
Die Werkself machte ihrem Ruf als Frühstarter der Liga mal wieder alle Ehre. Mit neun Toren in der Anfangsviertelstunde nahmen die Leverkusener zuvor schon den Spitzenwert in der Liga ein, jetzt legte Amine Adli mit seinem Führungstreffer in der 12. Minute noch einen drauf. Das 2:0 durch den Kopfball von Edmond Tapsoba (17.) verpasste nur knapp einen weiteren Eintrag in dieser Kategorie. Fürth kam zwar nach gut einer halben Stunde zum Anschluss durch Jeremy Dudziak, doch unmittelbar vor der Pause stellte Piero Hincapie mit dem 3:1 den alten Abstand wieder her.
Nach dem Wechsel benötigte die Werkself keinerlei Anlauf, um ihren Gegner in nicht einmal einer halben Stunde in seine Einzelteile zu erlegen. Patrik Schick traf vier Minuten nach der Pause zum 4:1 und legte in der Folge noch drei weitere Tore bis zur 76. Minute nach. 04 Treffer in 27 Minuten – schneller als der Tscheche war in der Bundesliga-Historie allein Robert Lewandowski bei seinem Fünferpack binnen neun Minuten 2015 gegen Wolfsburg. Den ausführlichen Spielbericht gibt es HIER.
Patrik Schick kreierte an diesem verregneten Nachmittag seinen eigenen gute Laune machenden „Ketchup-Song“. „Erst kommt nichts“, sagte er in Anspielung auf seine tor- und chancenarme erste Halbzeit, „und dann kommt alles auf einmal raus.“ Der Mann des Tages vergaß aber nicht, die glänzende Vorbereitung der Kollegen Piero Hincapie, Moussa Diaby, Karim Bellarabi und Florian Wirtz zu erwähnen: „Ich habe tolle Unterstützung bekommen, da war es nicht mehr schwer, die Tore zu machen.“

Trainer Gerardo Seoane betonte derweil die Wichtigkeit eines echten Stoßstürmers für die Balance und Durchschlagskraft seiner Mannschaft. „Wir haben immer betont, dass wir einen Mittelstürmer wie Patrik Schick oder Lucas Alario brauchen, der die gegnerischen Innenverteidiger fixiert. Dann entfaltet sich auch unser Mittelfeld besser“, sagte der Schweizer und merkte zum Spielverlauf an: „Wir haben nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit zum richtigen Zeitpunkt das 3:1 gemacht. Insgesamt zeigen 7 Tore aus 13 Schüssen, dass wir sehr effektiv und kaltschnäuzig sind.“
Die Wahl zum Man of the Match erledigte sich diesmal auch ganz ohne jedes Voting: Patrik Schick geht in die Geschichte ein als erster Bayer 04-Profi, der in einem Bundesligaspiel vier Tore erzielt hat. „Der Rekord ist ein tolles Gefühl. Ich hätte mich schon über einen Hattrick gefreut, aber vier ist natürlich erst recht okay“, betonte der 25-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. Und wie es sich nach einem solch außergewöhnlich erfolgreichen Arbeitstag gehört, sicherte sich der Goalgetter den Spielball als Trophäe für die eigenen vier Wände. Der Assist zu diesem Fang gebührte übrigens Kerem Demirbay, der Schick die Kugel gleich nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Tobias Reichel zugeworfen hatte.

Es war gleich in mehrerer Hinsicht ein Nachmittag der Rekorde in der BayArena. Neben den 04 trefflichen Argumenten von Patrik Schick bedeutet das 7:1 gegen die Fürther zudem auch den höchsten Bundesliga-Heimsieg aller Zeiten für die Werkself. Die alte Bestmarke auf eigenem Platz, ein 6:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern, resultierte vom 10. April 2004.
Was das Spiel angeht, lag die Werkself neben dem Ergebnis auch in allen anderen relevanten Kategorien vorn: bei den Torschüssen (13:8), im Ballbesitz (60:40 Prozent) sowie in der Zweikampf- (58:42 Prozent) als auch in der Passquote (85:75 Prozent).
Auch in den Medien spielt Patrik Schick die Hauptrolle. „Leverkusen hatte großartige Stürmer in der Vergangenheit. Doch weder Ulf Kirsten noch Rudi Völler oder Stefan Kießling haben das geschafft, was Patrik Schick jetzt gelungen ist“, berichtet die Bild am Sonntag. Der Express wähnte sich in einer „irren Schick-Show“, der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt in seiner Online-Ausgabe: „Die gut 10.000 Bayer-Fans besangen ihren Helden unter ihren Masken mit Sprechchören. Zurecht.“
Die Rheinische Post (Online-Ausgabe) geht ebenso auf die feierfreudigen Fans ein: „Nach dem 5:1 stimmten die Werkself-Anhänger ,Einer geht noch, einer geht noch rein' an – und die schmähende Prophezeiung erfüllte sich tatsächlich.“ Die Welt am Sonntag erwähnt derweil die historisch schlechte Serie der Fürther: „Zwölf Niederlagen in Folge – das gab es in der Bundesliga noch nie.“

Nach dem Highlight in der Bundesliga folgen für die Werkself nun noch zwei Englische Wochen bis zum sportlichen Jahresausklang. In der UEFA Europa League steht für Bayer 04 das abschließende Gruppenspiel am Donnerstag, 9. Dezember um 21 Uhr bei Ferencvaros Budapest bevor. Da die Leverkusener als Gruppensieger und Achtelfinalist bereits feststehen, dürfte Trainer Gerardo Seoane in Ungarn ausgiebig rotieren. Drei Tage danach folgt für Schwarz-Rot die Partie des 15. Bundesliga-Spieltags am Sonntag, 12. Dezember, um 17.30 Uhr bei Eintracht Frankfurt. Die Bundesliga-Begegnungen mit der TSG Hoffenheim in der BayArena am Mittwoch, 12. Dezember (Anstoß: 20.30 Uhr), sowie beim Sport-Club Freiburg am Sonntag, 19. Dezember (Anstoß: 15.30 Uhr), komplettieren das Programm in 2021.

Werkself-TV zeigt nach dem 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli am 22. Bundesliga-Spieltag die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Kasper Hjulmand und Alexander Blessin...
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Werkself-TV zeigt den 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli am 22. Bundesliga-Spieltag re-live...

Am 2. Spieltag der Hauptrunde in Liga A der DFB-Nachwuchsliga lieferte sich die U19 von Bayer 04 ein spannendes Duell mit dem 1. FSV Mainz 05. Nach der frühen Führung der Leverkusener durch Emmanuel Owen (4.) drehten die Gastgeber zwischenzeitlich das Spiel, ehe Jeremiah Mensah noch vor der Pause ausgleichen konnte (36.). Nach dem Seitenwechsel sorgte Jonah Berghoff für die erneute Leverkusener Führung (73.), aber Mainz traf nur zwei Minuten später zum 3:3-Endstand.
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Gerade einmal anderthalb Wochen nach dem Viertelfinal-Erfolg im DFB-Pokal heißt der Gegner der Werkself am Karnevalssamstag, 14. Februar (Anstoß: 15.30 Uhr), erneut FC St. Pauli. Im Rahmen des 22. Bundesliga-Spieltags gastieren jedoch Kiezkicker in der BayArena, die am vergangenen Wochenende mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart ordentlich Selbstvertrauen getankt haben. Dennoch spricht die Bilanz eindeutig pro Schwarz-Rot – und das Team von Trainer Kasper Hjulmand will auch gegen optimistische Hamburger alles dafür tun, dass das so bleibt. Die Kurzpässe.
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Nach dem emotionalen 2:1-Derbysieg gegen den 1. FC Köln sprechen Carlotta Wamser und Torschützin Sofie Zdebel über die Gründe für den wichtigen Dreier. Dabei ordnet das Duo die Leistung der Mannschaft ein – und blickt auf die kommenden Karnevalstage voraus.
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