Mottenkiste: Sensationssaison 1967/68 – Januar

Am 7. Januar 1968 fährt der Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen zum Rückrundenstart in die Kölner Radrennbahn. Vor 2.000 Zuschauern, mehrheitlich Bayer 04-Fans, steigt das Spiel gegen Fortuna Köln. Zur Halbzeit liegt die Werkself mit 1:2 zurück. Trainer Theo Kirchberg bringt Mittelstürmer Karl-Heinz Brücken für Linksaußen Friedhelm Strzelczyk, um mehr Druck aufzubauen – und das gelingt. Von der 67. bis zur 75. Minute schießen Helmut Richert sowie Karl-Heinz und Helmut Brücken die Bayer-Elf mit 4:2 in Führung. Als dann die Fortuna per Elfmeter verkürzen kann, zittert sich der Tabellenführer über die Ziellinie und fährt einen am Ende glücklichen 4:3-Sieg ein.

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Eine Woche später fällt das Heimspiel gegen Preußen Münster den schlechten Platzbedingungen zum Opfer, so dass Bayer 04 erst wieder am 18. Januar antreten kann. Eintracht Gelsenkirchen wartet im Gelsenkirchener Südstadion auf die Werkself. Bereits vor dem Anpfiff sieht man im Eintracht-Lager bedenkliche Gesichter, denn die Heimmannschaft muss mit drei grippekranken Spielern antreten. Die wieder einmal ausgezeichnete Kondition der Bayer-Mannschaft erlaubt dieser, ihr gefürchtetes Tempospiel aufzuziehen. In der 18. Minute geht die Werkself durch einen abgefälschten Schuss von Fredi Hennecken mit 1:0 in Führung. Als dann Karl-Heinz Brücken in der 67. Minute auf 2:0 erhöht, ist die Entscheidung gefallen. Der Tabellenführer der Regionalliga West kann sich jetzt auf das Highlight im Januar konzentrieren – das Pokalspiel gegen den Bundesliga-Tabellenführer 1. FC Nürnberg.

Die Vorbereitungen für den Schlager laufen. Im Vorverkauf sind bis eine Woche vor Beginn des Spiels schon 12.000 Karten verkauft. Die Lautsprecheranlage im Ulrich-Haberland-Stadion wird von Experten überholt und auf die ursprüngliche Lautstärke gebracht, die für ein vollbesetztes Stadion ausreicht. Das Bauaufsichtsamt genehmigt eine Gesamtkapazität von 19.000 Zuschauern. Vor der Osttribüne werden mit Stühlen 300 weitere Sitzplätze geschaffen, allerdings nicht überdacht. Der Preis pro Stuhl beträgt 8 D-Mark. Stadionöffnung ist um 12 Uhr, also zwei Stunden vor Spielbeginn, die Zuschauer werden durch ein Schallplattenkonzert unterhalten. Etwa 70 Polizisten sind  für die Verkehrsregelung zuständig. Den Fans wird geraten, unter der Stelzenautobahn zu parken. Dort ist Platz für etwa 1.500 Autos. Die in der Nähe des Ulrich-Haberland-Stadions wohnenden Fans werden gebeten, diesmal ihren Wagen zu Hause zu lassen.

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Am Samstag, 27. Januar 1968, ist es endlich so weit. Vor letztlich 15.000 Zuschauern steigt um 14 Uhr das in Leverkusen mit Spannung erwartete Spiel gegen die Franken. Und nach drei Minuten direkt die Ernüchterung: Helmut Brücken fälscht einen Schuss so unglücklich ab, dass der Nürnberger Stürmer Heinz Strehl zur 1:0-Führung eindrücken kann. Aber die Bayer-Elf wehrt sich und kämpft sich ins Spiel. Nach dreißig Minuten knallt ein Richert-Kopfball an den Pfosten und weitere kleinere Torchancen macht Nürnbergs Torhüter Roland Wabra zunichte. Der Bundesliga-Tabellenführer enttäuscht auf der ganzen Linie, während die Werkself ihre Fans begeistert. In der 83. Minute dann allerdings die Entscheidung durch einen Freistoß von Gustl Starek. Bayer 04 Leverkusen hat die Generalprobe auf etwaige Bundesligaspiele bestanden. Sowohl Mannschaft, Fans als auch die Polizei haben ihre Erstklassigkeit unter Beweis gestellt. Der Spitzenreiter der Regionalliga West kann sich nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal jetzt voll und ganz auf die Verteidigung der Tabellenführung konzentrieren.

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