Mottenkiste: Vor 90 Jahren – Großkampftag in Leverkusen

In der 1. Kreisklasse des Rhein-Wupper-Kreises kommt es am Sonntag, dem 26. Januar 1936, zum Lokalderby zwischen dem abstiegsbedrohten BV Wiesdorf und dem Tabellenführer SSV „Bayer“ Leverkusen. Auf dem alten Platz des BV Wiesdorf, dort wo sich heute das Arbeitsamt Leverkusen befindet, tummeln sich 1.800 Zuschauer, um dieses Spiel zu sehen.
Mannschaftsfoto 1936

Es entwickelt sich vor allem ein Duell der Abwehrreihen. Die Spieler des BV Wiesdorf werfen alles rein, um nicht zu verlieren. In den beiden Sturmreihen vermisst man die klare Linie und so sind Torchancen Mangelware. Nach einer torlosen ersten Hälfte geht die Bayer-Elf mit zunehmender Spieldauer immer mehr ins Risiko. Angetrieben von ihrem quirligen Halblinken Franz Nonnenbroich erspielt sich die Werkself jetzt Chancen und scheitert an Pfosten und Latte. Auch der Torhüter der Wiesdorfer trägt seinen Teil dazu bei, dass es lange beim 0:0 bleibt. Erst vier Minuten vor dem Abpfiff gelingt Nonnenbroich mit einem Kopfball das Siegtor.

Am Ende dieser Saison steigt der BV Wiesdorf leider ab. Die Bayer-Elf wird Meister und bestreitet, erstmals mit dem Bayer-Kreuz auf der Brust, gegen Solingen 95 die beiden Spiele um den Aufstieg in die 1. Bezirksklasse Niederrhein und setzt sich dort gegen den Nachbarn aus der Klingenstadt durch. Zum ersten Mal spielt man somit in der Saison 1936/37 in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.

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