Legenden: Lars Bender – Der Bayer beim Bayer

Lars Bender wird am 27. April 1989 in Rosenheim geboren und wächst gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Sven in einer fußballbegeisterten Familie auf. In Brannenburg, einem kleinen Örtchen in der Nähe von Rosenheim, beginnen die beiden mit dem Kicken. In der E-Jugend zieht es die Zwillinge nach Unterhaching, später folgt in der U14 der gemeinsame Wechsel zu 1860 München. Dort werden Lars und Sven mit der U17 Deutscher Meister, überspringen die U19 der Löwen und gehören direkt zum Kader der ersten und zweiten Mannschaft der Münchener.

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Im August 2006 spielt Lars erstmals für die zweite Mannschaft der 60er in der Regionalliga Süd und am 27. November 2006 debütiert er in der 2. Bundesliga beim Heimspiel gegen die TuS Koblenz. Gemeinsam schaffen die Benders den Sprung in die Jugend-Nationalmannschaft, holen mit der U19 des DFB erstmals nach 1981 einen Europameistertitel nach Deutschland und werden, bis heute einmalig in der Geschichte dieses Turniers, beide zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Zwölf Jahre unterm Kreuz

Im Jahr 2009 wechselt Lars Bender zu Bayer 04. Mit unglaublicher Laufbereitschaft, taktischer Disziplin und einem unerschütterlichen Willen stellt er sich in den Dienst der Werkself. Ob im defensiven Mittelfeld oder später als Rechtsverteidiger – er spielt dort, wo man ihn braucht. Er wird zum Dauerläufer im Mittelfeld, sichert die Defensive ab und gibt dem Spiel Struktur. Mit zunehmender Erfahrung übernimmt er immer mehr Verantwortung und wird schließlich Kapitän der Werkself. Auch wenn er kein Mann der großen Worte ist, führt er das Team durch seine Leistung und seine Haltung auf dem Platz. Diese Eigenschaften, seine Nahbarkeit und seine Loyalität gegenüber unserem Verein machen ihn für viele Bayer 04-Fans zu einer Identifikationsfigur. Dass er nach Beendigung seiner Karriere 2021 zum Ehrenspielführer der Werkself ernannt wird, ist nur folgerichtig.

EM-Teilnehmer und Silbermedaillen-Gewinner

Doch Lars‘ Karriere ist auch geprägt von Rückschlägen. Verletzungen werfen ihn immer wieder zurück und lassen ihn dadurch in zwölf Jahren unterm Kreuz auf „nur“ 342 Pflichtspiele kommen. In diesen schießt er insgesamt 27 Tore. Seine Leistungen machen ihn auch für die Nationalmannschaft interessant und so debütiert er am 4. September 2011 beim Spiel in Polen und schafft den Sprung in den Kader für die Europameisterschaft 2012 in der Ukraine und Polen. Wird er in den ersten beiden Gruppenspielen noch eingewechselt, um jeweils einen knappen Vorsprung über die Zeit zu retten, so steht er im dritten Gruppenspiel gegen Dänemark von Anfang an auf dem Platz und vollendet einen Konter der DFB-Elf zum 2:1-Siegtreffer. Dies wird sein einziges Tor für die deutsche Nationalmannschaft in seinen insgesamt 19 Länderspielen bleiben. Die WM im Sommer 2014 verpasst er leider – wegen einer Verletzung. Im Herbst desselben Jahres bestreitet Lars sein letztes Spiel für die A-Nationalmannschaft.

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Allerdings hat der DFB zwei Jahre später noch ein Highlight für die Bender-Zwillinge parat. Olympia-Auswahl-Trainer Horst Hrubesch möchte mit beiden zu den Olympischen Spielen 2016 nach Rio de Janeiro fahren. Und als sowohl Bayer 04 wie auch der BVB, der Verein seines Bruders Sven, ihre Freistellung zusagen, erleben die Bender-Zwillinge gemeinsam einen absoluten Höhepunkt ihrer Karriere. Erst im Endspiel verliert die deutsche Auswahl gegen den Gastgeber Brasilien nach Elfmeterschießen –  Lars und Sven kommen mit der Silbermedaille nach Deutschland zurück.

In den nächsten fünf Jahren wird Lars immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Im Sommer 2021 beenden die Benders gemeinsam ihre Karriere. Lars wird in seinem letzten Spiel in Dortmund in der letzten Minute noch einmal eingewechselt und schießt einen Elfmeter zum 1:3-Endstand ins Tor.

Lars‘ zweite Karriere als Trainer

Er bricht seine Zelte im Rheinland ab, kehrt zurück in seine bayrische Heimat und spielt nochmal zwei Jahre mit seinem Bruder in der neuntklassigen Kreisklasse 1 bei seinem Jugendverein TSV Brannenburg. Im Juni 2022 wird Lars beim DFB Assistenztrainer der deutschen U15-Nationalmannschaft. Ein Jahr später rückt er mit diesem Team in den U16-Bereich auf. Nach zwei Jahren beim DFB folgt der erste Cheftrainerposten als U17-Coach bei der Spvgg Unterhaching. Seit Januar 2025 arbeitet Lars zum ersten Mal als Cheftrainer im Männerbereich – er trainiert Wacker Burghausen in der Regionalliga Bayern.

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