
Im Vergleich zum torlosen Remis beim VfL Bochum 1848 brachte Cheftrainer Gerardo Seoane zwei Neue von Beginn an – beide nominell eher der Defensive zuzuordnen: Mitchel Bakker und Exequiel Palacios starteten anstelle von Paulinho und Kerem Demirbay. Zudem entschied sich Seoane gegen die Roten Bullen für eine Fünfer-Abwehrreihe sowie drei Sechser im Zentrum. Bei den Gästen aus Sachsen, die erst vor drei Tagen das Viertelfinal-Rückspiel der Europa League bei Atalanta Bergamo mit 2:0 gewonnen hatten, tauschte Domenico Tedesco in der Startelf derweil gleich sieben Mal.

Die Anfangsminuten waren geprägt von einem vorsichtigen Abtasten beider Teams, keiner wollte der gegnerischen Offensive Räume anbieten. Für die erste Torannäherung des Spiels sorgte Werkself-Profi Robert Andrich, der Fernschuss des 27-Jährigen flog allerdings einige Meter über die Querlatte (13.). Und auch die nächste Gelegenheit zehn Minuten später gehörte den Hausherren: Ein Freistoß von Palacios fand auf Höhe des zweiten Pfostens den Kopf von Edmond Tapsoba, dessen Hereingabe in die Mitte aber von Leipzigs Josko Gvardiol unterbunden wurde.
In der Folge setzte sich die Werkself phasenweise in der gegnerischen Hälfte fest. Jonathan Tah versuchte es nach einer Ecke per Kopf (26.), Moussa Diaby aus spitzem Winkel (28.) – beide aber fanden ihren Meister in RB-Torhüter Peter Gulacsi. Auch den Abschluss von Geburtstagskind Charles Aránguiz aus fast 30 Metern parierte der ungarische Nationalkeeper sicher (38.). Die wohl beste Chance des ersten Durchgangs – erneut für Bayer 04 – hatte Patrik Schick auf dem Kopf; der Torjäger verzog aber etwas zu weit nach rechts (41.). Da auch dieser Versuch nicht saß und auf der Gegenseite Lukas Hradecky vor dem Pausenpfiff kein einziges Mal gefordert war, ging es torlos in die Kabinen.





Nun auch mit RB-Topscorer Christopher Nkunku auf dem Rasen, kamen die Leipziger gleich nach wenigen Sekunden zu ihrer ersten Gelegenheit in der Partie – und die hatte es direkt in sich. Der französische Nationalspieler wollte erst aufgrund einer Berührung Tahs im Strafraum einen Strafstoß haben, beim folgenden Abpraller scheiterte dann der aufgerückte Willi Orban am linken Pfosten (46.). Zwei Minuten später musste Piero Hincapie Gegenmann Nkunku kurz vor der Strafraumlinie mit einem Zupfer am Trikot stoppen, der Leverkusener sah dafür seine fünfte Gelbe Karte in der laufenden Saison und wird damit am kommenden Wochenende in Fürth fehlen.
Das Spiel nahm an Fahrt auf, auch die Werkself kam durch einen Schick-Kopfball zu ihrer ersten Chance im zweiten Abschnitt (53.). Tedesco brachte fünf Minuten später nach Nkunku mit Konrad Laimer und Dani Olmo zwei weitere Leistungsträger, Seoane ließ seine erste Elf vorerst unverändert weitermachen.

68 Minuten waren rum in der BayArena, als erneut Nkunku alleine aufs Tor zulief, seinen Lupfer aber links am Tor vorbei setzte. Erfolgreicher war da dessen Teamkollege Dominik Szoboszlai, der auf Vorlage Nkunkus unhaltbar für Hradecky unter die Querlatte zur Führung für RB einnetzte (69.).
Unbeeindruckt vom Rückstand, kam Diaby zum nächsten Abschluss, erneut aber war Gulacsi zur Stelle (77.). So blieb die Werkself, wie schon vergangene Woche in Bochum, ohne eigenes Tor und musste sich nach zuvor drei Bundesligaspielen ohne Niederlage erstmals wieder geschlagen geben.
Mit der Heimniederlage rutscht die Werkself im Bundesliga-Tableau auf den vierten Rang ab, das Team der Rückrunde aus Sachsen übernimmt dafür Platz drei.
Am kommenden Samstag, 23. April, tritt die Werkself im Rahmen des 31. Bundesliga-Spieltags bei der SpVgg Greuther Fürth. Das Duell beim mit 17 Punkten abgeschlagenen Tabellenletzten wird um 15.30 Uhr angepfiffen.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tapsoba, Tah (73. Demirbay), Hincapie (87. Azmoun), Bakker – Andrich (80. Alario), Aránguiz, Palacios (73. Paulinho) – Diaby, Schick
Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Gvardiol – Mukiele, Adams (83. Henrichs), Szoboszlai, Halstenberg (73. Angelino) – Forsberg (58. Laimer) – Silva (46. Nkunku), Poulsen (58. Olmo)
Tor: 0:1 Szoboszlai (69.)
Gelbe Karten: Hincapie, Andrich – Gvardiol
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Zuschauer: 26.119

Eine beeindruckende Aufholjagd nach der Pause bescherte den Bayer 04-Frauen gegen den SV Werder Bremen im Ulrich-Haberland-Stadion einen 3:2-Heimsieg. Im Werkself-TV-Interview sprechen Doppel-Torschützin Cornelia Kramer und Loreen Bender unter anderem darüber, was in der Halbzeit in der Kabine passierte.
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