Sonstiges: Vor 100 Jahren – Wiesdorfer Sportwoche

Nach dem Erfolg des Vorjahres veranstaltet der Turn- und Spielverein Leverkusen zum zweiten Mal die „Wiesdorfer Sportwoche“ (die Stadt Leverkusen wird erst 1930 gegründet). Die Sportwoche nimmt am Sonntag, den 12. Juli 1925, ihren Anfang. In den Jahren vor dem 1. Weltkrieg gibt es sogenannte städtische Turn- und Spielfeste. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Vereins 1924 haben der Vorstand und viele helfende Hände diese Sportwoche ins Leben gerufen. Aus dem internen städtischen Spielfest hat sich eine nationale Veranstaltung entwickelt, die sich besonders wegen ihrer Eigenart als Staffel schon nach einem Jahr einen Namen gemacht hat.
Wiesdorfer Sportwoche 1925

Zu dieser Staffel haben sich 16 Vereine angemeldet. Sie beginnt in der Kaiser-Wilhelm-Allee (vor dem Bayer-Kasino) mit einem Läufer bis zum Rhein, dort gibt er den „Staffelstab“ an einen Schwimmer, der den Rhein stromabwärts schwimmt, um einen Radfahrer auf den Weg zu schicken. Über Bürrig bis zum Bahnhof Küppersteg wird geradelt, abgelöst von einem Läufer, der wiederum an einen Radfahrer übergibt. Dieser ist der letzte der fünf Teilnehmer und findet sein Ziel auf der Rennbahn in Wiesdorf.

Radrennbahn? Ja, dort, wo heute das Gebäude der Agentur für Arbeit in Leverkusen steht, war vor 100 Jahren der Sportplatz des BV Wiesdorf. Und um diesen Platz war eine Radrennbahn angelegt. Er hat für Bayer 04 durchaus historische Bedeutung, denn im Jahre 1928 trafen sich auf diesem Feld Athleten vom Boxklub Wiesdorf und dem FV Leverkusen, die abgespaltete Fußballabteilung des TuS Leverkusen, um ein bisschen Feldhandball zu spielen. Daraus entwickelt sich die Idee, einen gemeinsamen Verein zu gründen. So entsteht die Sportvereinigung Wiesdorf-Leverkusen und daraus um das Jahr 1935 herum der SV Bayer 04 Leverkusen.

Nach der Staffel am 12. Juli 1925 gibt es noch ein Handballspiel – auch auf dem Platz des BV Wiesdorf – und ganz zum Schluss ein Radrennen. Die Zuschauer haben also genug zu sehen und auch zu hören, denn während des Rennens findet ein Konzert statt.

Um 19.30 Uhr beginnt dann die Siegerehrung im Garten des Erholungshauses und damit verbunden der gesellige Teil dieses Tages. Natürlich hoffen die Veranstalter, dass der Wettergott ihnen hold ist und es nicht regnet, denn bei Regen muss die Abendveranstaltung in den Saal des Erholungshauses verschoben werden.

Und so geht es die ganze Woche. Jeden Tag gibt es sportliche Unterhaltung. Der TuS Leverkusen hat dieses Jahr darauf geachtet, dass die Sportwoche quantitativ etwas eingeschränkt, aber qualitativ verbessert wird, heißt: manchmal ist weniger mehr. Die im Vorjahr gemachten Erfahrungen lassen es ratsam erscheinen, eine Zersplitterung durch zu schnelles Aufeinanderfolgen der Veranstaltungen zu vermeiden. Es wird dadurch vermieden, dass Sportler sich in mehreren Veranstaltungen zu sehr verausgaben und in ihrem Hauptkampf nicht mehr die gewohnte Form aufbringen. Denn damals war es durchaus normal, mehrere Sportarten zu betreiben, also ein Radfahrer war durchaus auch ein Läufer oder ein Fußballer. Denn, so der Journalist vor hundert Jahren, „es ist uns nicht geholfen, wenn sich hunderte Sportsleute abmühen, nur um eine Abwechslung zu bieten oder etwa dem Zuschauer die Langeweile zu vertreiben, die Sportwoche soll ein Aufruf an alle sein, mitzuhelfen an dem großen Werk. Sie ist veranstaltet in der Absicht, aus den Zuschauern Mitkämpfer zu machen.“

So findet vom 12. Juli bis zum 19. Juli 1925 die Wiesdorfer Sportwoche statt und unterhält die Menschen in und um Wiesdorf.

Ähnliche News

Thomas Hörster wird 70 | Geburtstagskind des Monats November I
Bayer 04 - 01.11.2026

Geburtstagskind des Monats 1: Thomas Hörster wird 70

Thomas Hörster wird am 27. November 1956 in Essen geboren. Als Kind betreibt er Turmspringen und Judo, begeistert sich aber auch für Fußball. Nach seinen Anfängen bei Blau-Weiß Holsterhausen-Essen wechselt er zum ETB Schwarz-Weiß Essen. Als A-Jugendlicher trainiert er erstmals bei den Herren in der 2. Liga mit. Und mit knapp 18 Jahren debütiert Thommy, wie er gerufen wird, in der 2. Bundesliga. In zweieinhalb Saisons absolviert er 71 Spiele für Schwarz-Weiß Essen.

Mehr zeigen
Bernd Dreher wird 60 | Geburtstagskind des Monats November II
Bayer 04 - 01.11.2026

Geburtstagskind des Monats 2: Bernd Dreher wird 60

Bernd Dreher wird am 2. November 1966 in Leverkusen geboren und beginnt bereits im Alter von fünf Jahren beim SV Schlebusch mit dem Fußballspielen. Als Neunjähriger wechselt er in die Nachwuchsabteilung von Bayer 04. Hier durchläuft der Torhüter alle Juniorenteams und erreicht mit der U19 1985 das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, das Bayer 04 gegen Eintracht Frankfurt mit 2:4 verliert.

Mehr zeigen
Robson Ponte wird 50 | Geburtstagskind des Monats November III
Bayer 04 - 01.11.2026

Geburtstagskind des Monats 3: Robson Ponte wird 50

Robson Ponte wird am 6. November 1976 in São Paulo, Brasilien, geboren. Seine Fußballkarriere beginnt er in Brasilien bei CA Juventus. Danach spielt er für América FC und den Guarani FC. Im Jahr 1999 wechselt er zu Bayer 04. Bei der Werkself spielt Robson zunächst bis 2001. Anschließend wechselt er für zwei Jahre auf Leihbasis zum VfL Wolfsburg. Dort entwickelt er sich weiter und sammelt wichtige Erfahrungen in der Bundesliga. Im Jahr 2003 kehrt er nach Leverkusen zurück und zeigt dort besonders seine Fähigkeiten im Dribbling und im offensiven Mittelfeld. Insgesamt kommt er für Bayer 04 auf 79 Einsätze und erzielt sechs Tore.

Mehr zeigen
Von Hermann bis Adli | Tore des Monats November
Bayer 04 - 01.11.2026

Tore des Monats: Von Hermann bis Adli

Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat November. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.

Mehr zeigen
Vor 75 Jahren – Erster Punktspielsieg im Derby
Bayer 04 - 01.11.2026

Mottenkiste: Vor 75 Jahren – Erster Punktspielsieg im Derby

Am Sonntag, 4. November 1951, steigt das erste Derby zwischen Bayer 04 und dem 1. FC Köln um Punkte. Zu diesem Aufeinandertreffen platzt das Kölner Stadion in Müngersdorf aus allen Nähten. Eine wahre Invasion von Bayer 04-Fans aus Leverkusen macht sich mit Straßenbahnen und Bussen auf den Weg nach Köln. Ab Mittag fahren zu den planmäßigen Bahnen sechs zusätzliche Straßenbahnzüge zum normalen Preis ab Leverkusener Rathaus bis zum Kölner Stadion. Zur selben Zeit fahren regelmäßig Busse der Firma Grein ab dem Wiesdorfer Marktplatz nach Köln. Am Ende schwenken über 5.000 Bayer 04-Fans ihre schwarzroten Fahnen auf der Tribüne des Kölner Stadions und feuern ihre Mannschaft neunzig Minuten an.

Mehr zeigen