Geburtstagskind des Monats I: Arne Larsen Økland wird 70

Arne Larsen Økland wird am 31. Mai 1954 im norwegischen Bømlo geboren. Als Junge interessiert er sich für Fußball und Fische. Er verbringt Tage in den Fjorden und angelt nach Dorschen. Irgendwann tritt er dem lokalen Fußballverein SK Vard Heugesund bei. Später, im Alter von 23 Jahren, geht er zu Bryne IL. Der Klub spielt damals in der ersten Liga und Økland wird sein Top-Stürmer. Doch im norwegischen Fußball ist nur relativ wenig Geld zu verdienen, er bekommt nicht mehr als umgerechnet 1500 Euro. Im Jahr. Fußball ist nicht mehr als ein Hobby. Hauptberuflich arbeitet Arne Larsen als Steuerrevisor.

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Im Frühjahr 1979 bestreitet er ein einwöchiges Probetraining in Leverkusen und hinterlässt dabei einen sehr guten Eindruck: Bayer 04 verpflichtet im Sommer 1980 einen kaum bekannten 26 Jahre alten Norweger. Er wird damit der erste ausländische Nationalspieler, der unter das Bayer-Kreuz wechselt. Seine erste Saison hier läuft wie gemalt. Er trifft schon im zweiten Spiel gegen den 1. FC Köln. Am siebten Spieltag macht er drei Tore gegen Borussia Dortmund. 

Dann kommt der 7. März 1981, Bayer 04 empfängt den Tabellenzweiten FC Bayern München. Es ist kalt, nur 15.000 Zuschauer sind im Ulrich-Haberland-Stadion dabei, als der ehemals unbekannte Norweger den haushohen Favoriten im Alleingang zerlegt. Zwischen der 4. und der 24. Minute gelingt ihm ein lupenreiner Hattrick. In der zweiten Halbzeit schießt er sogar noch ein Tor – so entscheidet es zumindest der Schiedsrichter. Als daraufhin die Bayern protestieren, kommt Økland ins Grübeln. Er sagt dem Schiedsrichter Udo Horeis, dass er nur das Außennetz getroffen hat. Damit wird Økland über Nacht zum Inbegriff des fairen Sportsmannes und erhält für diese Aktion die Fair-Play-Plakette des Weltverbandes Fifa. In Leverkusen lieben sie ihn deswegen bis heute – aber vor allem für seinen Hattrick. Insgesamt bestreitet er 101 Bundesligaspiele für die Werkself und trifft in diesen 43-mal ins gegnerische Netz.

1983 wechselt er von Bayer 04 zu Racing Paris. Dort spielt er zwei Jahre, um dann noch für den Rest seiner Karriere bis 1987 in seine Heimat zu Bryne IL zurückzukehren.

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Für die norwegische Nationalelf absolviert er 54 Spiele, in denen er 13 Tore schießt. Nach seiner Karriere wird er von 1989 bis 1994 Co-Trainer von Norwegen, aber auch Cheftrainer von Viking Stavanger.

Mitte der 90er-Jahre verabschiedet sich Arne langsam vom Fußball, tritt nur noch sporadisch für das norwegische Fernsehen als Experte auf und gründet mit zwei Bekannten eine Werbeagentur, ohne wirklich was von Werbung zu verstehen.

Der Chef einer Pizzakette ist von der Arbeit dieser Agentur so begeistert, dass er fragt, ob Økland bei ihm einsteigen wolle. Arne sagt ja, dabei hat er auch keine Ahnung von Gastronomie. Doch er weiß, dass die Norweger Pizza lieben, und so gehört ihm plötzlich die Kette „Dolly Dimple's". Er verlässt sie erst vor wenigen Jahren, als ihm mehr als 80 Filialen und 1.600 Mitarbeiter unterstehen und er „Pizzakönig" genannt wird. Zwischenzeitlich ist er noch Chef einer Computerfirma und sitzt im Vorstand von mehr als zehn verschiedenen Unternehmen.

Heute lebt er mit seiner Frau auf einer kleinen Insel und fährt mit dem Boot zum Einkaufen. Irgendwann 1997 hat Økland eine Anzeige in der Wirtschaftszeitung „Dagens Næringsliv" entdeckt. Darin steht: „Insel zu verkaufen. Rufen Sie an!" Also ruft er an, und die Stimme am Ende der Leitung nennt einen Preis, der bei umgerechnet 125.000 Mark liegt. Økland informiert seine Frau und sagt zu. Er mag die Adresse. Sie lautet: Hillesøy 1. Hillesøy 2 gibt es nicht. So wohnt er heute in der Nähe seiner Heimatstadt, die so heißt wie er: Økland. Dort besaß seine Mutter einen Krämerladen. Und dort arbeitete sein Vater einst als Koch.

Lieber Arne, ich wünsche dir zum 70. Geburtstag alles Gute. Bleib so wie du bist und vor allem gesund!

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