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Am Morgen des 31. Januars 1986 trifft sich die Werkself um 10.30 Uhr im Ulrich-Haberland-Stadion. Um 11 Uhr trainieren wir ein wenig, mehr Auflockerung und leichtes Anschwitzen als echtes Training. Nach knapp einer Stunde ist das Training beendet. Wir duschen, steigen in den Bus und fahren ins Hotel – wie bei den Heimspielen in das Hotel Landhaus Gut Keuchhof in Köln-Lövenich, etwa eine Viertelstunde Fahrtzeit vom Müngersdorfer Stadion entfernt.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen, dem Mittagsschläfchen, einem gemütlichen zwanzigminütigen Spaziergang in der Kälte und der Spielbesprechung fahren wir in Richtung Stadion. Als wir in die Kabine gehen, ist das Licht in der Dusche und Toilette kaputt. Also aufs Klo gehen und Dehnen, was ich zu meiner aktiven Zeit immer schon vor dem richtigen Aufwärmen im Stadion in der Dusche gemacht habe, in völliger Finsternis.
Als ich eine Stunde vor dem Spiel auf die Toilette gehe, dort in der Dunkelheit sitze und in die Dunkelheit lausche, höre ich ein weit entferntes, immer näherkommendes „Bayer, Bayer“ und kriege Gänsehaut. Da haben sich einige auf den Weg nach Köln gemacht, um uns zu unterstützen.
Als ich zum Warmmachen ins Stadion gehe, stehen da schon 3.000 Bayer 04-Fans erwartungsvoll in der Gästekurve. Von Kölnern ist an diesem Tag nicht viel zu sehen oder zu hören, denn insgesamt wollen nur 10.000 Zuschauer dieses Nachbarschaftsduell sehen. Das Spiel wird um 20 Uhr angepfiffen, bei gefrorenem Boden und Nieselregen. Und nach zehn Minuten scheint alles erledigt, denn Klaus Allofs hat in der 6. und 9. Minute zweimal für die Kölner getroffen. Beim ersten Treffer taucht er alleine vor mir auf und schießt den Ball scharf durch meine Beine.




Drei Minuten später sehe ich Klaus Allofs von meiner Position im eigenen Strafraum in der gegnerischen Hälfte. Sehe, wie sich ein Kölner freiläuft, Klaus Allofs zu einem Pass ausholt. Ich antizipiere den langen Ball, laufe los und verlasse den Strafraum. Der Ball titscht einmal auf und springt über mich hinweg. Ich versuche den Ball noch zu bekommen, aber nach nicht einmal zehn Minuten liegen wir mit 0:2 zurück. Ich hätte dieses Tor gleich auf mehrfache Art verhindern können. Erstmal im Strafraum bleiben und den Ball in Ruhe fangen. Oder aber: Selbst dort, wo ich stand, nämlich knapp hinter der Strafraumgrenze, hätte ein einfaches Fangen des Balles nach den damals geltenden Regeln lediglich eine Gelbe Karte für mich und einen Freistoß für den 1. FC Köln zur Folge gehabt. Aber ich dachte, ich könnte den Ball noch erreichen. Durch den gefrorenen und nassen Rasen wurde dieser jedoch so schnell, dass er unerreichbar zum 0:2 ins Netz flog.
Bis zur Halbzeit läuft, wie eine Woche zuvor beim Heimspiel gegen den Hamburger SV, bei uns nicht viel zusammen. In der Halbzeitbesprechung gibt Trainer Erich Ribbeck die Marschroute aus. Wie eine Woche zuvor gegen den HSV sollen wir das Spiel drehen. Und vor allem: „Gewinnt dieses Spiel für den Rudi“. Angefeuert von den 3.000 Bayer 04-Fans entfachen meine Mannschaftskollegen jetzt ein Feuerwerk. Immer wieder angetrieben von Rechtsverteidiger Thomas Zechel läuft Angriff auf Angriff auf das von Nationaltorwart Toni Schumacher gehütete Kölner Tor. Den Anschlusstreffer erzielt Thomas Zechel in der 52. Minute selbst. In der 55. Minute bringt Ribbeck, wie gegen den HSV, Minas Hantzidis. Und von nun an läuft jeder Angriff über den Dauerläufer mit dem Lockenkopf. Nach einem kurz ausgeführten Eckball gelingt Bum-kun Cha aus dem Gewühl heraus der hochverdiente Ausgleich. Aber wir machen weiter. Der Druck wird immer größer und sechs Minuten nach dem Ausgleich köpft Herbert Waas den 3:2-Siegtreffer. Die Kölner stehen unter Schock und erholen sich bis zum Abpfiff nicht mehr.
Zweimal innerhalb einer Woche haben wir aus einem 0:2-Rückstand zur Pause einen 3:2-Sieg gemacht. Nach dem Schlusspfiff jubeln wir ausgelassen mit unseren Fans und auch nach der Rückkehr nach Leverkusen ist der Abend noch lange nicht zu Ende. Wir kehren noch in einer Kneipe ein und feiern mit den dazustoßenden Bayer 04-Fans diesen schönen Abend. Trotz eines meiner größten Fehler ist dieses Spiel am 31. Januar 1986 eines meiner Lieblingsspiele, die ich für Bayer 04 bestritten habe. Denn zum ersten Mal gewinnen wir beim 1. FC Köln ein Bundesligaspiel und unsere Fans haben auch stimmlich die Herrschaft im Müngersdorfer Stadion übernehmen können.

Christoph Daum wird am 24. Oktober 1953 in Zwickau geboren. Als Kind gelangt er mit seiner Mutter in den Westen Deutschlands und wächst in Duisburg auf. Schon früh entwickelt er eine große Begeisterung für den Fußball, auch wenn sich schnell zeigt, dass seine Zukunft weniger auf dem Platz als vielmehr an der Seitenlinie liegt. Bereits in jungen Jahren tritt seine Leidenschaft zutage, Dinge zu analysieren, zu erklären und zu verbessern.
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Als die Bayer 04-Fußballer 1960 Weihnachten feiern, überwintern sie mit 20:10 Punkten auf dem zweiten Platz der 2. Oberliga West – allerdings bereits mit fünf Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Schwarz-Weiß Essen. Doch im neuen Jahr findet die Mannschaft von Trainer Erich Garske nur schwer in die Spur. Auf ein torloses Remis gegen den Bonner FV im heimischen Ulrich-Haberland-Stadion folgt eine 1:2-Auswärtsniederlage in Erkenschwick. Auch das darauffolgende Heimspiel bringt nur einen Punkt ein. Die Aufstiegsambitionen schrumpfen damit auf ein Minimum, denn der Rückstand auf den begehrten Platz ist inzwischen auf beachtliche zehn Punkte angewachsen.
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Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat Februar. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.
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Es ist der 11. Februar 2006 und Schalke 04 und die Werkself starten um 15.30 Uhr ein Spiel, das am Ende Historisches zu bieten hat – zumindest aus Bayer 04-Sicht.
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Als Tabellenführer empfängt die Werkself das abstiegsbedrohte Team von Rhenania Würselen. Am 4. Februar 1951 säumen trotz der sonntäglichen Karnevalsumzüge 5.000 Zuschauer den Spielfeldrand. Und sie sehen eine feldüberlegene Heim-Mannschaft. Ohne den erkrankten Theo Kirchberg und den gesperrten Emil Becks bestürmen die Gastgeber von Beginn an das gegnerische Tor. In der ersten Halbzeit gegen einen starken Wind ankämpfend, erspielt sich Bayer 04 Chance auf Chance, scheitert aber immer wieder am Würselener Torhüter. Nach dem 0:0 zur Halbzeit nimmt sich Karl Heinz Spikofski in der 55. Minute ein Herz und hämmert aus 20 Metern den Ball in die gegnerischen Maschen. Rhenania kann nicht mehr kontern. Bis zum Schluss hält die Belagerung des Würselener Strafraumes an, dennoch bleibt es am Ende bei einem knappen 1:0.
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