Der Cheftrainer zum Spiel: „Das kann auch gefährlich für uns sein“, möchte sich Peter Bosz nicht von der Unruhe blenden lassen, die beim Tabellen-Vorletzten aus Niedersachen in diesen Tagen nach außen dringt. „Ich weiß nicht, was bei Hannover passiert oder noch passieren wird. Also kann ich meine Mannschaft auch nicht darauf vorbereiten. Ich, als Trainer von Bayer 04 Leverkusen, kann sie aber darauf vorbereiten, auf welche Weise wir am Sonntag spielen wollen, und was ich von ihr erwarte. Am wichtigsten ist immer, was wir machen wollen. Und das ist auch nur das, womit ich mich beschäftige“, gab der 45-jährige Niederländer auf der Pressekonferenz am Freitagmittag zu Protokoll. Dabei betonte Bosz, dass die gute Form seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen gewiss nicht von alleine komme: „Wir müssen wirklich hart arbeiten, kämpfen und auch unser Spiel immer wieder verbessern. Denn schließlich beobachtet uns unser Gegner und versucht, Lösungen gegen unsere Spielweise zu finden. Und das heißt, dass wir dann auch wieder Lösungen haben müssen für ihre Lösungen.“ In puncto Ballverluste sei bei der Werkself bei den jüngsten Auftritten ein klarer Fortschritt erkennbar, so Bosz. Trotz der vermeintlichen Favoritenrolle gegen die Hannoveraner, die am vergangenen Sonntag mit 1:5 beim VfB Stuttgart, einem direkten Kontrahenten um den Relegationsplatz, unter die Räder kamen, appellierte er an seine Mannschaft: „Wir brauchen all unseren Fokus und unsere Konzentration auf diesem Spiel.“
Das Personal: Einen Tag vor dem Abschlusstraining nahmen die zuletzt angeschlagenen Hinspiel-Torschützen Lars Bender und Karim Bellarabi am Freitagvormittag wieder am Mannschaftstraining teil – ebenso wie Panos Retsos, der nach seiner neuerlichen Muskel-Sehnen-Verletzung seit etwa zwei Wochen wieder auf dem Platz an seinem Comeback arbeitet. Wer von den dreien ein Kandidat für einen Kader-Platz am Sonntag ist, entscheidet sich final allerdings erst nach letzten Einheit vor dem Hannover-Spiel am morgigen Samstag. „Da muss man immer abwarten, ob es gewisse Reaktionen gibt. Das werden wir morgen erfahren“, so Bosz. Definitiv fehlen wird Joel Pohjanpalo, der nach seiner langwierigen Sprunggelenks-Verletzung seit dieser Woche erstmals wieder in Fußballschuhen trainieren konnte. Und auch Sven Bender, der beim 2:0 gegen den SC Freiburg am vergangenen Samstag eine Platzwunde am Kopf erlitt und in dieser Woche geschont wurde, droht auszufallen. „Er hat heute nicht mittrainiert. Wenn er im Kader sein will, muss er morgen mittrainieren. Ich glaube für Sven wird es eher knapp werden“, sagte Bosz.
Der Schiedsrichter: Die Begegnung am Sonntagabend wird von Sören Storcks (Velen) geleitet. Für den 30-jährigen Zimmermannmeister (17 Bundesliga-Spiele) ist es erst der zweite Einsatz bei der Werkself. Sein erster stammt aus der Vorsaison und fand – kurioserweise – ebenfalls beim schwarz-roten Aufeinandertreffen mit Hannover 96 in der HDI-Arena statt. Und zwar am 17. Dezember 2017 (Endstand: 4:4). Dem Münsterländer assistieren Thorben Siewer und Markus Schüller, Vierter Offizieller ist Christian Dietz. Als Video-Schiedsrichter fungieren Deniz Aytekin und Michael Bacher.
Das letzte Duell: Der 8. Spieltag schickte Hannover 96 am 20. Oktober 2018 in der BayArena vorbei. Die Niedersachsen gingen als Tabellen-16. ins Rennen, die Werkself rangierte zu diesem Zeitpunkt mit zwei Zählern mehr auf Platz 14. Unter dem damaligen Trainer Heiko Herrlich war die Werkself forsch in die Partie gestartet, verpasste allerdings die Führung in der Anfangsphase – auch, weil Hannovers Keeper Michael Esser einen Handelfmeter von Wendell zu parieren wusste. In der Folge bot der Aufsteiger von 2017 den Schwarz-Roten Paroli und konnte sogar durch einen direkt verwandelten Freistoß von Florent Muslija nach 25. Minuten in Führung gehen. Die folgende Drangphase der 96er beendete Werkself-Kapitän Lars Bender mit einem beherzten Volley-Abschluss ins rechte Eck zum 1:1 (34.) und sorgte wieder für mehr Sicherheit im Spiel der Hausherren. Keine zehn Minuten nach der Halbzeitpause folgte dann der nächste Nackenschlag für die Werkself: Felipe brachte die Gäste, die damals noch von André Breitenreiter trainiert wurden, nach einer Ecke erneut in Führung (54.), ehe sich der Abwehrspieler der 96er Minuten später nach einem Handspiel die Gelb-Rote Karte abholte. In Überzahl drängte die Werkself auf den Ausgleich, erspielte sich – vor allem in der Schlussphase – eine Reihe guter Gelegenheiten, ehe Karim Bellarabi mit einem fulminanten Linksschuss in der Nachspielzeit zum hart erkämpften, aber verdienten 2:2-Endstand traf (zum Spielbericht).


Seit 2023 veranstaltet Bayer 04 regelmäßig kostenlose Torwarttrainer-Fortbildungen in der BayArena. Wie in den vergangenen Jahren stieß das Angebot auch Mitte Oktober 2026 auf enormes Interesse. Rund 140 Teilnehmende, zum großen Teil Torwarttrainer aus der Region, aber auch Mannschafts- und Stützpunkttrainer sowie Verbandsmitarbeiter, waren in die Spielstätte der Werkself gekommen, um Expertenwissen zum Thema Raumverteidigung zu erhalten. In einem theoretischen Impulsvortrag sowie einer praktischen Einheit auf dem Platz bekamen die Teilnehmenden Einblicke in das Torwartspiel und die Torwartausbildung von und bei Bayer 04.
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