
Das morgendliche Training läuft ruhig und normal ab. Wie meistens am Mittwoch gibt es ein ausgiebiges Torschusstraining auf zwei Tore, mit Schüssen mal von der Strafraumgrenze, mal nach Flanken oder im Eins-gegen-eins mit dem Torwart. Trainer Reinhard Saftig steht in der Nähe meines Tores und schaut gelassen zu. Auf einmal greift sich Franco Foda nach einem Schuss an den Oberschenkel und beginnt zu humpeln. „Ich geh rein zu Tscholli, ich glaube, ich hab‘ nen Riss drin.“ Langsam verlässt er den Trainingsplatz. Trainer Saftig verzieht das Gesicht.
Keine fünf Minuten später erwischt es Ulf Kirsten. Als dann auch noch Andreas Thom mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen bleibt und kurz darauf in die Kabine schleicht, herrscht Totenstimmung auf dem Trainingsplatz. Reinhard Saftig rauft sich die Haare und ich höre ein gemurmeltes „Was sollen wir denn jetzt machen?!“ neben meinem Tor. Er beendet das Training, begibt sich schnurstracks zu unserem Physio Dieter Trzolek.







Saftig stürmt den Gang entlang, betritt Tschollis Raum – und dort sitzen die drei „Verletzten“ auf der Pritsche, grinsen ihn an und schreien: „April, April!“ Die Erleichterung des Trainers ist groß, die eben noch durchlittenen Aufstellungssorgen sind sofort verpufft. Am Wochenende gibt es ein 1:1 in Köln, ein paar Tage später die Niederlage im Pokalhalbfinale nach Elfmeterschießen in Mönchengladbach. Auf den Einzug ins Pokalfinale nach Berlin müssen wir noch ein Jahr warten.

Hans Sarpei wird am 28. Juni 1976 in Tema in Ghana geboren und kommt mit seinen Eltern als Dreijähriger nach Deutschland, wo er in Köln aufwächst. Seine Mutter und sein Vater arbeiten schon vor seiner Geburt zeitweise in Hamburg im Import-Export-Bereich. Dort lernen sie einen älteren Mann kennen, der ihnen die deutsche Kultur näher bringt und sie unterstützt. Aus Dankbarkeit erhält Hans später dessen Vornamen, obwohl dieser Mann bereits vor seiner Geburt verstirbt. Hans stammt aus einer sportlichen Familie, sein älterer Bruder Edward sowie seine Neffen Hans Nunoo Sarpei und Kingsley Sarpei waren beziehungsweise sind ebenfalls Profi-Fußballer.
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Hans-Josef („Sepp“) Kretschmann wird am 3. Juni 1953 der fünfte Trainer der Vereinsgeschichte von Bayer 04 Leverkusen. Der am 21. März 1902 im ostpreußischen Allenstein geborene Fußballlehrer widmet sich nach dem Studium erst dem Lehrerberuf, um dann später auf den Fußball umzusatteln. Er übernimmt die Werkself von Franz Strehle, unter dem die Mannschaft zweimal die Klasse in der 1. Oberliga West halten konnte. Aber Strehle verlängerte nach diesen zwei recht erfolgreichen Jahren seinen Vertrag in Leverkusen nicht mehr.
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Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord im Sommer 1975 kämpft Bayer 04 nur acht Monate später gegen den Abstieg. Der Verein erwartet von allen vollen Einsatz in dieser prekären Situation. Aufstiegstrainer Manfred Rummel soll seinen Hauptberuf als Lehrer im Beamtenstatus an der Sonderschule Mülheim aufgeben und Vollzeit-Trainer bei Bayer 04 werden. Der bei der Mannschaft sehr beliebte Coach sieht sich nicht in der Lage, diesem Anliegen des Klubs zu entsprechen. Trotz eines 2:0-Heimspiel-Erfolges gegen die SpVgg Erkenschwick wird Manfred Rummel im „partnerschaftlichen Einvernehmen“ beurlaubt.
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Bayer 04 bestreitet als feststehender Aufsteiger in die 1. Oberliga West schon in der zweiten Mai-Hälfte 1951 Freundschaftsspiel an Freundschaftsspiel. Und das geht auch den ganzen folgenden Monat weiter so.
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Jacek Krzynowek wird am 15. Mai 1976 im polnischen Kamiensk geboren und wächst als typischer Junge vom Land auf. Seine Kindheit verbringt er weniger in strukturierten Trainingseinheiten als vielmehr auf einfachen Bolzplätzen, auf denen er stundenlang mit älteren Jungs spielt. Schon früh fällt auf, dass er über eine außergewöhnliche Schusskraft und enorme Laufstärke verfügt. Doch lange ist ihm selbst nicht bewusst, welches Talent in ihm steckt. Während andere von einer großen Karriere träumen, scheint der Profifußball für ihn zunächst eine ferne Welt zu sein, die er nur aus dem Fernsehen kennt.
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