
Der 2:0-Erfolg in Mainz am Dienstag war keiner für die Galerie – doch Trainer Oliver Glasner dürfte das egal gewesen sein. „Es war ein richtiges Kampfspiel, mit sehr vielen Zweikämpfen und langen Bällen“, bewertete Wolfsburgs Coach den Dreier in Rheinhessen. Sein Team hatte spielerisch zwar nicht geglänzt, aber dafür andere wichtige Tugenden gezeigt: Geduld, defensive Stabilität, Effektivität. Qualitäten, die eine Top-Mannschaft ausmachen. Und genau zu einer solchen hat sich der VfL Wolfsburg unter Glasner wieder entwickelt. Die Niedersachsen haben sich in der Spitzengruppe der Tabelle eingenistet, stehen seit dem 7. Spieltag im oberen Tabellendrittel – und das völlig zu Recht. In der Bundesliga haben es erst zwei Teams geschafft, den VfL zu schlagen: der FC Bayern und Borussia Dortmund. Und in beiden Spielen war Wolfsburg nah dran, zumindest einen Punkt mitzunehmen. Auch am vergangenen Wochenende zeigten die Wölfe gegen RB Leipzig eine starke Leistung, holten ein 2:2. Und die Spitzenmannschaft aus Sachsen wurde im Nachgang nicht müde zu betonen, dass man gegen einen „sehr guten Gegner“ gespielt habe. Etwas bitter für Wolfsburg: Die dritte Saison-Niederlage fand zur Unzeit stand. Im entscheidenden Qualifikationsspiel zur Europa-League-Gruppenphase unterlag Glasners Team AEK Athen mit 1:2 und verpasste den Einzug in die Vorrunde des Wettbewerbs. Im Achtelfinale des DFB-Pokals trifft Wolfsburg Anfang Februar auf den FC Schalke 04.
Dass es momentan läuft beim VfL hat sicher auch damit zu tun, dass sich die Personallage in den vergangenen Wochen entspannt hat. Vor Weihnachten war das Team vom Coronavirus heimgesucht worden – und auch jetzt sind es in einer verletzungsfreien Mannschaft die Nachwirkungen von COVID-19, die für Ausfälle sorgen. Jerome Roussillon, der etatmäßige Linksverteidiger des Teams, ist nach seiner Erkrankung noch nicht wieder voll belastbar und wird wohl auch gegen Bayer 04 noch ausfallen. Innenverteidiger Marin Pongracic kehrte nach seiner Infektion zwar zunächst zurück und spielte beim 2:2 gegen Union Berlin eine Halbzeit, klagte dabei aber über Atembeschwerden und stand daraufhin sowohl gegen Leipzig als auch in Mainz nicht im Kader.
Aus anderen Gründen nicht mehr dabei ist Felix Klaus. Der Außenbahnspieler, der im Hinspiel gegen die Werkself noch gut 20 Minuten mitwirkte, ist vergangene Woche auf Leihbasis zu Fortuna Düsseldorf gewechselt.
Er kommt unter den großen Namen der Bundesliga-Konkurrenten teilweise etwas zu kurz, doch die Zahlen sprechen für sich: Wout Weghorst hat in der nun abgeschlossenen Bundesliga-Hinrunde ebenso viele Tore erzielt wie Erling Haaland – nämlich zwölf. So viele Treffer an den ersten 17 Spieltagen einer Saison schaffte in der Wolfsburger Bundesliga-Historie noch kein Stürmer: kein Edin Dzeko, kein Grafite, kein Mario Mandzukic, kein Mario Gomez. „Das sind schöne Fakten, das ist immer eine gute Sache“, freute sich der Torjäger vom Dienst im Anschluss. In den vergangenen drei Bundesligaspielen traf Weghorst jeweils – und in Mainz zeigte der fast zwei Meter große Stürmer eindrucksvoll, dass er es nicht nur mit Wucht kann. Technisch höchst sehenswert überlupfte er 05-Keeper Zentner zum 2:0-Endstand. Gegen Bayer 04 gelang Weghorst im September 2018 übrigens sein allererstes von mittlerweile schon 45 Bundesligatoren. In den darauffolgenden vier Anläufen gegen Schwarz-Rot kam jedoch keines mehr dazu.
Wenn die Werkself-Defensive den Niederländer wieder in Schach hält, dürften die Chancen für die Bosz-Elf nicht schlecht stehen. Denn der VfL ist stark abhängig von seinem Goalgetter. Von den sieben Ligaspielen, in denen Weghorst nicht traf, gewann Wolfsburg nur ein einziges. Und: Trotz des überragenden Goalgetters verzeichnet der VfL die wenigsten Treffer aller Teams der oberen Tabellenhälfte. Gerade spielerisch fehlen dem VfL hin und wieder die Mittel, um andere Akteure als den großgewachsenen Zielspieler einzusetzen. Auch nach dem Spiel in Mainz zuletzt gab Coach Glasner zu: „Das war kein fußballerischer Leckerbissen.“
Das Scheitern in der Europa-League-Qualifikation ist der einzige Wermutstropfen in einer bislang runden Spielzeit für den VfL Wolfsburg. Klar, dass die Niedersachsen das nach Möglichkeit im Jahr 2021 richtigstellen und wenn möglich direkt in die Gruppenphase der Europa League einziehen wollen. Nötig wäre dafür in der aktuellen Spielzeit voraussichtlich Platz fünf – und diese Platzierung ist den Wölfen am Saisonende definitiv zuzutrauen, wenn das Team weiterhin so konstant agiert.

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