
Verletzungen und Belastungssteuerung: Chefcoach Xabi Alonso veränderte seine Startelf im Vergleich zur vorangegangenen Partie in der UEFA Europa League bei der AS Rom auf vier Positionen: Kerem Demirbay, Mitchel Bakker, Sardar Azmoun und Amine Adli kamen neu ins Team, Robert Andrich, Odilon Kossounou (beide verletzt), Adam Hlozek und Florian Wirtz (beide auf der Bank) standen dafür nicht in der Anfangsformation.
Bayer 04 kam mit der Empfehlung von sechs ungeschlagenen Bundesliga-Auswärtsspielen nacheinander in die Mercedes-Benz Arena und hatte zuletzt drei Siege und drei Unentschieden auf fremdem Terrain verbucht. In Stuttgart war die Werkself sogar in den vergangenen zehn Gastspielen ohne Niederlage geblieben (sieben Siege, drei Unentschieden). Die Leverkusener waren zunächst auf Ballzirkulation, Spielkontrolle und defensive Stabilität aus und wollten zugleich Nadelstiche setzen. Wie nach sechs Minuten, als Demirbay die Kugel auf den zweiten Pfosten brachte, wo Bakker nicht mehr richtig zum Abschluss kam. Deutlich gefährlicher kurz darauf der Angriff über die linke Seite: Moussa Diaby schlug den Ball flach nach innen, doch Azmoun kam in der Mitte nicht entscheidend zum Schuss (8.). Den Bayer 04-Fans gefiel's trotzdem, der ganz in Rot gedresste und dicht gefüllte Gästeblock machte ordentlich Stimmung im Stuttgarter Stadion.

Der VfB, bei dem Risikovermeidung an erster Stelle stand, kam nach einer guten Viertelstunde erstmals erfolgversprechend in die Nähe des Tores von Lukas Hradecky, nach einer Hereingabe von der linken Seite trat Endo im Strafraum über den Ball (17.). Auf der Gegenseite kam Edmond Tapsoba in aussichtsreicher Position nach einem Demirbay-Freistoß nicht mehr an den Ball (25.). Schwarz-Rot war optisch überlegen, tat sich aber schwer, mit Tempo Angriffe in die Tiefe zu starten und Lücken im Abwehrverbund der Schwaben zu finden. Die größte Gelegenheit für Bayer 04 unmittelbar vor der Pause, als Azmoun in Bedrängnis allein vor Keeper Bredlow hätte abschließen können, aber die falsche Option wählte und den Ball per Hacke für den nachrückenden Adli auflegen wollte (45.). Es ging torlos in die Halbzeit.
Zwölf Minuten nach der Pause die durchaus überraschende Führung der Hausherren. Exequiel Palacios brachte an der Strafraumgrenze Endo zu Fall, den fälligen Elfmeter verwandelte Guirassy mit einem frechen Panenka-Lupfer zum Stuttgarter 1:0 (57.). Xabi Alonso wechselte offensiv und brachte Florian Wirtz für Bakker (60.), taktisch agierte die Werkself nun mit einer Viererkette mit Piero Hincapie auf der linken Seite. Wenig später räumte Bredlow Tapsoba im Luftkampf ab, und nach Intervention des VAR entschied Schiedsrichter Willenborg völlig zu Recht auf Strafstoß für die Werkself (66.). Palacios, schon beim 2:1-Sieg gegen die Bayern zweimal souverän vom Punkt, trat an und verwandelte mit großer Überzeugung ganz sicher flach und scharf ins linke Eck zum 1:1-Ausgleich (70.). Unmittelbar danach Glück für die Leverkusener, dass Vagnoman einen Kopfball aus kürzester Distanz neben den Pfosten setzte (71.).

Auf der anderen Seite hatte Tapsoba die Führung auf dem Fuß, der Innenverteidiger geriet nach Demirbays Freistoß aber in Rücklage und donnerte die Kugel über den Querbalken (80.). Den Linksschuss von Jeremie Frimpong entschärfte Bredlow (84.), im Gegenzug rettete Hincapie in höchster Not. Bayer 04 tauschte doppelt, Nadiem Amiri und Adam Hlozek kamen für Adli und Azmoun (88.). Die Werkself drückte in der Schlussphase vehement auf den Siegtreffer, Hlozek wurde gleich zweimal gerade eben noch geblockt (90.+1/90.+3). Wenig später war Schluss.
Für Bayer 04 geht es mit den beiden abschließenden Heimspielen dieser Saison weiter. Zunächst steht am Donnerstag, 18. Mai, um 21 Uhr in der ausverkauften BayArena das Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Europa League gegen die AS Rom auf dem Programm. In der Bundesliga folgt das Duell des 33. Spieltags am Sonntag, 21. Mai, um 19.30 Uhr gegen Borussia Mönchengladbach.
Die Statistik:
VfB Stuttgart: Bredlow – Anton, Zagadou, Ito – Vagnoman, Karazor, Endo, Sosa (90. Coulibaly) – Silas (64. Führich), Tiago Tomas (74. Millot) – Guirassy
Bayer 04: Hradecky – Tapsoba, Tah, Hincapie – Frimpong, Palacios, Demirbay, Bakker (60. Wirtz) – Diaby, Azmoun (88. Hlozek), Adli (88. Amiri)
Tore: 1:0 Guirassy (57./Foulelfmeter), 1:1 Palacios (70./Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Anton, Bredlow, Coulibaly – Bakker, Hincapie, Wirtz, Demirbay
Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Zuschauer: 46.300 in der Mercedes-Benz Arena

Bayer 04 hat den U19-Mittelfeldspieler Emmanuel Chigozie Owen an den FC Utrecht in die niederländische Eredivisie transferiert.
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Mit Milton Queiroz da Paixao fing 1987 alles an: Tita, wie er genannt wurde, war der erste Brasilianer unterm Bayer-Kreuz. Zahlreiche weitere Fußballer vom Zuckerhut sollten in den nächsten Jahren folgen. Viele von ihnen drückten dem Spiel der Werkself ihren eigenen Stempel auf. Rund 40 Jahre später setzt Arthur, der seit Sommer 2023 das Bayer 04-Trikot trägt, diese lange Tradition fort. Der 23-Jährige ist bereits der 24. Brasilianer der Vereinshistorie und hat sich als Teil der Doublesieger-Mannschaft von 2024 schon jetzt in die Geschichtsbücher des Werksklubs geschrieben. Ein Überblick über alle Bayer 04-Spieler aus dem Land des fünfmaligen Weltmeisters in Kurzporträts.
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