
Und jetzt mal ehrlich: Nach dem Europa-League-Aus gegen Krasnodar und der unglücklichen 2:3-Niederlage in Dortmund ist die Lust auf eine erneute schwarz-rote Katerstimmung „am Tag danach“ so ausgeprägt wie die hiesige Verwendung des Wörtchens „Helau“. Viel ausgeprägter ist der Hunger auf eine erneute Dreier-Feier in der BayArena, diesmal eben mit einer ordentlichen Grammzahl Konfetti in der Jackentasche – Heimsieg lautet die Devise! Hier kommen 04 Fakten zu #B04SCF…
Zuletzt gab es für die Werkself beim „Karneval in der BayArena“ nicht so viel zu lachen: 0:2 gegen Hertha, 0:2 gegen Mainz, 0:0 gegen die Bayern, 4:5 gegen Wolfsburg und 0:1 gegen Mainz lautet die zugegebenermaßen magere Ausbeute der vergangenen fünf Jahre. Von daher ist schwer davon auszugehen, dass die Werkself-Piraten am Samstag mit Wut im Bauch und einem kräftig gebrüllten „Dreimol Lewwerkuse, ahoi“ den schmucken, rot-weißen Dreimaster des SC Freiburg entern wollen. Denn eins ist sicher: Zuletzt gab es für die Breisgauer Segler in der BayArena nicht wirklich viel zu holen. Auf den jüngsten fünf Rückfahrten aus Leverkusen den Rhein abwärts ins Badener Land befand sich nur ein einziger Zähler (2016/17; 1:1) an Bord der „Esszeheff“, viermal davon mussten sie an der Bismarckstraße bei einem Torverhältnis von 1:10 die Segel christianstreichen. Und so wollen wir hoffen, dass die Freiburger zum Karnevals-Heimspiel der rechte Gegenspieler sind.
34 Treffer haben die Freiburger in den bisherigen 23 Liga-Spielen gemacht. Fast die Hälfte der Buden gelangen dem Sport-Club dabei in den vergangenen acht Partien. Starke 15 Mal knipsten Nils Petersen, Luca Waldschmidt und Co. in diesem Zeitraum. Besonders am vergangenen Wochenende bliesen sich die seit insgesamt vier Spielen ungeschlagenen Breisgauer zu Hause gegen den FC Augsburg die Kanonenrohre frei – und feierten mit dem 5:1 den höchsten Sieg seit fast zehn Jahren. Reschpekt – wie Bundestrainer Jogi Löw sicherlich dazu sagen würde. Aber: Die Bosz-Schützlinge brauchen sich in Sachen Toreschießen nicht zu verstecken. Gewiss nicht! Denn für 15 Buden brauchte die Werkself dank Kevin Volland, Kai Havertz, Julian Brandt (alle je 3 Tore), Leon Bailey (2), Lucas Alario, Wendell, Karim Bellarabi und Jonathan Tah zuletzt sogar nur fünf Bundesliga-Spiele – so häufig traf kein anderes Team in dieser Zeit. Das Ganze macht übrigens einen schwarz-roten Tore-Schnitt von drei pro Spiel. Oder karnevalistisch ausgedrückt: „Mir donn et immer immer widder!“
Mit dem SC Freiburg und Bayer 04 treffen die beiden laufstärksten Teams aufeinander: Die Werkself führt das Ranking mit insgesamt 2.792 abgespulten Kilometern an, dahinter folgt das Streich-Orchester (2.779 km). Im Schnitt laufen die Schwarz-Roten pro Spiel 121,4 Kilometer, und damit knapp einen Kilometer mehr als Rot-Weiß. Bei genauerer Betrachtung der Werte gibt es allerdings einen kleinen Unterschied: Bayer 04 läuft lieber bei eigenem Ballbesitz (im Schnitt 62,2 km) als ohne Leder am Fuß (59,2 km), Freiburg frisst die Kilometer mehr bei gegnerischem Ballbesitz (64,8 km) und nicht so sehr bei eigenem Besitz des Spielgeräts (56 km). Daran dürfte sich auch am Samstag nichts ändern. Bleibt allerdings noch die Frage offen, für welche Mannschaft es besser läuft?
Apropos besser laufen. Dass die Auswärtsfahrten in die BayArena für die Freiburger zuletzt nicht so wirklich großen Spaß mit sich brachten, haben wir bereits erwähnt. Dass der SCF gegen die Werkself aber bereits seit drei Spielen (0:0, 0:4, 0:0) auf einen eigenen Treffer wartet, noch nicht. Gegen keine andere Mannschaft aus der Liga hat sich der Sport-Club offensiv zuletzt derart schwergetan. Zumindest ein Akteur der Werkself wird diesen Abschnitt ganz gerne lesen: Lukas Hradecky. Die Finnen-Spinne mit der Nummer 1 auf dem Rücken, die im Sommer aus Frankfurt kam, konnte bisher noch keines seiner insgesamt fünf Aufeinandertreffen mit dem SC Freiburg gewinnen (3 Unentschieden, 2 Niederlagen; insgesamt 4 Gegentore). Es wird also mal Zeit. Und gerade in diesen Tagen, wo der Hradecky…ähhh…Radetzky-Marsch Hochkonjunktur im Lande hat, wäre es doch ein vorzüglicher Zeitpunkt, dass am Ende der 90 Minuten der „Schwarze Peter-sen“ auf Freiburger Seite liegt… Auch allein wegen der schwarz-roten Karnevalsausbeute. Also Werkself, kumm loss jon!
Weitere Infos zum Spiel:
Hinrunden-Ergebnis: 0:0 (A)
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Vorgesagte Temperatur: 13 Grad, leichter Regen
Live im TV bei: Sky

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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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