
„Wir tun uns schwer, unser Spiel durchzuziehen. Aber wichtig ist, dass mal wieder hinten die Null steht. Im Moment kommen wir noch nicht so richtig von der Stelle. Wir müssen uns Schritt für Schritt da rauskämpfen, und das geht nur übers Arbeiten“, sagte Sven Bender. Kevin Volland dachte nach dem Abpfiff schon an die kommende Partie: „Wir hatten das Spiel lange im Griff und haben gut gegen den Ball gearbeitet. Jetzt müssen wir unser nächstes Spiel gegen Hannover gewinnen, dann sind wir wieder in der Spur.“ Rudi Völler, Geschäftsführer Sport, zog dieses Fazit: „Wir hätten sicher gern gewonnen, aber Freiburg hat sehr tief gestanden und alles dafür getan, einen Punkt hierzubehalten.“
Bayer 04 war im Breisgau zu einer zusätzlichen Improvisation gezwungen. Neben den verletzten Retsos, Aránguiz, Baumgartlinger, Pohjanpalo und dem in der Bundesliga nach seiner Rotsperre von vier Partien letztmals fehlenden Bellarabi musste Heiko Herrlich kurzfristig auch ohne seinen Kapitän auskommen: Lars Bender gehörte wegen einer Verhärtung im Oberschenkel nicht zum Kader. Seinen Part auf der Doppelsechs an der Seite von Dominik Kohr übernahm Innenverteidiger Aleksandar Dragovic. Im Vergleich zur Partie am Donnerstag gegen Larnaka kehrte Jonathan Tah in die Abwehrzentrale zurück, Julian Brandt und Lucas Alario kamen für Bellarabi und Leon Bailey ins Team.
„Wir haben vier Siege aus den vergangenen fünf Spielen geholt und wollen heute nachlegen“, sagte Heiko Herrlich. Entsprechend konzentriert ging Bayer 04 das Duell im Schwarzwald-Stadion an. Beim ersten Angriff tankte sich Kohr auf halbrechts in den Strafraum, setzte die noch minimal abgefälschte Kugel aber deutlich am langen Eck vorbei (3.). Die Werkself gab in der Anfangsphase den Takt vor, besaß viel Ballbesitz. Zugleich aber waren die Gäste vorrangig auf Stabilität bedacht und wollten sich keineswegs von lauernden Freiburgern aus der gesicherten Ordnung locken lassen. So spielte sich das Geschehen in der ersten halben Stunde weitgehend zwischen den Strafräumen ab.
Kevin Volland, diesmal als Kapitän unterwegs, probierte es mal aus der Distanz, zwei Meter rauschte der Ball am Pfosten vorbei (27.). Bei Kohrs Versuch aus dem Hinterhalt, der über den Kasten strich, fehlte ähnlich viel (29.). Brandts Freistoß, der wohl ins lange Eck gepasst hätte, wurde noch von der Mauer geblockt (37.). Kurz vor der Pause die beste Gelegenheit zur Führung: Kai Havertz, der trotz Manndeckung durch Koch erneut überall zu finden war auf dem Platz und viele Bälle forderte und behauptete, zog verdeckt mit links aus der Drehung aufs lange Eck ab, da fehlte höchstens ein halber Meter (43.). Es ging torlos in die Kabine.
Nach dem Wechsel und mit nun zwei Stürmern intensivierten die Freiburger ihre offensiven Anstrengungen etwas. Wendell klärte noch rechtzeitig vor Frantz (47.). Auf der Gegenseite legte Alario per Kopf für Brandt ab, der aber nicht mit dieser Art der Vorlage gerechnet hatte (58.). Lukas Hradecky, bis dahin überhaupt noch nicht geprüft, packte beim wenig druckvollen Schuss von Kübler ganz sicher zu (62.). Kurz darauf brachte der finnische Nationalkeeper mit seinem weiten Abschlag Alario im Strafraum in Abschlussposition, doch dem Argentinier versprang der Ball bei der Annahme (69.). Leon Bailey löste danach Brandt ab, bei dessen letzter Aktion und Hereingabe sich kein Abnehmer gefunden hatte (71.).
Günter gab einen gefährlichen Schuss für die Hausherren ab, der Ball flog nach seiner Direktabnahme mit links knapp über die Latte (73.). Es war jetzt ein intensives Ringen um jeden Meter, ein hoher Abnutzungskampf. Herrlich brachte in der Schlussphase die letzten offensiven Reserven mit Kiese Thelin und Paulinho für Kohr und Volland (83.). Fast hätte Freiburg den Lucky Punch gesetzt, doch Waldschmidt traf in der 90. Minute nur den Pfosten, Hradecky hätte das Nachsehen gehabt. Puuhh!!! Wenig später war Schluss – keine Tore und kein Sieger im Schwarzwald-Stadion.
Die Bundesliga legt nun eine Länderspielpause ein, für Bayer 04 geht es nach drei englischen Wochen in Folge in den kommenden Tagen etwas geruhsamer zu. Ihr nächstes Pflichtspiel bestreitet die Werkself am Samstag, 20. Oktober, um 15.30 Uhr in der BayArena gegen Hannover 96.
Die Statistik:
SC Freiburg: Schwolow – Kübler, Gulde (46. Waldschmidt), Heintz, Günter – Koch, Höfler – Frantz (89. Höler), Gondorf, Sallai – Niederlechner (38. Haberer)
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell – Kohr (83. Kiese Thelin), Dragovic – Brandt (71. Bailey), Havertz, Volland (83. Paulinho) – Alario
Tore: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Gelbe Karten: Kübler, Höfler, Günter – Kohr
Zuschauer: 23.800

Der Kader der Bayer 04-Frauen für die kommende Saison nimmt weiter Form an: Von der Zweitvertretung von Eintracht Frankfurt, die in der 2. Frauen-Bundesliga beheimatet ist, wechselt die 19 Jahre alte Innenverteidigerin Emily Wallrabenstein nach Leverkusen. Hier hat sie einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028 unterschrieben.
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Bei Turnieren in gleich vier europäischen Ländern messen sich die Leverkusener Junioren-Teams von U17 bis U8 mit dem Nachwuchs der Top-Teams des Kontinents. Derweil bestreitet die U16 gegen den direkten Konkurrenten Borussia Dortmund ein wichtiges Ligaspiel. Ebenfalls in der Liga wollen die U16-Juniorinnen im Duell mit dem 1. FC Köln den Derbysieg nach Leverkusen holen. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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6. Platz in der Bundesliga, Halbfinale im DFB-Pokal und Achtelfinale in der UEFA Champions League: In allen Wettbewerben schoss die Werkself in der Saison 2025/26 zusammengerechnet 96 Tore. Martin Terrier wurde mit seinem Scorpion Kick im Derby gegen Köln zum „Goal of the Season“ nominiert. Alejandro Grimaldo machte seinem Status als einer der besten Freistoß-Schützen Europas einmal mehr alle Ehre und traf wettbewerbsübergreifend fünfmal per direktem Freistoß. Montrell Culbreath und Arthur feierten jeweils ihr erstes Bundesliga-Tor. Edmond Tapsoba gehört mit fünf Treffern zu den torgefährlichsten Verteidigern der Bundesliga. Und Patrik Schick bewies mit 22 Toren, unter anderem gegen Manchester City, RB Leipzig oder Benfica Lissabon, abermals, warum er zu den besten Stürmern zählt. Alle Tore von Bayer 04 in der Saison 2025/26...
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