Spiel des Monats: Vor 45 Jahren – Ein Sieg muss her

Bayer 04 steht nach der 1:3-Niederlage im Nachholspiel am 17. März 1981 beim 1. FC Kaiserslautern mit dem Rücken zur Wand. Nach einem Einwurf, den der Linienrichter eindeutig für die Werkself anzeigt, den die Lauterer aber schnell ausführen und der schwache Schiedsrichter nicht zurückpfeift, kommt es zu einem zweifelhaften Elfmeter. Die Lauterer nutzen dies zum 2:1 in der 84. Minute. Schließlich führt ein Schuss der Gastgeber, der nicht hinter der Linie ist, zum 3:1. Bayer 04 muss ohne Punkte vom Betzenberg nach Hause fahren.

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Mit 19 Punkten steht die Werkself auf Platz 13 der Tabelle, gerade mal zwei Punkte vor dem Abstiegsplatz. Trotz des tollen 3:0-Erfolges gegen den FC Bayern, bei dem Arne Larsen Ökland zwei Wochen zuvor einen Hattrick erzielt hatte, hat sich die Situation um Bayer 04 nicht merklich verbessert. Das Abstiegsgespenst schwebt über dem Ulrich-Haberland-Stadion.

So ist Bayer 04 beim Heimspiel am 21. März 1981 gegen Fortuna Düsseldorf, das mit 21 Punkten nur zwei Plätze vor der Werkself liegt, zum Siegen verdonnert. Ohne die beiden verletzten Stammspieler Dietmar Demuth und Markus Elmer sowie den gelbgesperrten Thomas Hörster läuft die Werkself in folgender Aufstellung vor 12.000 Zuschauern im Ulrich-Haberland-Stadion auf:

Fred Bockholt – Walter Posner, Jürgen Gelsdorf, Peter Klimke, Peter Hermann, Klaus Bruckmann, Jürgen Glowacz (81. Horst Knauf), Harry Gniech, Wolfgang Vöge, Arne Larsen Ökland, Peter Szech (66. Dieter Herzog)

Für Bayer 04-Präsident Dr. Jürgen Schwericke sind die Aufregungen der letzten Wochen zu viel. Anstatt wie sonst bei den Heimspielen nervös im Stadion auf und ab zu wandern, zieht er die Einsamkeit eines Waldspaziergangs vor und verpasst einen in dieser Leichtigkeit nicht für möglich gehaltenen 2:0-Sieg der Mannschaft von Trainer Willibert Kremer. Dessen Elf spielt mit Wut im Bauch, nachdem sie auswärts in Dortmund und Kaiserslautern vor allem aufgrund schlechter Schiedsrichterleistungen verloren hatte.

Walter Posner in Bestform

Bester Mann bei Bayer 04 ist Abwehrspieler Walter Posner, der schon zwei Wochen zuvor beim Spiel gegen die Bayern Weltklassespieler Karl-Heinz Rummenigge mit fairen Mitteln ausgeschaltet hatte. Und der nun auch an diesem Samstagnachmittag Düsseldorfs Nationalspieler Klaus Allofs nicht zur Entfaltung kommen lässt. Ausgerechnet Walter Posner, der seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert hat, obwohl es eine finanzielle Einigung mit Bayer 04-Manager Heinz Heitmann schon gibt. Posner hatte nicht etwa Angebote von anderen Vereinen, sondern die Möglichkeit, eine Versicherungsagentur zu übernehmen. Heute wissen wir, dass er sich einige Wochen später für Bayer 04 entschieden hat.

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Über die gesamte Spielzeit hat die Fortuna kaum eine Torchance. Das Konzept von Bayer 04-Trainer Willibert Kremer, gegen eine als Kontermannschaft bekannte Düsseldorfer Elf nicht ins offene Messer zu rennen und stattdessen aus einer sicheren Abwehr heraus selbst mit schnellen Gegenstößen für Gefahr und Torchancen zu sorgen, geht hundertprozentig auf.

Peter Szech und Wolfgang Vöge treffen gegen die Fortuna

Immer wenn die Angriffe der Werkself durch die fleißigen Jürgen Glowacz und Peter Hermann vorgetragen und von Wolfgang Vöge und Arne Larsen Ökland zu Torschüssen weiterverarbeitet werden, brennt es lichterloh in der wackeligen Fortuna-Abwehr. So geht die Leverkusener Führung durch Peter Szech, der in der 15. Minute eine Ökland-Flanke zum 1:0 verlängert, vollauf in Ordnung. In der Folgezeit versäumt es Bayer 04, das zweite Tor nachzulegen, welches dann in der 61. Minute durch Wolfgang Vöge aber doch fällt und sehr zur Beruhigung der Werkself-Fans beiträgt.

Am Ende bleibt es bei einem hochverdienten 2:0-Heimsieg. Bayer 04 schließt seine zweite Bundesliga-Saison 1980/81 auf Tabellenrang 11 ab – für damalige Verhältnisse eine durchaus zufriedenstellende Platzierung.

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