
Eine Woche später tritt die Werkself beim Kölner Verein SC West an. Vor 2.000 Zuschauern beherrschen die Westmänner in der ersten Viertelstunde Bayer 04 nach Belieben. Leverkusens Torhüter Helmut Rennen muss mehrmals retten. Doch dann kommen die Gäste ins Rollen. Permanent laufen die Angriffe auf das Kölner Gehäuse, aber bis zur Halbzeit hält deren Abwehrbollwerk. Nach der Pause scheint die Entscheidung zugunsten von Bayer 04 heranzureifen, doch beste Chancen werden durch Paul Wiorek und Karl Heinz Spikofski vergeben. So endet die Partie nach 90 Minuten torlos.
Am 18. Februar 1951 kommt Marathon Remscheid ins Stadion Am Stadtpark. Wieder unterstützen 5.000 Zuschauer ihre Mannschaft und wieder belagert die Werkself den Strafraum des Gegners. Doch in dessen Gehäuse steht ein junger Torhüter, der in Leverkusen später zur Legende wird: Fredi Mutz. Und dieser Fredi Mutz hält einfach alles, auch einen Elfmeter von Richard Job. Allerdings muss auch Bayer 04-Verteidiger Jakob Kaiser bei zwei Kontern der Remscheider für seinen schon geschlagenen Torhüter Helmut Rennen auf der Linie retten, so dass man von einem gerechten 0:0 zur Halbzeit sprechen kann. In der zweiten Hälfte gelingt Linksaußen Paul Wiorek in der 60. Minute das erlösende und viel umjubelte 1:0. Da die Werkself aber nicht nachlegen kann, muss sie bei einem der wenigen Gegenangriffe der Remscheider das 1:1 hinnehmen. Weil aber auch die Konkurrenz ihre Spiele nicht gewinnt, steht Bayer 04 mit fünf Punkten Vorsprung souverän an der Tabellenspitze der 2. Oberliga West.
Das letzte Spiel im Februar führt die Werkself und ihre Anhänger in die Grotenburg-Kampfbahn. Gegner ist dort Preußen Krefeld. Nach anfänglich verteiltem Spiel geht Bayer 04 in der 13. Minute in Führung. Einen von Paul Wiorek abgefeuerten Freistoß kann der Krefelder Keeper nur abwehren, Karl Heinz Spikofski setzt nach und drückt den Ball über die Linie. Zwanzig Minuten später leitet erneut Paul Wiorek einen Angriff ein, spielt Richard Job an, der das 2:0 markiert. Nach der Pause läuft das Spiel auf vollen Touren. Blitzschnell wechseln die Szenen vor beiden Strafräumen, wobei die Werkself das durchdachtere Spiel zeigt.
In der 56. Minute zieht Richard Job wuchtig ab, erneut kann der Torhüter nicht festhalten und diesmal ist Rechtsaußen Theo Kirchberg zur Stelle – 3:0 für Bayer 04. Der Anschlusstreffer der Krefelder kann die Werkself nicht schocken. In der letzten halben Stunde bestimmen die Gäste aus Leverkusen das Geschehen und erhöhen durch Tore von Hans Flohr und erneut Karl Heinz Spikofski auf 5:1. Nach diesem souveränen Auswärtssieg steht die Werkself mit 35:11 Punkten an der Spitze der Tabelle, sechs Zähler vor dem Tabellenzweiten SSV Wuppertal. Die Bayer 04-Fans sind schon in 1. Oberliga-West-Stimmung und warten sehnsüchtig auf das nächste Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten aus Wuppertal.

Jacek Krzynowek wird am 15. Mai 1976 im polnischen Kamiensk geboren und wächst als typischer Junge vom Land auf. Seine Kindheit verbringt er weniger in strukturierten Trainingseinheiten als vielmehr auf einfachen Bolzplätzen, auf denen er stundenlang mit älteren Jungs spielt. Schon früh fällt auf, dass er über eine außergewöhnliche Schusskraft und enorme Laufstärke verfügt. Doch lange ist ihm selbst nicht bewusst, welches Talent in ihm steckt. Während andere von einer großen Karriere träumen, scheint der Profifußball für ihn zunächst eine ferne Welt zu sein, die er nur aus dem Fernsehen kennt.
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Carsten „Calle“ Ramelow wird am 20. März 1974 in Berlin geboren. Seine Fußballkarriere startet er in der Jugend von Tasmania 73, Tennis Borussia, SC Siemensstadt und zu guter Letzt Hertha BSC. Hier feiert er auch 1993 mit der Mannschaft der Hertha-Bubis, der Amateurmannschaft von Hertha BSC, den Einzug ins DFB-Pokalfinale gegen seinen späteren Arbeitgeber Bayer 04 Leverkusen. Aber auch er kann den 1:0-Sieg der Werkself durch ein Tor von Ulf Kirsten nicht verhindern.
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Die Saison 1995/1996 bringt einige Neuerungen. Erstmals bekommt jeder Spieler seine feste Rückennummer und sein Name steht hinten mit auf dem Trikot. Erstmals darf der Trainer dreimal auswechseln und auch erstmals gibt es drei Punkte für einen Sieg. Und erstmals bin ich nicht mehr die Nummer 1 meiner Mannschaft. Ich trage sie zwar auf dem Rücken, aber im Tor hat mir Dirk Heinen den Rang abgelaufen. So sitze ich anfangs etwas beleidigt auf der Reservebank, aber in der Rückrunde dieser Saison merke ich, dass auch ich meinen Beitrag zum Erfolg einer Mannschaft leisten muss.
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Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat Mai. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.
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Zum letzten Spiel der erfolgreichen Saison begrüßt der Oberliga-West-Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen den VfL 99 Köln. Die diesmal nur 2.000 Zuschauer sehen eher ein Freundschafts- denn ein Meisterschaftsspiel. Wenig Kampf, wenig Torraumszenen und wenige Kombinationen im Mittelfeld, die das Herz der Besucher erwärmen. Und so muss eine Ecke zur Bayer 04-Führung herhalten. Peter Röger ist mit dem Kopf zur Stelle und nickt in der 43. Minute zur Halbzeitführung ein. Als dann eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff Karl-Heinz Spikofski auf 2:0 erhöht, ist die Entscheidung gefallen. In der letzten Minute können die Kölner noch auf 1:2 verkürzen, aber am Ende gehen die Zuschauer mit Vorfreude auf die erste Saison einer Bayer 04-Mannschaft in der 1. Oberliga West nach Hause.
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