
„In der ersten Halbzeit war es ein Offensivspektakel, in der zweiten Hälfte ein geiler Fight in der Defensive. Mit Blick auf die klaren Torchancen sind die drei Punkte verdient“, sagte Pätzold: „Am Anfang ist unser Plan voll aufgegangen: Wir hatten defensiv eine gute Kontrolle, haben uns offensiv viele gute Situationen herausgespielt. Dadurch hatten wir einige Chancen, unseren Vorsprung frühzeitig auszubauen und dadurch mehr Ruhe reinzubringen.“ So wunderte es ihn kaum, dass die TSG nach der Pause auf den Ausgleich drängte: „Gegen ein Team wie Hoffenheim ist es fast nicht möglich, 90 Minuten lang nichts zuzulassen, zwischenzeitlich hat uns Rike mit ihrer Doppelparade gerettet“, so der 45-Jährige: „In der Schlussphase haben wir den Sieg mit viel Herz und Leidenschaft verteidigt.“
Im Vergleich zum 2:0-Sieg bei der SGS Essen hatte Pätzold sein Team auf einer Position verändert. U20-WM-Rückkehrerin Sofie Zdebel stand direkt in der Startelf und ersetzte im zentralen Mittelfeld Juliette Vidal, die wiederum anstelle der gelb-rot-gesperrten Janou Levels als Linksverteidigerin auflief. Loreen Bender, die wie Zdebel mit der deutschen U20-Auswahl bei dem Turnier Kolumbien bis ins Viertelfinale vorgestoßen war, nahm zunächst auf der Bank Platz.
Die Leverkusenerinnen störten den gegnerischen Spielaufbau von Beginn an früh, Zählbares sprang bei strömendem Regen in der über weite Strecken zerfahrenen Anfangsphase jedoch nicht heraus. Eine Kombination über links brachte den Gastgeberinnen beinahe die Führung. Vidal fand mit ihrer Flanke den Kopf von Karolina Lea Vilhjalmsdottir, doch die Isländerin setzte den Ball über den Kasten (19.).
Zwei Minuten später machte es Schwarz-Rot mit der zweiten Torchance der Partie besser. Kristin Kögel setzte mit einem punktgenauen Steilpass aus der eigenen Hälfte heraus Kehrer in Szene. Die Stürmerin blieb vor der herauseilenden Laura Dick cool und lupfte den Ball über die Keeperin hinweg zu ihrem zweiten Saisontor ins rechte Eck (21.). Die Bayer 04-Frauen blieben am Drücker - und legten nach: Nach einer Ecke von Kramer wurde Vidal im Strafraum von TSG-Verteidigerin Jill Janssens umgerissen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kramer souverän (28.), es war ihr erstes Pflichtspieltor für Bayer 04.
Die Gäste kamen nun kaum noch aus dem eigenen Strafraum heraus. Nur eine Minute nach dem 2:0 verpasste Vilhjalmsdottir per Schlenzer das 3:0 und wiederum nur zwei Minuten später scheiterte Kramer aus kurzer Distanz an Dick. Die einzige Chance der Gäste vor dem Seitenwechsel resultierte aus einem Standard. Dominika Grabowska zirkelte den Ball knapp über das Tor von Friederike Repohl (38.).






Die Gäste kamen mit viel Engagement aus der Kabine und verlagerten das Geschehen mehr in die Hälfte der Leverkusenerinnen. Selina Cerci belohnte die Leistungssteigerung der TSG nach einer Flanke von links per Kopf mit dem Anschlusstreffer (58.). Pätzold reagierte mit dem ersten Wechsel. Bender ersetzte auf dem rechten Flügel Vilhjalmsdottir und gab damit ihr Saisondebüt (63.).
Druck machte allerdings weiterhin die TSG. Innerhalb weniger Sekunden verhinderte Repohl mit zwei starken Reflexen nacheinander den Ausgleich (75.). Pätzold brachte unmittelbar danach in Estrella Merino Gonzalez (für Kehrer) und Vanessa Haim (für Kögel) zwei frische Offensivkräfte. In der Schlussphase rannte Hoffenheim weiter an, die Werkself verteidigte leidenschaftlich und lauerte auf Konter. Für die letzten Minuten verstärkten Emilie Bragstad (für Zdebel) und Shen Menglu (für Vidal) die Defensive und halfen dabei mit, den Heimsieg über die Zeit zu retten.
In zehn Tagen geht es für die Bayer 04-Frauen an gleicher Stätte weiter. Das Heimspiel gegen den Aufsteiger FC Carl Zeiss Jena am Montag, 7. Oktober (Anstoß: 18.00 Uhr), im Ulrich-Haberland-Stadion schließt den fünften Spieltag ab. Tickets für die Partie gibt es HIER im freien Verkauf. Neben den beiden kostenpflichtigen Streaming-Anbietern MagentaSport und DAZN überträgt SPORT1 die Partie live im Free-TV.
Die Statistik:
Bayer 04: Repohl - Skinnes Hansen, Ostermeier, Turanyi, Vidal (88. Menglu) - Piljic, Zdebel (88. Bragstad) - Vilhjalmsdottir (63. Bender), Kögel (76. Haim)- Kramer, Kehrer (76. Merino Gonzalez)
TSG Hoffenheim: Dick - Janssens, Cazalla, Doorn, Rankin (71. Kaut)- Corley (46. Kössler), Feldkamp, Dongus, Grabowska (81. Harsch) - Memeti (71. Delacauw), Cerci
Tore: 1:0 Kehrer (21.), 2:0 Kramer (28./Foulelfmeter), 2:1 Cerci (58.)
Gelbe Karten: Vidal, Ostermeier, Bender - Janssens, Doorn
Schiedsrichterin: Miriam Schwermer (Rieder)
Zuschauer: 620 im Ulrich-Haberland-Stadion

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