
„Es war ein hartes Stück Arbeit und ein intensives und zerfahrenes Spiel, das für die Zuschauer attraktiver war als für die Trainer, dafür gab es aber auch Spannung bis zur letzten Minute. Nach einem guten Start hat es uns Freiburg sehr schwer gemacht, wir haben Moral gezeigt und unser Spiel immer besser strukturiert“, sagte Pätzold: „Nach der Pause haben wir etwas umgestellt, aber weiterhin nicht zu einem kontrollierten Spielaufbau gefunden. Wir hätten einige Kontersituationen zum 3:1 ausspielen können und wären dann durch den zweiten Elfmeter beinahe um unseren Lohn gebracht worden. Es war ein großer Abnutzungskampf, aber unterm Strich sind wir der verdiente Sieger.“
Der Coach ließ genau die elf Spielerinnen beginnen, die auch beim 4:0 im letzten Test der Vorbereitung gegen Fortuna Sittard in der Anfangsformation gestanden hatten. Vor der neuen Kapitänin Friederike Repohl im Tor, die ihr 50. Bundesligaspiel für die Werkself absolvierte, verteidigten Synne Skinnes Hansen, Selina Ostermeier, Lilla Turanyi und Janou Levels. Das Mittelfeld bildeten Katharina Piljic, Juliette Vidal, Karolina Lea Vilhjalmsdottir und Kristin Kögel, im Sturm begannen Caroline Kehrer und Cornelia Kramer. Damit standen vier der sechs im Sommer verpflichteten Spielerinnen in der Startelf.
Beide Teams begannen schwungvoll. Nach einem ersten Vorstoß der Gastgeberinnen sorgte Kehrer bei ihrem Bundesliga-Debüt für den ersten Abschluss aufs Tor, Rafaela Borggräfe war auf dem Posten (4.). In einer kampfbetonten Anfangsphase erspielten sich die Bayer 04-Frauen nach und nach leichte Feldvorteile.
Kurz darauf brachte ein Strafstoß dem SC die Führung. Turanyi erwischte bei einer Abwehraktion im Sechzehner die Freiburger Kapitänin Lisa Karl. Den Foulelfmeter parierte Repohl zunächst stark, doch Schiedsrichterin Theresa Hug ließ die Aktion wiederholen, da die Torhüterin zu früh die Linie verlassen hatte. Den zweiten Versuch verwandelte Schasching sicher zum 1:0 (15.). Der Treffer verlieh den Breisgauerinnen Sicherheit. Drei Minuten später klärte Repohl eine Direktabnahme von Shekiera Martinez.
Die Leverkusenerinnen bemühten sich in der Folge um mehr Spielkontrolle, doch der SC hielt druckvoll dagegen. Ein Traumtor von Levels bescherte den ganz in Weiß gekleideten Gästen den Ausgleich. Nach einer flachen Hereingabe von Kehrer legte Vilhjalmsdottir präzise an den Rand des Sechzehners ab. Dort schlenzte die niederländische Außenverteidigerin den Ball unhaltbar für Borggräfe mit rechts in den Winkel (37.). Kurz vor der Pause drehten die Bayer 04-Frauen die Partie komplett. Nach einer Ecke von Levels traf zunächst Vilhjalmsdottir den Ball nicht perfekt, im Nachsetzen drosch ihn Ostermeier eiskalt zur Pausen-Führung ins linke Eck (45.).






Nach dem Seitenwechsel knüpften die Gäste an ihre starke Schlussphase der ersten Hälfte an. Kehrer leitete einen Steilpass auf Kramer weiter. Der Schuss der Dänin geriet zu zentral (53.). Die folgende Ecke köpfte Kehrer knapp über die Latte. Weitere Chancen ergaben sich danach nicht, Bayer 04 verwaltete die Führung konzentriert. Freiburg wechselte bis zur 64. Minute dreifach, um die Offensive zu beleben.
Eine Viertelstunde vor Schluss wechselte auch Pätzold erstmals, für Vilhjalmsdottir kam in Vanessa Haim der fünfte Zugang des Sommers neu ins Spiel. Kurz darauf gaben auch Julie Jorde (für Piljic) und Estrella Merino Gonzalez (für Kehrer) ihr Saisondebüt. Die Gäste verteidigten ihre Führung weiterhin leidenschaftlich und gestatteten dem SC kaum gefährliche Offensivaktionen.
Zehn Minuten vor Schluss zeigte Hug erneut auf dem Punkt, nachdem Skinnes Hansen Samantha Steuerwald geschoben haben soll. Die eingewechselte Campbell verwandelte (81.). Fünf Minuten später folgte der dritte Elfmeter des Tages - und der erste für die Werkself. Kögel wurde im Strafraum geschoben, trat selbst an und setzte den Ball im ersten Anlauf über den Kasten. Doch auch dieser Elfmeter wurde wiederholt, da die Freiburgerinnen zu früh in den Sechzehner gelaufen waren. Im zweiten Versuch machte es die Mittelfeldspielerin besser und erzielte so den umjubelten Siegtreffer (88.). In den Schlussminuten verteidigten die Gäste ihren Vorsprung mit viel Willen.
Weiter geht es für die Werkself am kommenden Sonntag, 8. September (Anstoß: 12 Uhr) im Arthur-Beier-Stadion am Wildpark mit dem Zweitrunden-Duell im DFB-Pokal beim Regionalligisten Karlsruher SC. Eine Woche später folgt am Sonntag, 15. September (14 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) gegen Eintracht Frankfurt das erste Bundesliga-Heimspiel der Saison im Ulrich-Haberland-Stadion. Tickets für die Partie gibt es HIER im freien Verkauf.
Die Statistik:
SC Freiburg: Borggräfe - Karl, Stegemann, Stierli, Steuerwald - Karich, Vobian, Gudorf (64. Campbell) - Schasching, Martinez (64. Scherer), Blumenberg (57. Egli)
Bayer 04: Repohl - Skinnes Hansen, Ostermeier, Turanyi, Levels - Piljic (78. Jorde), Vidal - Vilhjalmsdottir (75. Haim), Kögel (90.+6 Bragstad) - Kehrer (78. Merino Gonzalez), Kramer (90.+6 Shen)
Tore: 1:0 Schasching (15., Foulelfmeter), 1:1 Levels (37.), 1:2 Ostermeier (45.), 2:2 Campbell (81., Foulelfmeter), 2:3 Kögel (88., Foulelfmeter)
Gelbe Karten: - Bade, Vidal, Pätzold, Ostermeier, Jorde
Schiedsrichterin: Theresa Hug (Schramberg)
Zuschauer: 1702 im Dreisamstadion

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