
Am Ende säumen über 10.000 Zuschauer die Ränge des Stadions. Unter tosendem Applaus betreten beide Mannschaften um 15 Uhr den Rasen. Zwar ruft ein Freistoß des späteren Nationalspielers Erich Juskowiak die erste Aufregung im Leverkusener Strafraum hervor, dann aber ist die Bayer-Elf da. Erst trifft Linksaußen Paul Wiorek den Pfosten, in der 10. Minute stürmt Theo Kirchberg über rechts. Seine Hereingabe kann ein Wuppertaler Abwehrspieler nur zu Paul Wiorek ablenken, der den Ball hoch im Wuppertaler Tor versenkt. Die Bayer 04-Fans geraten schier aus dem Häuschen und die Werkself ist jetzt in ihrem Element. Erneut trifft Paul Wiorek bei einem Weitschuss nur den Pfosten. In der 29. Minute dann nach prachtvoller Vorarbeit von Karl Heinz Spikofski das 2:0 durch Hans Flohr. Nach der Pause geht es dann doch oft turbulent im Strafraum der Werkself zu. Einmal rettet die Querlatte und ein weiteres Mal Bayer 04-Verteidiger Jakob Kaiser für seinen schon geschlagenen Keeper Helmut Rennen. In der 74. Minute fällt schließlich der Anschlusstreffer der Gäste und die Bayer 04-Fans kommen aus der Aufregung nicht mehr heraus. Als der Schlusspfiff ertönt, liegen sich Spieler und Zuschauer in den Armen. Denn nach dem dritten Anlauf dürfte nun das Erreichen der 1. Oberliga West nur noch eine Frage von Wochen sein.
14 Tage später empfängt die Werkself die Nachbarn von Union Ohligs. Die Begeisterung in der Stadt Leverkusen für ihre Mannschaft ist groß und so kommen wieder über 5.000 Bayer 04-Fans in den Stadtpark. Schon nach zwei Minuten verwandelt Richard Job einen Elfmeter zur Führung. In der 19. Minute erhöht Hans Flohr auch per Elfmeter auf 2:0, ehe die Ohligser kurz darauf mit dem Anschlusstreffer antworten. Als Paul Wiorek mit einem Kopfball in der 32. Minute dann den alten Zwei-Tore-Vorsprung wiederherstellt, glauben alle im Stadion an einen weiteren Erfolg. Union Ohligs gestaltet das Spiel in der zweiten Halbzeit zwar offener, aber in den letzten zehn Minuten kommt die Werkself noch einmal richtig auf und erzielt durch Emil Becks das entscheidende 4:1.
Karfreitag, den 23. März 1951, bestreitet die Werkself ein Freundschaftsspiel gegen den Oberliga Süd-Klub Wormatia Worms. Als Bayer 04 dieses Spiel abschließt, steht der Spielplan noch nicht fest und so kommt das Punktspiel an Ostersonntag eigentlich sehr ungelegen. Aber da die Mannschaft sich in Topform befindet und die Tabellensituation es hergibt, sagt der Spielausschuss von Bayer 04 das Freundschaftsspiel nicht ab. Dafür aber das Donnerstagtraining, um die Mehrbelastung für die Spieler auf ein Mindestmaß zu drücken.



So reist die Werkself am Ostersonntag nach Düsseldorf in die Feuerbachstraße, um ihr Punktspiel gegen Turu Düsseldorf zu bestreiten. Die mitreisenden Fans können ab 13:45 Uhr für drei D-Mark mit einem Sonderbus des Reisebüros Grein oder mit der Bundesbahn für zwei D-Mark zum Spiel fahren. In der ersten Halbzeit erleben die insgesamt 3.000 Zuschauer nur wenige Höhepunkte. In der 23. Minute erzielt Richard Job mit einem perfekt über die Mauer gezirkelten Freistoß die 1:0-Führung für Bayer 04. Die große Ausgleichschance vergeben die Düsseldorfer, weil sie einen Handelfmeter, verschuldet von Peter Röger, an den Pfosten setzen. In der zweiten Halbzeit steigt die Radioübertragung ein. Reporter Kurt Brumme kommentiert die nächsten 45 Minuten live aus dem Stadion an der Feuerbachstraße und lässt die in Leverkusen gebliebenen Bayer 04-Fans jubeln, als er das 2:0 durch Theo Kirchberg in der 55. Minute verkündet. Jetzt scheint alles klar zu sein, doch fünf Minuten später gelingt Turu der Anschlusstreffer. Von diesem Zeitpunkt an hängt der Bayer-Sieg am seidenen Faden. Doch mit viel Glück kann die Werkself die Führung über die Zeit retten.
Aus den restlichen vier Spielen braucht die Werkself jetzt nur noch zwei Punkte für die Meisterschaft und den direkten Aufstieg in die 1. Oberliga West. Und diese Punkte sollen im April geholt werden.

Harry Gniech erblickt am 14.10.1951 in Leverkusen-Schlebusch das Licht der Welt. Mit sechs Jahren kommt er zum SV Bayer 04, zunächst zur Leichtathletik. Eigentlich will der Junge Fußball spielen, darf aber erst mit neun Jahren zu den Fußballern wechseln. Schnell wird Harry im Mittelfeld zum Spielmacher. Trotz seines Talents ist der Weg von der Jugend in den Lizenzkader damals weit. In der Saison 1973/74 setzt ihn sein ehemaliger A-Jugendtrainer Friedhelm Renno, der mittlerweile die erste Mannschaft von Bayer 04 trainiert, zum ersten Mal in einem Spiel der Vertragsspieler-Mannschaft ein.
Mehr zeigen
Henrique Adriano Buss, genannt Henrique, kommt am 14. Oktober 1986 im brasilianischen Marechal Cândido Rondon zur Welt, einer Stadt im brasilianischen Bundesstaat Parana. Mit 13 Jahren wechselt er zum Coritiba FC und schafft 2006 den Sprung in die erste Mannschaft. Henrique steigt mit dem Team in die 1. brasilianische Liga auf und wechselt zum FC Palmeiras. Nach nur fünf Spielen für den neuen Klub wird der 1,85 Meter große Innenverteidiger 2008 vom FC Barcelona für zehn Millionen Euro verpflichtet und von Bayer 04 gegen eine Gebühr von 400.000 Euro für ein Jahr ausgeliehen.
Mehr zeigen
Constant Djakpa wird am 17. Oktober 1986 in Abidjan in der Elfenbeinküste geboren. Schon im Alter von fünf Jahren beginnt er mit dem Fußballspielen. Seine ersten Schritte im Profifußball macht er beim Stella Club d’Adjamé, bevor er nach Norwegen zu Sogndal IL wechselt. Über den rumänischen Verein Pandurii Târgu Jiu führt sein Weg schließlich nach Deutschland.
Mehr zeigen
Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat Oktober. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.
Mehr zeigen
In der ersten Oktoberwoche des Jahres 1966 entscheiden sich die Vertragsfußballspieler zu einem ungewöhnlichen Schritt – sie treten in den Streik. Sie sehen sich zu dieser bis dato wenig üblichen Selbsthilfe gezwungen, damit sie ihren Forderungen nach einer gerechten Bezahlung mehr Nachdruck verleihen können. Bei drei Unentschieden, so folgern sie, steht ihnen eine Prämie zu, zumindest ist eine Punktprämie von 75 D-Mark vor Saisonbeginn vereinbart worden.
Mehr zeigen