
Einer geht noch. Aller guten Dinge dürfen zwischen Wupper und Rhein schließlich auch gerne mal Null-Vier sein. Also los. Insgesamt stehen sich die beiden Klubs am Sonntag im 45. Pflichtspiel gegenüber (bislang 37 Mal in der Bundesliga, 6x in der Zweiten Liga und 1x im DFB-Pokal). Und…tadaaaaaa…der Werkself winkt Sieg Nummer 25. Whoop whoop! Hier kommen (weitere) 25…ähhh…04 Fakten zu #H96B04.
Die vollständige Bilanz möchten wir natürlich nicht vorenthalten. Aus gutem Grund, zwinker, zwinker! Denn aus Bayer 04-Sicht stehen neben den 24 Siegen außerdem 13 Unentschieden und nur sechs (!) Niederlagen zu Buche – aus allen Pflicht-Duellen wohlgemerkt. In den 37 Bundesliga-Spielen musste die Werkself den Hannoveranern unterdessen lediglich fünfmal zum Sieg gratulieren – davon dreimal in Hannover. Trotzdem dürfte es den Gastgebern bei dieser Bilanz eiskalt über den Rücken laufen. Denn diese Zahlen bedeuten zugleich: Im Fußball-Oberhaus (bei mindestens fünf Duellen) hat Hannover 96 nur gegen den KFC Uerdingen (13 Prozent) eine schwächere Siegesquote als gegen die Werkself (14 Prozent). Seit Dezember 2009 verlor der Bayer in 17 Liga-Spielen gegen die Hannoveraner nur ein einziges Mal (2:3; Dezember 2012) – sonst gab es zehn Siege und sechs Unentschieden. Apropos Unentschieden. So endete im Übrigen das Hinspiel im Oktober. Und nach jenem Ach-und-Krach-2:2 aus schwarzer-roter Sicht sind wir diesmal entschieden gegen einen Tor-Gleichstand am Ende der 90 Minuten. Stattdessen für die Rückrunden-Punkte 16, 17 und 18!
Noch ist der…ähhh…das Kind nicht in einen der vielen Brunnen in Hannovers Altstadt gefallen, aber der güldene Minuten-Zeiger der prunkvollen Uhr an der Rathauskuppel hat spätestens seit dem deutlichen 1:5 gegen den Abstiegsrivalen aus Stuttgart am vergangenen Sonntag einen riesigen Sprung in Richtung der „12“ gemacht. Sieben Zähler beträgt Rückstand aufs rettende Ufer, fünf sind es bis auf den Relegationsplatz, den weiter die Stuttgarter bewohnen. Die Konsequenz: Vor dem Duell mit der Werkself strich der neue Trainer Thomas Doll den freien Trainingstag seiner Profis und berief mit Marvin Bakalorz zum Wochenstart auch noch einen neuen Mannschaftskapitän. Das klingt stark nach Aufbruchsstimmung. „Es ist an der Zeit, dass in Hannover ein anderer Wind weht. Wir müssen uns anders präsentieren, ansonsten wirst du ja die Lachnummer der Bundesliga. Darauf haben ich am wenigsten Lust“, nahm Doll seine Profis in die Pflicht. Aus gutem Grund: Hannover 96 spielt mit 14 Punkten und einer Tordifferenz von minus 34 die schwächste Saison der Vereinsgeschichte. Zuvor hatten die Niedersachsen nach 24 Spielen nie weniger als 16 Punkte auf dem Konto (1988/89). Zum Vergleich: Die Werkself holte alleine schon in der Rückrunde 15 Zähler…
Es scheint irgendwie, das Bundesliga-Abstiegsgespenst habe im August 2018 seinen Zweitwohnsitz leiste, still und heimlich an die Leine verlegt – auch, wenn alle drei Saisonsiege (gegen Stuttgart, Wolfsburg und Nürnberg) sowie eins der bisherigen fünf Unentschieden in der heimischen HDI-Arena gelangen. Dennoch: In den vergangenen sechs Spielen kassierten die Hannoveraner 19 ihrer insgesamt 55 Gegentreffer, wodurch sie sich übrigens auch den eher undankbaren Beinamen „Schießbude der Liga“ eingeheimst haben. Allein in den jüngsten sieben Heimspielen mussten die Schwarz-Weiß-Grünen stolze 14 Gegentore „fressen“. Damit musste Hannovers Keeper Michael Esser im eigenen Wohnzimmer zuletzt im Schnitt zweimal pro Spiel hinter sich greifen und kann einem damit fast leidtun. Zumal am Sonntag nicht wirklich Besserung droht – ganz egal, ob der Gegentor-Hunger von Esser längst gestillt ist oder nicht. Bereits 17 Mal war die Werkself seit Rückrundenstart erfolgreich – und traf dabei in den letzten sechs Liga-Spielen immer mindestens doppelt. Wow! Eine längere derartige Treffer-Serie gab es für die Werkself zuletzt übrigens im Jahr 2014 – damals waren es acht Liga-Spiele in Folge mit mindestens zwei Toren. Da bleibt doch nur zu wünschen, dass sich die Werkself – trotz der seit Mittwoch laufenden Fastenzeit – in bester Gastfreundlichkeit gleich mehrfach am offenbar reichlich ausgestatteten TORtenbüffet in Hannovers Arena bedient! Und gerne auch möglichst zeitnah nach Anpfiff. Denn: Hannover holte in dieser Saison nur einen einzigen Zähler nach Rückstand – Ligatiefstwert! Also, los!
Peter Bosz und der Bayer. Das scheint zu passen! Auch, wenn es das natürlich in den ausstehenden zehn Spieltagen (und darüber hinaus) zu beweisen gilt. Aber unabhängig davon ist es beeindruckend, wie schnell die Werkself das Spielsystem des Niederländers angenommen und offenbar verinnerlicht hat. Besonders in den jüngsten Auftritten stellten die Bosz-Schützlinge eindrucksvolle Top-Werte auf. Dass die Werkself im ligaweiten Ranking bei der abgespulten Strecke (insgesamt 2.921,0 km) ganz vorne liegt, ist bekannt. Aber vielleicht weniger, dass der Leverkusener Ballbesitz zuletzt im Heimspiel gegen den SC Freiburg bei löwenstarken 74 Prozent lag – nur im vorherigen Heimspiel gegen Düsseldorf, als die Werkself mit 85 Prozent (seit detaillierter Datenerfassung 2004/05) einen Vereinsrekord aufstellte, hatten die Schwarz-Roten in dieser Saison häufiger das Spielgerät. Darüber hinaus lag die Passgenauigkeit in den jüngsten 04 Bundesliga-Spielen immer bei mindestens 90 Prozent. Auch das ist ein neues LEVel. Neben den Havertzen, Brandts, Aránguiz’ und Vollands kommt dabei auch Jonathan Tah eine tragende Rolle zu. Denn allein in den sieben Rückrunden-Begegnungen spielte der National-Verteidiger mit 693 erfolgreichen Pässen bereits fast genauso viele wie in der gesamten Hinrunde (725 Pässe in 16 Partien). Die Nummer 4 der Werkself, die gegen Freiburg ihren 50. Sieg im Fußball-Oberhaus bejubeln durfte, hat am Sonntag wohl den nächsten Grund zur Freude: Kommt Tah gegen Hannover zum Zug, bestreitet der 23-Jährige sein 100. Spiel mit dem Kreuz auf der Brust. Respekt, Jona!
Weitere Infos zum Spiel:
Letztes Ergebnis: 2:2 (H)
Spielstätte: HDI-Arena (49.000 Plätze)
Schiedsrichter: Sören Storks (Velen)
Vorhergesagtes Wetter: 8 Grad, Schauer
Live zu sehen bei: Sky


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