
Entsprechend happy zeigte sich Simon Rolfes nach dem Abpfiff. „Es war ein verdienter Sieg, weil Bielefeld praktisch keine einzige echte Chance hatte. Beim Ausgleich haben wir schwer mitgeholfen und der Arminia so in die Karten gespielt. Umso wichtiger, dass wir am Ende mit letzter Kraft noch den Siegtreffer gemacht haben“, so der Sportdirektor.
Die Partie in Bielefeld bildete für Bayer 04 den Beginn einer herausfordernden Terminhatz mit zehn Begegnungen binnen 33 Tagen. Trainer Peter Bosz, der am Spieltag seinen 57. Geburtstag feierte, nahm im Vergleich zum vergangenen Pflichtspiel gegen Mönchengladbach (4:3) zwei Veränderungen in seiner Startelf vor. Für Innenverteidiger Edmond Tapsoba (COVID-19-Infektion nach Länderspielreise mit Burkina Faso) rückte Jonathan Tah ins Team, dazu verteidigte links Daley Sinkgraven anstelle von Wendell. Der Werkself fehlten weiterhin die langzeitverletzten Paulinho, Santiago Arias, Exequiel Palacios sowie Kapitän Charles Aránguiz. Patrik Schick gehörte erstmals seit dem Spiel in Stuttgart am 3. Oktober wieder zum Aufgebot.
Bielefeld, das im Gegensatz zur Werkself keine Nationalspieler abgestellt hatte, war nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge um einen Umkehrschwung bemüht, Bayer 04 trat mit der Empfehlung von vier Siegen in Serie in der SchücoArena an. Beide Teams waren in der Anfangsphase erst einmal auf Ballsicherheit und eine stabile Grundordnung aus. Schwarz-Rot agierte von Beginn an im Kontrollmodus, ließ den Ball lange durch die eigenen Reihen zirkulieren. Die erste Torannäherung verbuchte die Werkself nach zwölf Minuten: Nadiem Amiri trieb die Kugel nach vorn und versuchte Moussa Diaby steil anzuspielen, doch Brunner grätschte dazwischen und entschärfte die Situation. Kurz darauf zog Diaby vom linken Strafraum ab, Ortega tauchte ins bedrohte kurze Eck und wehrte den Ball zur Ecke ab (15.).
Bielefeld überließ den Gästen von der Dhünn komplett die Initiative. Die Leverkusener aber gingen nicht übermäßig ins Risiko. Dafür schlugen sie umso kälter und mit starkem Spielverständnis zu, als sich die Gelegenheit bot: Leon Bailey spielte Doppelpass mit Florian Wirtz, setzte sich im Sprintduell geschickt von Lucoqui ab, der einige Jahre in der Jugend für Bayer 04 gespielt hat, und nagelte die Kugel aus sechs Metern mit rechts über Ortegas Kopf hinweg unter die Latte ins kurze Eck – die Führung für Bayer 04 (27.). Nach einer Aktion von Sinkgraven, der das Bein gegen Doan im Strafraum leicht stehen ließ, blieb ein Pfiff aus, auch der Kölner Keller sah keinen Anlass zur Intervention (30.). Den Rest der ersten Hälfte kontrollierte eine dominante Werkself, ohne auch nur einmal in Nöte zu geraten. Die Führung zur Pause war klar verdient, auch wenn die Arminia defensiv ganz gut dicht hielt.
Nach dem Wechsel ging's mit einer Veränderung auf Seiten der Gäste weiter: Mitchell Weiser kam für Lars Bender ins Spiel – und zu seinem ersten Saisoneinsatz. Kaum eine Minute war gespielt, da lag Sven Bender nach einem Duell mit Klos auf dem Boden und musste am linken Knöchel behandelt werden. Noch bevor der Abwehrchef der Werkself verletzt vom Platz geführt wurde, hieß es wie aus dem Nichts 1:1. Nach einem Rückpass von Sinkgraven trat Torhüter Lukas Hradecky über den Ball, der ins verlassene Tor kullerte – der Ausgleich, wie bitter (47.)! Für Sven Bender kam Aleksandar Dragovic ins Team (50.).
Nach Zuspiel von Bailey zog Lucas Alario ab – Außennetz (50.). Bayer 04 war bemüht, schnell wieder in die Spur zu finden, die beiden Veränderungen in der Abwehr nach Herausnahme der Bender-Zwillinge und der höchst überflüssige Ausgleich hinterließen aber durchaus ihre Wirkung. Bosz reagierte und brachte Schick für Alario, der nach den Reisestrapazen dieses Mal ohne Wirkung geblieben war (68.). Danach schöpfte der Bayer 04-Coach sein Wechselkontingent komplett aus: Kerem Demirbay und Karim Bellarabi lösten Amiri und Diaby ab (79.).
Die Werkself blieb dominant, kam aber fast nie mal aussichtsreich in den Rücken der gegnerischen Abwehr. Bielefeld beschränkte sich in der Schlussphase meist auf Befreiungsschläge. Und dann doch noch das ganz dicke Ding zur erneuten Führung, aber nach Demirbays Hereingabe rutschte sowohl Julian Baumgartlinger als auch Schick am Ball vorbei (86.). Bielefeld hing jetzt ziemlich in den Seilen, und Bayer 04 belohnte sich: Weisers Schuss nach Kopfballablage von Tah vermochte Ortega noch zu parieren, doch gegen den überlegten Nachschuss von Dragovic mit ganz viel Auge flach ins Eck war kein Kraut gewachsen, das 2:1 für die Werkself (88.). Wenig später war Schluss – und die Mannschaft hatte Bosz das denkbar schönste sportliche Geschenk zum Ehrentag gemacht.
Für Bayer 04 geht es am Donnerstag, 26. November, mit dem vierten Gruppenspiel in der Europa League weiter. Um 21 Uhr erfolgt in der BayArena der Anpfiff gegen Hapoel Beer Sheva. In der Bundesliga steht danach am Sonntag, 29. November, um 15.30 Uhr das Heimspiel gegen Hertha BSC an.
Die Statistik:
Arminia Bielefeld: Ortega – Brunner, Pieper, van der Hoorn, Lucoqui – Prietl – Doan, Seufert (79. Kunze), Hartel (89. Voglsammer), Yabo (79. Soukou) – Klos (63. Schipplock)
Bayer 04: Hradecky – L. Bender (46. Weiser), S. Bender (50. Dragovic), Tah, Sinkgraven – Wirtz, Baumgartlinger, Amiri (79. Demirbay) – Bailey, Alario (68. Schick), Diaby (79. Bellarabi)
Tore: 0:1 Bailey (27.), 1:1 Hradecky (47./Eigentor), 1:2 Dragovic (88.)
Gelbe Karte: Dragovic
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Nach dem Wintereinbruch der letzten Wochen wurden alle geplanten Partien der Nachwuchs-Teams im Freien abgesagt. Die meisten Mannschaften waren jedoch ohnehin in der Halle aktiv – und das äußerst erfolgreich: Sowohl die U13 als auch die U16-Juniorinnen gewannen ihre Turniere in Wermelskirchen und auf Schalke. Die U19 landete beim hochkarätigen Mercedes-Benz Junior Cup auf Rang 5 und für die U15 stand beim ebenfalls stark besetzten Pape-Cup in Magdeburg am Ende Platz vier zu Buche – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Enge Tribünen, kleines Feld, laute Fans: Am vergangenen Wochenende trat die U19 von Bayer 04 im Sindelfinger Glaspalast auf dem renommierten Mercedes-Benz Junior Cup 2026 an, der seit über 30 Jahren Topklubs aus dem In- und Ausland anzieht. Über zwei Turniertage duellierte sich der älteste Nachwuchs-Jahrgang des Werksklubs, feierte dabei Siege unter anderem gegen den 1. FC Köln und den FC Bayern München. Am Ende stand der 5. Platz zu Buche. Simone Cannizzaro aus der Leverkusener U17 wurde seinerseits als bester Torschütze des Turniers ausgezeichnet.
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Bayer 04-Fans aufgepasst: Beim Heimspiel in der UEFA Champions League gegen den FC Villarreal am 28. Januar (Anstoß: 21 Uhr) haben Werkself-Anhänger die Möglichkeit, das Spiel aus einer anderen Perspektive zu verfolgen. Aufgrund zurückgegebener Kontingente des Gastklubs wird der Auswärts-Stehblock zum Heimbereich. Tickets sind seit Montag, 12. Januar, für Jedermann erhältlich. Alle Infos.
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Es war ein gebrauchter Samstagabend. Die Werkself unterlag zum Start ins neue Jahr am 16. Bundesliga-Spieltag 2025/26 gegen den VfB Stuttgart 1:4. Ein Ergebnis, das bei Spielern wie Fans gleichermaßen für enttäuschte Gesichter sorgte. „Wir haben ohne Leidenschaft gespielt“, stellte etwa Alejandro Grimaldo im Anschluss ehrlich fest. Mitspieler Jarell Quansah zeigte sich noch selbstkritischer, betonte: „Wir waren Meilen von einer guten Leistung entfernt. Vor allem vor unseren Fans hier im eigenen Stadion kannst du so eine Leistung nicht zeigen. Da müssen wir uns, um ehrlich zu sein, entschuldigen.“ Alle Aussagen sowie Zahlen und Fakten zum Duell mit dem VfB Stuttgart liefert der Werkself Nachdreher.
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