
Für das Duell gegen den VfL Wolfsburg entschied sich Cheftrainer Xabi Alonso für vier Neue in der Startelf: Anstelle von Piero Hincapie, der beim 1:5 gegen Eintracht Frankfurt die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, stand Odilon Kossounou in der Abwehrkette. In der Zentrale startete Kerem Demirbay, in die Offensive beorderte Alonso Adam Hlozek und Amine Adli. Dafür nahm Paulinho auf der Bank Platz, Charles Aránguiz (Wadenprobleme) und Patrik Schick (Adduktorenprobleme) standen nicht im Aufgebot.
Die Werkself nahm in den Anfangsminuten die Kontrolle an sich, ein ruhiger Spielaufbau mit viel Ballbesitz war die Folge. In der 10. Minute lief Moussa Diaby dann mit viel Tempo erstmals in den gegnerischen Sechzehner hinein. Seine Hereingabe fand zwar keinen Mitspieler, landete dafür aber an der Hand des Wolfsburgers Micky van de Ven. Der Unparteiische Dr. Felix Brych zeigte folgerichtig auf den Punkt. Diaby trat aus elf Metern an, setzte die Kugel jedoch rechts am Pfosten vorbei.
In der 17. Minute dann erneut das Duell Diaby gegen Casteels: Die Leverkusener Nr. 19 lief nach Doppelpass mit Hlozek frei auf den Wolfsburger Keeper zu, wartete lange bis zum Abschluss, behielt die Nerven und traf per Tunnel zum verdienten 1:0. Es war das 2500. Tor in der Bundesliga für Schwarz-Rot.




Die Wölfe schienen nach dem Rückstand nun wachgerüttelt, konzentrierten sich nicht mehr ausschließlich auf ihre Defensivarbeit und investierten fortan mehr in die eigene Offensive. Gefährlich wurde es für Lukas Hradecky und Co. aber vorerst nicht. Der Ausgleich gelang dem VfL dennoch - und das durch ein Eigentor von Andrich, der in der 28. Minute eine Hereingabe von Ridle Baku unglücklich ins eigene Tor setzte (1:1). Davon weitestgehend unbeeindruckt, agierte die Werkself in der Folge nach wie vor spielbestimmend. Kurz vor Ende der ersten Hälfte wurde es auf beiden Seiten noch einmal gefährlich: Erst traf Adli mit seinem Abschluss den Pfosten des Wolfsburger Gehäuses, dann lenkte Hradecky auf der Gegenseite einen abgefälschten Schuss links am Kasten vorbei. Danach pfiff Brych zur Pause.
Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine. Nach intensiven ersten Minuten im zweiten Durchgang foulte Edmond Tapsoba Wolfsburgs Felix Nmecha im eigenen Sechzehner. Dieses Mal gab es für den VfL den Strafstoß, den Wölfe-Kapitän Maximilan Arnold zum 1:2 aus Leverkusener Sicht im Netz unterbrachte (54.). Alonso reagierte und wechselte Nadiem Amiri sowie Callum Hudson-Odoi für Demirbay und Hlozek ein. Nach dem Rückstand übernahm die Werkself weiterhin die Initiative, lief jetzt aber auf einen VfL Wolfsburg zu, der sich mit einer Fünferkette in der Defensive aufstellte und es der Werkself somit schwer machte, gefährlich für die Niedersachsen zu werden.




Alonso tauschte daher erneut, brachte Timothy Fosu-Mensah und Daley Sinkgraven für Kossounou und Mitchel Bakker - ein Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte: In der 76. Minute lief Sinkgraven in den Sechzehner ein, sein geplanter Abschluss fand zwar nicht das Tor, dafür aber auf der rechten Seite Jeremie Frimpong. Der Niederländer schob zum verdienten 2:2-Ausgleich ein. Kurz danach sollte beinahe sogar noch die Führung gelingen, doch Adli verpasste Amiris Flanke knapp. In der Schlussphase blieb die Werkself weiterhin am Drücker, gab sich mit dem Unentschieden nicht zufrieden. Doch die Hausherren kamen nicht mehr zum Siegtor, und so endete die Partie mit 2:2.
Bis zur Weltmeisterschaft im November stehen für den Werksklub nun wieder ausschließlich Englische Wochen auf dem Programm. Am Mittwoch, 26. Oktober, ist die Alonso-Auswahl zunächst im Rahmen des 5. Spieltags in Gruppe B der UEFA Champions League bei Atlético Madrid gefragt. Das Duell mit den Rojiblancos beginnt um 21 Uhr. Am Samstag, 29. Oktober (Anstoß: 15.30 Uhr), folgt der 11. Spieltag in der Bundesliga bei RB Leipzig.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky - Kossounou (69. Fosu-Mensah), Tah, Tapsoba - Frimpong, Andrich, Demirbay (60. Amiri), Bakker (69. Sinkgraven) - Diaby, Hlozek (60. Hudson-Odoi), Adli (82. Paulinho)
Wolfsburg: Casteels - Baku, Bornauw (90. Lacroix), van de Ven, Otavio - Paredes (72. Svanberg), Arnold, Gerhardt (72. Guilavogui) - Kaminski (76. Roussillon), F. Nmecha, Marmoush (72. Wind)
Tore: 1:0 Diaby (17.), 1:1 Andrich (28./Eigentor), 1:2 Arnold (47./Elfmeter), 2:2 Frimpong (76.)
Gelbe Karten: Tah, Tapsoba, Andrich, Fosu-Mensah
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Zuschauer: 26.294 in der BayArena

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