkusenerinnen die Spielkontrolle an sich - und belohnten sich in Person von Zdebel. Die Mittelfeldspielerin, die Mitte November beim 1:0 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Turbine Potsdam ihren ersten Pflichtspieltreffer für Bayer 04 erzielt hatte, fasste sich nach einer abgefälschten Flanke aus rund 18 Metern ein Herz. Aus zentraler Position drosch die 20-Jährige den Ball mithilfe des Innenpfostens ins Tor (17.). Es war im 55. Spiel der erste Bundesliga-Treffer ihrer Karriere.

Mit dem 1:0 im Rücken dominierte Schwarz-Rot das Geschehen mehr und mehr. Nach einer flachen Hereingabe von Estrella Merino Gonzalez schoss Loreen Bender aus vollem Lauf am Fünfmeterraum über das Tor (25.). Auf der Gegenseite stand die Leverkusener Defensive weiterhin stabil, Gefahr kam erst kurz vor dem Pausenpfiff wieder auf. Erst verfehlte Zicai das Tor aus rund 20 Metern nur knapp (42.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war dann Repohl bei einem Eckball, der sich gefährlich in Richtung Tor senkte, erneut auf dem Posten und fischte den Ball zur Seite. So ging es mit der knappen, aber verdienten Führung in die Kabinen.

Sofie Zdebel beim Torabschluss

Im zweiten Durchgang gehörte der Werkself die erste Großchance. Caroline Kehrer lief nach einem schnellen Gegenangriff frei auf das SC-Tor zu. Torhüterin Rafaele Borggräfe bewahrte die Ruhe und parierte stark mit dem Fuß (49.). Danach überließen die Gastgeberinnen meist Freiburg den Ball, bei einzelnen Offensivaktionen ließ die Mannschaft von Trainer Nico Schneck immer wieder ihre individuelle Klasse aufblitzen. 

Sein Gegenüber Pätzold reagierte auf den zunehmenden Freiburger Druck und brachte Karolina Lea Vilhjalmsdottir für Bender ins Spiel (64.). Die Werkself agierte wieder offensiver, zwingende Gelegenheiten zum 2:0 sprangen dabei aber vorerst nicht heraus. Für die Schlussviertelstunde ersetzte Boboy ihre Sturmkollegin Cornelia Kramer.

Bis auf Standards ließ das Pätzold-Team auch in den letzten Minuten kaum etwas zu. Juliette Vidal (für Kristin Kögel) und Shen Menglu (für Zdebel) halfen mit, den Sieg über die Zeit zu retten. Mit der letzten Aktion der Partie lief Boboy frei auf Borggräfe zu und schob lässig zum 2:0-Endstand ein. Auch für die Stürmerin war es der erste Bundesliga-Treffer ihrer jungen Karriere.

Erst Winterpause, dann Hinspiel-WiederholUNG

Für die Werkself beginnt nun die dreiwöchige Winterpause. Die erste Trainingseinheit im neuen Jahr ist für den 6. Januar angesetzt. Vom 12. bis 19. Januar reisen die Leverkusenerinnen für ein Trainingslager an die spanische Mittelmeerküste nach Oliva Nova. Als erstes Pflichtspiel folgt dann am Sonntag, 26. Januar (12 Uhr) in Freiburg die Wiederholung des Hinspiels gegen den SC. Eine Woche später steht der noch nicht zeitgenau terminierte 13. Spieltag bei Herbstmeister Eintracht Frankfurt an.

Die Statistik:

Bayer 04: Repohl - Merino Gonzalez, Bragstad, Turanyi, Levels - Zdebel (83. Menglu), Piljic - Bender (64. Vilhjalmsdottir), Kögel (83. Vidal) - Kramer (76. Boboy), Kehrer

SC Freiburg: Borggräfe - Stegemann (68. Gudorf), Steuerwald (68. Schasching), Stierli, Karl - Karich, Felde - Egli (56. Campbell), Vobian (84. Blumenberg), Zicai - Martinez (84. Cin)

Tore: 1:0 Zdebel (17.), 2:0 Boboy (90.+5)

Gelbe Karten: Piljic, Kögel, Pätzold (Trainer), Menglu - Zicai, Karl, Schneck (Trainer)

Schiedsrichterin: Dr. Riem Hussein (Bad Harzburg)

Zuschauer: 629 im Ulrich-Haberland-Stadion

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