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28.09.2021Europa League

Gegner-Check: Der größte Name steht im Tor

Die erste internationale Auswärtsreise der Saison führt Bayer 04 nach Schottland. In der Europa League trifft die Werkself am Donnerstag, 30. September (Anstoß: 21 Uhr), auf Celtic Glasgow. Beim schottischen Vizemeister ist vieles neu – aber noch nicht alles läuft rund.
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Position

Überraschend viele Punkte hat Celtic Glasgow in der Anfangsphase der Saison bereits liegen gelassen. Schon drei der ersten sieben Spiele in der schottischen Premiership hat der einstige Serienmeister verloren – darunter auch das prestigeträchtige Old Firm gegen Dauerrivale Glasgow Rangers, Werkself-Gegner in der Europa-League-Saison 2019/20. Die Rangers hatten die Titelserie von Celtic in der vergangenen Saison nach neun Jahren unterbrochen – von 2012 bis 2020 hieß der schottische Meister stets Celtic. Am Sonntag reichte es im Heimspiel gegen Dundee United aber wieder nur zu einem 1:1, der Rückstand auf die Rangers beträgt damit schon sechs Punkte – und Celtic liegt „nur“ auf Tabellenplatz sechs.

Auch auf europäischem Terrain startete die Saison unglücklich für das Team des neuen Trainers Ange Postecoglou. In der Champions-League-Qualifikation unterlag Celtic dem dänischen Vertreter FC Midtjylland erst in der Verlängerung des Rückspiels und musste so den Traum von der Königsklasse auf dramatische Weise begraben. Durch Siege gegen FK Jablonec aus Tschechien und den AZ Alkmaar aus den Niederlanden qualifizierten sich die Schotten aber im Anschluss für die Europa League, wo es im ersten Spiel bei Real Betis richtig spektakulär wurde. Auswärts in Sevilla führte Celtic nach einer halben Stunde schon überraschend mit 2:0, kassierte dann aber binnen 21 Spielminuten vier Tore und unterlag letztlich mit 3:4. Im ersten Heimspiel der Saison gegen Bayer 04 wollen die Schotten nun die ersten Punkte einfahren.

Personal

Nach zwei Nordiren und einem Schotten, die in den vergangenen fünf Jahren die Trainerbank bei Celtic besetzten, haben die Celtic-Verantwortlichen nun eine fast schon interkontinentale Lösung gefunden: einen in Griechenland geborenen Australier, der zuletzt in Japan trainierte. Ange Postecoglou wurde im Sommer von den Yokohama F. Marinos verpflichtet, die er 2019 zum japanischen Meistertitel geführt hatte. Zuvor war der heute 56-Jährige vier Jahre lang australischer Nationaltrainer und nahm unter anderem an der Weltmeisterschaft 2014 teil. In Europa hingegen war Postecoglou bislang weitgehend unbekannt, seine Verpflichtung durchaus eine Überraschung.

In seinem Team kann er allerdings auf reichlich Erfahrung bauen. Der mit Abstand größte Name steht dabei zwischen den Pfosten. Im Sommer lotste Celtic nämlich den langjährigen englischen Nationalkeeper Joe Hart von den Tottenham Hotspur nach Glasgow. Der 34-jährige Keeper nahm nicht nur an jeweils zwei Welt- und Europameisterschaften teil, sondern war auch bei zwei englischen Meisterschaften mit Manchester City Stammtorhüter und bringt damit ordentlich Routine ins Team der Schotten. Die ganz großen Namen fehlen ansonsten, aus Deutschland ist allenfalls Abwehrchef Christopher Jullien noch Insidern ein Begriff, der groß gewachsene Innenverteidiger absolvierte 2014 ein Bundesligaspiel für den SC Freiburg. Ebenfalls auf einen Einsatz in der höchsten deutschen Spielklasse kommt Albian Ajeti. Der Angreifer aus der Schweiz trug 2016 ein halbes Jahr das Trikot vom FC Augsburg.

Der ehemaliger Freiburger Jullien hat 2021 aufgrund einer schweren Knieverletzung noch kein einziges Spiel bestritten, kehrte zuletzt aber zumindest ins Mannschaftstraining zurück. Gegen Bayer 04 wird Jullien aber wohl noch nicht zurück auf den Platz kehren, auch die Außenbahnspieler Kyogo Furuhashi und Mikey Johnston werden verletzungsbedingt wohl ausfallen. Kapitän Callum McGregor fiel am Sonntag in der Liga zwar ebenfalls aus, könnte am Donnerstag aber wieder eine Option sein.

Prunkstück

Wenn McGregor fit und in Topform ist, bildet er gemeinsam mit David Turnbull und Abräumer James McCarthy eine starke Mittelfeldzentrale in Postecoglous 4-3-3-System. Gerade McGregor ist das Herzstück der Mannschaft, der 28 Jahre alte schottische Nationalspieler lebt den Verein mit jeder Faser, spielt schon seit seinem achten Lebensjahr für Celtic – und ist jetzt eben der wichtigste Akteur im Team. Bei der Europameisterschaft im Sommer erzielte McGregor zudem das einzige Tor für die schottische Nationalmannschaft. Nebenmann Turnbull gilt mit 22 Jahren als eines der größten Talente des Landes, wurde von seinen Kollegen zum besten jungen Spieler der vergangenen Saison gewählt. Ihm wird durchaus der Schritt zu einem europäischen Top-Klub zugetraut.

Probleme

In der Defensive hat Celtic einen großen Aderlass aufzuarbeiten. Weil der in der Vorsaison überragende Leuchtturm Kristoffer Ajer im Sommer nach Brentford wechselte, und Jullien noch immer ausfällt, war der qualitative Verlust groß. Die beiden als Ersatz geholten Carl Starfelt (von Rubin Kasan verpflichtet) und Cameron Carter-Vickers (von Tottenham ausgeliehen) sind beide neu im Team und müssen sich erst noch finden – zumal auch Außenverteidiger Josip Juranovic (von Legia Warschau) ein Neuzugang ist. In Sevilla gelang das nur bedingt. Außerdem hat Celtic auf fremdem Platz bislang Probleme. Alle drei Auswärtsspiele in der schottischen Liga hat das Team verloren.

Prognose

Hinter Sevilla und Bayer 04 ist Celtic auf dem Papier wohl die Nummer drei der Gruppe G. Bei Real Betis haben die Schotten aber schon gezeigt, mit den vermeintlichen Favoriten mithalten zu können, sodass Bayer 04 vor einer schwierigen Aufgabe steht. Sobald die beiden Schlüsselspieler McGregor und Jullien wieder fit sind, dürfte Celtic auch defensiv deutlich stabiler auftreten und könnte auch um die ersten beiden Gruppenplätze noch ein Wörtchen mitreden.

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