
Mit vier Wechseln in der Startelf sorgte Cheftrainer Xabi Alonso drei Tage nach dem Halbfinal-Hinspiel in der UEFA Europa League bei der AS Rom (0:1) für frischen Wind. Die Werkself verfügte in der Anfangsphase dementsprechend über optische Vorteile, Großchancen blieben jedoch aus - auch, weil sich der VfB tief in die eigene Hälfte zurückzog und damit die Räume für Moussa Diaby und Co. eng machte. Mitchel Bakker (6.) und Sardar Azmoun (8.) versuchten sich, hatten aber ebenso keinen Erfolg wie Edmond Tapsoba in der 25. Minute. So ging es torlos in die Kabinen.
In Hälfte zwei kamen die Schwaben dann vor 46.300 Zuschauern, darunter 2.000 Fans aus Leverkusen, zur überraschenden Führung: Nach einem Foul von Exequiel Palacios an Wataru Endo traf Serhou Guirassy vom Punkt zum 1:0 für Stuttgart (57.). Die unmittelbar anschließende Hereinnahme von Florian Wirtz für Bakker brachte eine Systemumstellung mit sich - die nur rund zehn Minuten später mit dem verdienten Ausgleichstreffer belohnt wurde. VfB-Keeper Fabian Bredlow räumte Tapsoba im Luftduell ab, nach Ansicht der Videobilder zeigte Schiedsrichter Frank Willenborg auf den Punkt. Wie schon beim 2:1-Sieg gegen den FC Bayern München, als Palacios beide Strafstöße verwandelte, netzte der argentinische Weltmeister auch dieses Mal wieder eiskalt ein und traf zum 1:1-Endstand in die linke untere Ecke (70.). HIER geht’s zum ausführlichen Spielbericht.
Alonso sprach nach Abpfiff von einem „intensiven Spiel für alle. Für die Spieler und für die Trainer. Alle drei Tage zu spielen, ist eine Herausforderung. Aber ich bin zufrieden mit dem Einsatz und dem Kampf der Mannschaft bis zur letzten Minute.“ Am heutigen Montag hat die Werkself trainingsfrei, „um sich körperlich und mental zu erholen“. Ab Dienstag liege der Fokus dann ausschließlich auf dem Halbfinal-Rückspiel gegen die AS Rom am Donnerstag, 18. Mai (Anstoß: 21 Uhr), in der BayArena.

Abwehrchef Jonathan Tah ergänzte bezugnehmend auf die Partie in Stuttgart: „Ob das Spiel schön anzuschauen war, weiß ich nicht. Es war schwierig für uns, die Räume zu finden. Das besser zu machen, ist etwas, das wir für Donnerstag gegen Rom mitnehmen können.“
Eine mehr als beeindruckende Zahl: Torwarttrainer David Thiel feierte am Sonntag in Stuttgart sein 500. Pflichtspiel für Bayer 04. Der 38-Jährige ist bereits seit 1996 für den Werksklub im Einsatz. Im Alter von zehn Jahren wurde der gebürtige Leverkusener Mitglied, durchlief danach als Torwart die Jugendmannschaften und stand anschließend für die Zweite Mannschaft zwischen den Pfosten. Parallel dazu trainierte Thiel schon die Jugend-Torhüter am Leistungszentrum Kurtekotten und wurde dabei von der Bayer 04-Ikone Rüdiger Vollborn unterstützt. 2012 schließlich übernahm er die Position als Torwarttrainer der Profis - und hat dieses bis heute inne. Herzlichen Glückwunsch und auf viele weitere Einsätze!

Und auch Florian Wirtz, der nach einer Stunde Mitchel Bakker ersetzte, hat in Stuttgart eine bemerkenswerte Marke geknackt: Seit Anfang Mai junge 20 Jahre alt, absolvierte der Spielmacher sein 100. Pflichtspiel für Bayer 04! Wirtz kommt aktuell auf 75 Partien mit 36 Torbeteiligungen in der Bundesliga, vier DFB-Pokal-Spiele (1 Treffer) sowie 21 Europa-League-Duelle mit 16 Torbeteiligungen. Ganz starke Werte!
Nicht nur die Anzahl der erzielten Treffer gestaltete sich ausgewogen, jeweils mit minimalen Mehranteilen auf Seiten des VfB lag der Ballbesitz bei 51 Prozent, 51 Prozent gewonnenen Zweikämpfen sowie eine leicht bessere Passquote (87 zu 85 Prozent). Bei der Anzahl abgegebener Torschüsse hatte wiederum die Werkself mit 12:9 die Nase vorn. In Stuttgart ist Bayer 04 unterdessen nun seit elf Spielen ungeschlagen (7 Siege, 4 Remis).
„Zwei Foulelfmeter sorgen für Belebung in einer lange spannungsarmen Begegnung“ bewertete die Rheinische Post das Geschehen im Nachgang. Bezogen auf den Ausgleichstreffer von Exequiel Palacios schrieb der Kölner Stadt-Anzeiger: „Trotz massiver Stuttgarter Störversuche vollstreckte Palacios präzise ins linke Eck zum 1:1.“ Der Mittelfeldspieler erhielt vom KStA die Note 2, die Begründung: „Zeigte ein beeindruckendes Spiel, bis er sich zum Foul im Strafraum verführen ließ. Machte das mit extremer Kühle beim Verwandeln des eigenen Elfmeters wett.“ Der kicker zog unterdessen folgendes Fazit: „Ein gerechtes Remis zweier wenig inspirierter Teams, die meist über das Mittelfeld nicht hinauskamen.“

Auf die Werkself wartet eine weitere Englische Woche mit zwei Heimpartien in der BayArena: Am Donnerstag, 18. Mai (Anstoß: 21 Uhr), gastiert die AS Rom zum Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Europa League in Leverkusen. Drei Tage später folgt das letzte Bundesliga-Heimduell der laufenden Saison 2022/23 gegen Borussia Mönchengladbach. Anpfiff ist am Sonntag, 21. Mai, um 19.30 Uhr.

Showdown zum Saisonabschluss: Die U19 von Bayer 04 trifft am Mittwoch, 27. Mai (Anstoß: 19 Uhr/Stadionöffnung: 17 Uhr), im Finale des FVM-Verbandspokals auf den FC Viktoria Köln – und kann die Spielzeit 2025/26 so mit einem Titel beenden. Tickets für die Partie im Aggerstadion in Troisdorf sind ab sofort online sowie am Spieltag an der Tageskasse erhältlich.
Mehr zeigen
Kristin Kögel und Friederike Repohl haben die Entwicklung der Bayer 04-Frauen in den vergangenen Jahren geprägt wie kaum andere Spielerinnen. Nun wechselt Mittelfeldspielerin Kögel nach sechs Jahren in Leverkusen zu Racing Straßburg nach Frankreich, während Torhüterin und Kapitänin Repohl, die fünf Jahre unterm Kreuz spielte, ihre Karriere beendet. Im großen Werkself-TV-Interview zum Abschied sprechen die beiden unter anderem über ihre schönsten Erinnerungen an die Zeit bei Bayer 04, Meilensteine mit der Werkself und ihre Wünsche für die Zukunft.
Mehr zeigen
Nach dem letzten Saisonspiel der Profis durften sich unter der Woche nun auch einige Junioren-Teams sowie die Bayer 04-Fußballschule auf dem Rasen der BayArena austoben. In verschiedenen Spielformen und Trainingseinheiten zeigten die hochmotivierten Leverkusener Nachwuchs-Kicker ihr Können auf einem echten Bundesliga-Feld – und hatten dabei eine ganze Menge Spaß!
Mehr zeigen
Der Kader der Bayer 04-Frauen für die kommende Saison nimmt weiter Form an: Von der Zweitvertretung von Eintracht Frankfurt, die in der 2. Frauen-Bundesliga beheimatet ist, wechselt die 19 Jahre alte Innenverteidigerin Emily Wallrabenstein nach Leverkusen. Hier hat sie einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028 unterschrieben.
Mehr zeigen