Geschichte: Vor 75 Jahren – Die Saison 1950/51 (Februar)

Als Tabellenführer empfängt die Werkself das abstiegsbedrohte Team von Rhenania Würselen. Am 4. Februar 1951 säumen trotz der sonntäglichen Karnevalsumzüge 5.000 Zuschauer den Spielfeldrand. Und sie sehen eine feldüberlegene Heim-Mannschaft. Ohne den erkrankten Theo Kirchberg und den gesperrten Emil Becks bestürmen die Gastgeber von Beginn an das gegnerische Tor. In der ersten Halbzeit gegen einen starken Wind ankämpfend, erspielt sich Bayer 04 Chance auf Chance, scheitert aber immer wieder am Würselener Torhüter. Nach dem 0:0 zur Halbzeit nimmt sich Karl Heinz Spikofski in der 55. Minute ein Herz und hämmert aus 20 Metern den Ball in die gegnerischen Maschen. Rhenania kann nicht mehr kontern. Bis zum Schluss hält die Belagerung des Würselener Strafraumes an, dennoch bleibt es am Ende bei einem knappen 1:0.
Paul Wiorek im Februar 1951

Eine Woche später tritt die Werkself beim Kölner Verein SC West an. Vor 2.000 Zuschauern beherrschen die Westmänner in der ersten Viertelstunde Bayer 04 nach Belieben. Leverkusens Torhüter Helmut Rennen muss mehrmals retten. Doch dann kommen die Gäste ins Rollen. Permanent laufen die Angriffe auf das Kölner Gehäuse, aber bis zur Halbzeit hält deren Abwehrbollwerk. Nach der Pause scheint die Entscheidung zugunsten von Bayer 04 heranzureifen, doch beste Chancen werden durch Paul Wiorek und Karl Heinz Spikofski vergeben. So endet die Partie nach 90 Minuten torlos.

Remis gegen Marathon, deutlicher Sieg in Krefeld

Am 18. Februar 1951 kommt Marathon Remscheid ins Stadion Am Stadtpark. Wieder unterstützen 5.000 Zuschauer ihre Mannschaft und wieder belagert die Werkself den Strafraum des Gegners. Doch in dessen Gehäuse steht ein junger Torhüter, der in Leverkusen später zur Legende wird: Fredi Mutz. Und dieser Fredi Mutz hält einfach alles, auch einen Elfmeter von Richard Job. Allerdings muss auch Bayer 04-Verteidiger Jakob Kaiser bei zwei Kontern der Remscheider für seinen schon geschlagenen Torhüter Helmut Rennen auf der Linie retten, so dass man von einem gerechten 0:0 zur Halbzeit sprechen kann. In der zweiten Hälfte gelingt Linksaußen Paul Wiorek in der 60. Minute das erlösende und viel umjubelte 1:0. Da die Werkself aber nicht nachlegen kann, muss sie bei einem der wenigen Gegenangriffe der Remscheider das 1:1 hinnehmen. Weil aber auch die Konkurrenz ihre Spiele nicht gewinnt, steht Bayer 04 mit fünf Punkten Vorsprung souverän an der Tabellenspitze der 2. Oberliga West.

Das letzte Spiel im Februar führt die Werkself und ihre Anhänger in die Grotenburg-Kampfbahn. Gegner ist dort Preußen Krefeld. Nach anfänglich verteiltem Spiel geht Bayer 04 in der 13. Minute in Führung. Einen von Paul Wiorek abgefeuerten Freistoß kann der Krefelder Keeper nur abwehren, Karl Heinz Spikofski setzt nach und drückt den Ball über die Linie. Zwanzig Minuten später leitet erneut Paul Wiorek einen Angriff ein, spielt Richard Job an, der das 2:0 markiert. Nach der Pause läuft das Spiel auf vollen Touren. Blitzschnell wechseln die Szenen vor beiden Strafräumen, wobei die Werkself das durchdachtere Spiel zeigt.

In der 56. Minute zieht Richard Job wuchtig ab, erneut kann der Torhüter nicht festhalten und diesmal ist Rechtsaußen Theo Kirchberg zur Stelle – 3:0 für Bayer 04. Der Anschlusstreffer der Krefelder kann die Werkself nicht schocken. In der letzten halben Stunde bestimmen die Gäste aus Leverkusen das Geschehen und erhöhen durch Tore von Hans Flohr und erneut Karl Heinz Spikofski auf 5:1. Nach diesem souveränen Auswärtssieg steht die Werkself mit 35:11 Punkten an der Spitze der Tabelle, sechs Zähler vor dem Tabellenzweiten SSV Wuppertal. Die Bayer 04-Fans sind schon in 1. Oberliga-West-Stimmung und warten sehnsüchtig auf das nächste Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten aus Wuppertal.

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