
„Es war ein sehr intensives Spiel zweier Teams, die sich nichts geschenkt haben. Es war alles dabei, was ein Derby braucht, und wir waren am Ende der glückliche Sieger“, sagte Pätzold, der in der emotional aufgeladenen Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte sah. „Nach unserer frühen Führung hat Köln sehr viel Druck gemacht und ist durch ein Traumtor verdient zum Ausgleich gekommen. Der Gegentreffer hat uns neu belebt, wir hatten danach unsere stärkste Phase im Spiel und hätten nach dem 2:1 die Führung zweimal ausbauen können.“ Im zweiten Durchgang erkämpfte sich sein Team den Sieg. „Das Publikum hat Köln immer wieder nach vorne getrieben“, so Pätzold: „Wir haben den knappen Vorsprung leidenschaftlich verteidigt und insgesamt wenig zugelassen.“
Zwölf Tage nach der unglücklichen 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern München hatte der Trainer zwei Wechsel in seiner Startelf vorgenommen. Anstelle von Juliette Vidal lief in der Rechtsverteidigung erstmals Sommer-Zugang Shen Menglu von Beginn an auf. Eine Reihe vor ihr begann auf dem rechten Flügel Loreen Bender anstelle von Karolina Lea Vilhjalmsdottir, die in der Länderspielpause mit Island zwei Tests in den USA bestritten hatte. Aus der U20 des Werksklubs stand erstmals die 17-jährige Paula Schwartze im Bundesliga-Kader.
Die Gäste legten einen Traumstart hin: Der erste Angriff des Spiels landete über Bender bei Kramer, die erst einen Haken schlug und bei ihrem Abschluss gleich zwei Gegenspielerinnen tunnelte. So stand es nach 77 Sekunden 1:0 für die erstmals in den cyanblauen Ausweichtrikots gekleideten Leverkusenerinnen. Auf der Gegenseite klärte Janou Levels nach der ersten gefährlichen Hereingabe des FC gerade noch rechtzeitig zur Ecke (8.). Die Gastgeberinnen bemühten sich um eine Antwort, die Werkself hielt mit viel Laufarbeit in der Defensive dagegen.
Für ihren hohen Aufwand belohnten sich die Gastgeberinnen schließlich mit einem sehenswerten Treffer. Nach einer Flanke von rechts zirkelte Laura Vogt den Ball per Fallrückzieher ins like Eck (21.). Die Antwort der Werkself folgte vier Minuten später. Nach einem Rempler von Torschützin Vogt im Sechzehner zeigte Schiedsrichterin Naemi Breier auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kramer sicher und machte damit ihren ersten Pflichtspiel-Doppelpack im Bayer 04-Dress perfekt (25.).
Wiederum nur drei Minuten später setzte die Dänin Sofie Zdebel in Szene, deren Abschluss nur knapp am linken Pfosten vorbeistrich. Die Gäste blieben am Drücker, Bender drang mit Tempo in den Strafraum ein und wurde bei ihrem Schuss noch entscheidend geblockt (31.). Das Pätzold-Team gewann bis zur Pause immer mehr an Sicherheit und gestattete den Kölnerinnen kaum noch Torannäherungen.






Halbzeit zwei startete ohne personelle Wechsel, aber mit Schwung. Der FC drängte nach vorne, die Bayer 04-Frauen lauerten auf Umschaltsituationen. Eine weite Flanke von Bender senkte sich aufs Tornetz (54.), viel mehr Gefahr entstand zunächst auf keiner der beiden Seiten. Kurz darauf ersetzte Vilhjalmsdottir ihre Teamkollegin positionsgetreu (62.).
Die Gastgeberinnen rissen die Partie in dieser Phase an sich und brachten die Werkself in Bedrängnis. Kramer und Co. setzten auf vereinzelte Entlastungsangriffe. Nach einer längeren verletzungsbedingten Unterbrechung wechselte Pätzold erneut, Estrella Merino Gonzalez ersetzte Menglu (70.). Der Kölner Schwung war nun weitgehend verpufft, anstelle von Torchancen sahen die Zuschauer vor allem viele Zweikämpfe.
In der umkämpften Schlussphase versuchte es zunächst Levels mit einem Distanzschuss. Quasi im Gegenzug wurde es nach einem FC-Freistoß mal wieder gefährlich vor dem Tor von Friederike Repohl (81.). Die eingewechselte Vilhjalmsdottir scheiterte anschließend aus halbrechter Position an der Kölner Torhüterin Josefine Osigus (84.). Für die letzten Minuten brachte Pätzold noch Ida Daedelow und Delice Boboy in die Partie. Kramer vergab bei einem Konter frei vor dem Tor noch die große Chance auf die Vorentscheidung (90.+2). Doch da die Gäste defensiv nichts mehr anbrennen ließen, sicherten sie sich den Derbysieg.
Am Sonntag, 10. November (Anstoß: 14 Uhr), geht es für die Leverkusenerinnen mit einem Heimspiel im Ulrich-Haberland-Stadion gegen den nach sieben Spieltagen noch punktlosen Aufsteiger 1. FFC Turbine Potsdam weiter. Tickets für die Partie gibt es HIER im Online-Shop von Bayer 04.
Die Statistik:
1. FC Köln: Osigus - Matysik, Vogt, Hechler (78. Degen), Gerhardt (90. Leimenstoll) - Feiersinger, Achcinska, Zeller - Donhauser (57. Wiankowska), Ziemer, Bienz (57. Billa)
Bayer 04: Repohl - Menglu (70. Merino Gonzalez), Ostermeier, Turanyi, Levels - Zdebel, Piljic - Bender (62. Vilhjalmsdottir), Kögel (90.+1 Daedelow) - Kramer, Kehrer (90.+1 Boboy)
Tore: 0:1 Kramer (2.), 1:1 Vogt (21.), 1:2 Kramer (25., Foulelfmeter)
Gelb-Rote Karte: Pätzold (90.+5, wegen Meckerns)
Gelbe Karten: Bienz, Vogt, Hechler - Zdebel, Bender, Turanyi, Kehrer
Schiedsrichterin: Naemi Breier (Zerf)
Zuschauer: 2600 im Franz-Kremer-Stadion

Im Rahmen des 33. und damit vorletzten Bundesliga-Spieltags 2025/26 gastiert Bayer 04 beim VfB Stuttgart. Die Partie steigt am Samstag, 9. Mai (Anstoß: 15.30 Uhr), in der MHP Arena. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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