„Wollen wieder den alten Kai Havertz sehen“

Im Trainingslager in La Manga erlebte man einen gut gelaunten Geschäftsführer Sport. Rudi Völler hat die Hinrunde für sich selbst ad acta gelegt und blickt optimistisch auf die kommenden Aufgaben. Wir haben die Aussagen des 59-Jährigen zu verschiedenen aktuellen Themen zusammengefasst:
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Rudi Völler über...

… das Ende der Hinrunde:

„Die Leistungen in den letzten drei Spielen waren natürlich nicht gut. Wir hatten gegen die Bayern gewonnen, gegen Schalke gewonnen und auch gegen Juve gut gespielt. Dann denkt man leicht, jetzt geht es automatisch so weiter. Doch dann kam das Derby. Ein ganz bitteres Spiel für uns – für die Fans, für die Mannschaft, für den ganzen Verein. Und wenn man ehrlich ist, war auch das Spiel gegen Mainz nicht gut. Aber am Ende haben wir gewonnen. Damit sieht das Punktekonto für die Hinrunde manierlich aus. Auch wenn punktetechnisch sicherlich mehr drin gewesen wäre. So drei bis fünf Punkte haben wir liegen lassen, die uns jetzt fehlen.“

… den Abgang von Julian Brandt:
„Man sollte Leistungsschwankungen nie an einem Spieler festmachen. Natürlich hätten wir Julian gerne behalten, aber es ist anders gekommen. Auch vieles an Kai Havertz festmachen zu wollen, ist mir zu einfach. Sicherlich, er hat nicht die Tor-Quote aus der Rückrunde erreicht. Die war natürlich top. Er war zwar oft nah dran am Torerfolg, aber im Gegensatz zur letzten Halbserie sind die Bälle meist knapp vorbei gegangen. Oder der Torwart hat sie gehalten. Aber wenn man sich jetzt Kai im Trainingslager angeschaut hat, dann merkt man sofort: Der Junge brennt. Er wird in der Rückrunde wieder Topleistungen zeigen. Wobei ich sagen muss: Selbst wenn Kai keinen guten Tag erwischt hat, sieht man immer noch, was er eigentlich kann.“ 

… Peter Bosz:
„Wir haben den Wunsch, mit ihm und dem ganzen Trainerteam länger zusammenzuarbeiten. Wobei das natürlich für alle Vereine gilt. Jeder möchte Kontinuität auf dieser wichtigen Position haben. Aber Beispiele wie Rehhagel oder Schaaf in Bremen oder Finke und Streich in Freiburg sind nun einmal die Ausnahmen. Unabhängig davon habe ich den Eindruck, dass sich beide Seiten sehr wohl fühlen. Und das gilt unabhängig von einzelnen Ergebnissen. Gerade bei Zielen und Ideen haben wir annähernd gleiche Vorstellungen. Auch bei der Art und Weise, wie wir mit Siegen und Niederlagen umgehen, ticken wir ähnlich. Wir stellen uns immer die Frage, wo man sich verbessern kann. Und Peter hat gezeigt, dass er zwar ein klares Spielkonzept hat, aber dass er je nach Gegner und Verfassung der eigenen Mannschaft auch mal Veränderungen vornehmen kann. Unter dem Strich habe ich den Eindruck: Die Basis für eine längere Zusammenarbeit ist da. Den Rest werden wir in Ruhe besprechen.“

… die Zukunft von Kai Havertz:
„Wir gehen sehr unaufgeregt mit dem Thema um. Mit ihm, der Familie und auch mit dem Berater haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Erst einmal soll er wieder zu seiner Form aus der Rückrunde finden. Wir wollen wieder den alten Kai Havertz sehen. Und ich habe ein gutes Gefühl, dass das in den nächsten Wochen auch wieder der Fall sein wird.“

… Vertragsverlängerung mit Charles Aranguiz:
„Aktuell gibt es keinen neuen Stand. Ich bin immer noch optimistisch, aber man muss erst einmal abwarten. Jetzt soll er erst einmal wieder gesund werden.“

…Terminstress in der Rückrunde:
„Unser Kader ist für die vielen Englischen Wochen zusammengestellt worden. Das wollen wir doch. Nichtsdestotrotz ist das natürlich eine große Herausforderung. In der vergangenen Rückrunde sind wir gleich jeweils an der erste Hürde in diesen Wettbewerben gescheitert. Das wollen wir in diesem Jahr unbedingt verhindern. Zumal es im Pokal sehr schnell gehen kann, dass man im Finale steht. Und auch in der Europa League sehe ich die Chance, weit zu kommen.“

… Weisheit im Alter:
„Ich habe mir vorgenommen etwas ruhiger zu werden. Das gelingt mir nicht immer. Das gebe ich zu. Manchmal bricht es aus mir heraus. Aber insgesamt bin ich sicherlich kontrollierter und ruhiger geworden. Wenn es allerdings nicht läuft, kann es weiterhin passieren, dass ich dann etwas direkter werde. Gegenüber der Mannschaft, aber auch gegenüber den Schiedsrichtern… (schmunzelt). Das ist nun einmal meine Natur.“

… seine eigene Zukunft:
„Eins ist klar: Ich werde es nicht ewig machen. Alles ist endlich. Aber im Moment macht es mir großen Spaß. Die Zusammenarbeit mit Simon Rolfes, mit Fernando Carro in der Geschäftsführung und mit dem Trainer sowieso – das passt wunderbar. Trotz des Druckes, den das Geschäft nun einmal so mit sich bringt, mache ich das immer noch sehr gerne. Deshalb beschäftige ich mich aktuell nicht damit, wann es genau zu Ende ist. “

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