
Bayer 04 fand gut ins Spiel hinein und hatte in der ersten Viertelstunde gegen tiefstehende Gastgeber gleich zweimal die Möglichkeit, in Führung zu gehen – allerdings zielte Nadiem Amiri zu ungenau (12./15.). Besser machte es wenig später Panagiotis Retsos: Der Grieche überwand Ferencvaros-Keeper Denes Dibusz mit einem gefühlvollen Lupfer, der Treffer fand jedoch aufgrund eines Foulspiels bei der Torentstehung keine Anerkennung (24.). Schwarz-Rot gab auch im weiteren Spielverlauf den Ton an, verpasste es aber, sich für das Engagement zu belohnen. Es fehlte an der zündenden Idee, zudem wollte das letzte Zuspiel nicht gelingen.
Elf Minuten nach dem Seitenwechsel lag der Ball dann erneut im Budapester Tor, doch wieder zählte der Treffer nicht, da Torschütze Paulinho beim Zuspiel von Lucas Alario im Abseits gestanden hatte. Auf der anderen Seite gingen die Ungarn mit dem ersten Schuss aufs Tor dann wie aus dem Nichts in Führung: Oleksandr Zubkov flankte von Linksaußen an den ersten Pfosten, wo Aissa Laidouni seinen Bewachern entkam und zum 1:0 einköpfte (82.). Die Werkself stemmte sich diesem Rückstand in der Schlussphase nochmal mit allen Kräften entgegen, vor dem Tor blieb sie an diesem Abend aber glücklos, sodass unterm Strich eine 0:1-Auswärtsniederlage stand. HIER geht's zum ausführlichen Spielbericht.
Auch wenn die Niederlage am Gruppensieg nichts mehr gerüttelt hatte, waren die Kicker von der Dhünn unzufrieden mit dem Ergebnis. „Ich glaube trotz der Niederlage, dass wir das Spiel beherrscht haben und auch die besseren Chancen hatten“, betonte etwa Amiri nach Abpfiff. „Am Ende war es unglücklich, aber wir müssen weitermachen. Ab der nächsten Runde zählt’s dann wieder.“ Abwehrspieler Jonathan Tah ergänzte: „Wir hatten ein, zwei gute Möglichkeiten, die wir nicht konsequent genug ausgespielt haben. Wir fahren aufgrund dieses Ergebnisses trotz des Gruppensieges unzufrieden nach Hause. Das sollte aber auch unser Anspruch sein.“

Cheftrainer Gerardo Seoane sah indes eine „unnötige Niederlage, über die wir uns logischerweise auch ärgern“. Die Mannschaft sei sehr aktiv gewesen und habe „viel unternommen“, sodass der Schweizer seinen Spielern am Ende auch keinen Vorwurf in puncto Engagement machen konnte. „Ich glaube“, so der 43-Jährige, „dass wir spielbestimmend waren und für mehr Gefahr gesorgt haben. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir im letzten Drittel nicht konsequent genug waren.“
Nun kann er ein Haken hinter sein Pflichtspiel-Debüt für Bayer 04 setzen, denn in Budapest feierte Andrey Lunev seine Premiere im Tor der Werkself. Bereits im Vorfeld der Partie betonte Seoane, dass sich der 30-jährige Schlussmann diesen Einsatz „durch seine starken Trainingsleistungen“ redlich verdient hatte. Der russische Neuzugang habe sich von Tag eins an hervorragend in die Mannschaft integriert und Stammtorhüter Lukas Hradecky stets unterstützt. Nun durfte er ihn erstmals vertreten. Das freute auch seine Teamkollegen: „Er ist ein sehr guter Junge, der immer hart arbeitet und immer positiv ist“, sagte Amiri nach der Partie bei Bayer 04-TV. Lunev ist damit der 17. Keeper, der für die Werkself in der 35-jährigen Europapokal-Historie das Tor gehütet hat.
Mindestens ebenso unnötig wie diese Niederlage war eine Szene in der Nachspielzeit: Marijan Cabraja kam gegen Jeremie Frimpong zu spät und brachte den Niederländer mit einem groben Foulspiel zu Boden. Für den 21-Jährigen, der in der 71. Minute eingewechselt worden war, ging es daraufhin nicht weiter. „Jeremie hat einen starken Schlag auf den Knöchel bekommen. Es werden noch weitere Untersuchungen vorgenommen. Ich kann noch nichts Genaues sagen, aber einen Einsatz am Wochenende halte ich momentan für fraglich“, erklärte Seoane nach Abpfiff.

Sieben Mal nahm die Werkself in der Klubhistorie an der Europa League teil, sieben Mal überstand sie die Gruppenphase und zog in die nächste Runde ein – eine starke Bilanz! Auch die Niederlage bei Ferencvaros änderte nichts an dem Weiterkommen, da Schwarz-Rot bereits seit dem vorletzten Spieltag als Sieger der Gruppe G feststand. Allerdings war mit dem 0:1 am Donnerstagabend eine Serie gerissen, denn es war tatsächlich die allererste Auswärtsniederlage für Bayer 04 in der Saison 2021/22. Zuvor waren Tah und Co. im Rahmen der laufenden Spielzeit neun Partien in Folge ungeschlagen geblieben. Eine andere Serie blieb nach der Gruppenphase aber weiterhin bestehen: Die Werkself verlor keines der insgesamt 15 Heimspiele in einer Europa-League-Gruppenphase (12 Siege, 3 Remis). Kein Team in der Geschichte dieses Wettbewerbs spielte so häufig zu Hause wie Bayer 04, ohne ein einziges Mal zu verlieren. Stark!
„Neuformierte Bayer-Elf tut sich schwer“, titelt die Kölnische Rundschau und spielt damit auf die vielen personellen Änderungen im Spiel bei Ferencvaros an. Im Vergleich zum 7:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth blieben nur Edmond Tapsoba und Exequiel Palacios übrig. So kam etwa Lunev bekanntermaßen zu seinem Pflichtspieldebüt und Panagiotis Retsos zu seinem zweiten Startelf-Einsatz in dieser Saison. Kicker sprach derweil von einem „Makel im letzten Spiel“ und hob hervor, dass die Werkself „ausgerechnet am letzten Spieltag die erste Niederlage in der diesjährigen Gruppenphase der Europa League hinnehmen“ musste. Zudem analysierte das Fußball-Fachblatt, dass Bayer 04 die defensive Fünferkette der Ungarn „nur selten“ aus den Angeln heben konnte, „zu umständlich“ seien die Offensivbemühungen im letzten Angriffsdrittel gewesen.

Für die Werkself ist nun Regeneration angesagt, das nächste Pflichtspiel in der Bundesliga steht schon vor der Tür: Am kommenden Sonntag, 12. Dezember (Anstoß: 17.30 Uhr), sind Kapitän Hradecky und Co. bei Eintracht Frankfurt gefordert. In der Europa League ist Schwarz-Rot erst im März wieder dran: Dann steht das Achtelfinale auf dem Programm. Das Hinspiel wird am Donnerstag, 10. März, ausgetragen, eine Woche später kommt es dann zum Wiedersehen mit einem Gegner, der nun aber erst noch in der Zwischenrunde ermittelt werden muss.

Mitte August geht es für die Werkself auf den viertägigen Trip nach England, um bei den Premier-League-Klubs Nottingham Forest und Newcastle United die beiden finalen Testspiele der Sommer-Vorbereitung 2026/27 zu bestreiten. Das Spiel in Nottingham gegen die Tricky Trees steigt am Mittwoch, 12. August, um 20.45 Uhr (19.45 Uhr Ortszeit) im City Ground. Die Partie gegen die Magpies aus Newcastle findet am Samstag, 15. August, um 16 Uhr (15 Uhr Ortszeit) im stimmungsvollen St. James' Park statt. Alle Infos zum Ticketverkauf für die beiden Duelle.
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Schwarz-rote Talentförderung auf höchstem Niveau – auch abseits des Platzes: Die Azubinen Jule Suermann, Leandra Bellia und Julia Niederheide haben ihre zwei- beziehungsweise dreijährige Ausbildung beim Werksklub erfolgreich abgeschlossen. Bayer 04 würdigte das Trio am Dienstag in der BayArena.
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Rieden reloaded: Wie schon im Vorjahr verbringen die Bayer 04-Frauen ihr Sommer-Trainingslager in der bayrischen Idylle. Von diesem Sonntag an weilt die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold eine Woche lang in Rieden in der Oberpfalz.
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Es geht wieder los: Am morgigen Dienstag, 14. Juli (ab 11 Uhr an der BayArena; im Livestream auf bayer04.de, in der Bayer 04-App und auf YouTube), wird der neue Cheftrainer Carles Martínez seine erste Trainingseinheit auf dem Platz in Diensten von Bayer 04 leiten. Sein Trainerteam stellt sich dabei aus neuen und langjährigen Kollegen zusammen.
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Während die U19 von Bayer 04 in den ersten Testspielen der neuen Saison gegen Top-Gegner neben einem Remis zwei knappe Niederlagen hinnehmen musste, zeigte sich die U17 beim Erfolg gegen den VfL Wolfsburg erfolgreich. Keine Chance ließ die U14 dem Team der niederländischen Akademie Schoonhoven Sports beim 9:1-Sieg. Und auch die weiblichen Nachwuchs-Teams gewannen ihre beiden Tests souverän. Das Wochenende der Juniorinnen und Junioren im Überblick.
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