Ja, ich möchte Videos angezeigt bekommen.
In den 1970er-Jahren spielt Daum als Mittelfeldspieler für Hamborn 07, Eintracht Duisburg und die Amateure des 1. FC Köln. Parallel bereitet er sich zielstrebig auf seine Trainerkarriere vor: Er studiert Sportwissenschaft, absolviert die Ausbildungen des DFB und erwirbt schließlich die Fußballlehrer-Lizenz – die Grundlage für seinen Weg in den Profifußball. Als Spieler bleibt er unauffällig, doch seine Zeit in Köln öffnet ihm Türen, die seine Zukunft entscheidend prägen.
1981 beginnt Daum beim 1. FC Köln als Jugendtrainer. In der Saison 1985/1986 rückt er zum Co-Trainer der Profimannschaft auf und übernimmt im September 1986 nach einer krachenden 1:4-Heimniederlage gegen Bayer 04 als jüngster Bundesliga-Trainer den Chefposten. Sein Start ist spektakulär: Er tritt temperamentvoll auf, kommuniziert modern und setzt auf innovative Trainingsmethoden. Unter seiner Führung wird Köln 1989 und 1990 Vizemeister. Daum etabliert sich als eines der größten Trainertalente Deutschlands.
1990 wechselt er zum VfB Stuttgart und feiert dort seinen ersten großen Titel. 1992 führt er den Verein mit offensivem, dominantem Fußball zur deutschen Meisterschaft. Sein Ruf als Visionär festigt sich, doch nach Differenzen über die künftige Ausrichtung endet seine Zeit in Stuttgart. Von 1994 bis 1996 trainiert Daum den türkischen Hauptstadtklub Besiktas Istanbul und wird gleich in seiner ersten Saison Meister. 1996 holt ihn Bayer 04-Manager Reiner Calmund nach Leverkusen.
Obwohl der Werksklub bereits 1988 den UEFA-Pokal und 1993 den DFB-Pokal gewonnen hatte und später Weltstars wie Bernd Schuster und Rudi Völler unterm Kreuz spielten, war es Bayer 04 bis dato nicht gelungen, um die Meisterschaft mitzuspielen. Nach der dramatisch schwachen Saison 1995/96, in der der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag gelungen war, beginnt mit Christoph Daum eine Ära, die die Fans über sechs Jahre hinweg begeistert. Die ersten vier davon steht er selbst an der Seitenlinie. Daum verleiht der Mannschaft einen neuen Geist: Mut, Bewegung, Gegenpressing, permanente Aktivität, Teamspirit. Seine Trainingseinheiten sind hart, aber zielgerichtet, stets auf den nächsten Gegner ausgerichtet. Junge Spieler wachsen unter seiner Anleitung zu Persönlichkeiten heran, und Bayer 04 wird zu einem Magneten für Talente – weil Daum eine Atmosphäre schafft, in der jeder spürt: Wir können etwas erreichen.
Ende der 1990er-Jahre liefert seine Mannschaft Fußball, der bis heute unvergessen ist: schnelles Umschalten, offensives Flügelspiel, Eleganz gepaart mit Explosivität. Michael Ballack macht unter ihm die ersten Schritte zum Weltstar, Jens Nowotny wächst als Kapitän, Zé Roberto, Emerson und Ulf Kirsten blühen regelrecht auf. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Roland Koch formt Daum eine Mannschaft, die die BayArena elektrisiert. Dreimal wird er mit Bayer 04 Vizemeister. Die Meisterschale bleibt aus – aber er schafft etwas Seltenes und Wertvolles: Identität. Viele sehen in dieser Zeit den Ursprung des späteren „Vizekusen“-Images, besonders nach dem Drama von Unterhaching 2000. Andere sind überzeugt, dass Bayer 04 ohne Daums Fundament nie zu dem modernen Topklub geworden wäre, der er heute ist.









Für mich ist klar: Er küsst diesen Verein wach. Er lehrt uns das Wollen, die Sehnsucht nach der Schale. Und seine vier Jahre als Trainer bilden das Fundament für die fantastische Saison 2001/2002. Spricht man mit Spielern jener Zeit, bezeichnen sie diese Jahre oft als die schönsten ihrer Karriere. Selbst für mich bleiben es die schönsten Jahre unter dem Bayer-Kreuz, obwohl ich unter ihm nicht die Nummer 1 bin. Es macht Freude, zum Training zu fahren, zu arbeiten und am Wochenende zuzuschauen, wie die Mannschaft seine Ideen umsetzt.
Im Sommer 2000 planen DFB-Verantwortliche, ihn zum Bundestrainer zu machen. Wenig später tauchen Kokainvorwürfe auf. Daum weist sie zunächst entschieden zurück, gibt dann jedoch eine Haarprobe ab – und diese fällt positiv aus. Der Skandal führt zu seiner Entlassung in Leverkusen. Daums Absturz zählt zu den spektakulärsten der deutschen Fußballgeschichte und trifft besonders jene, die ihn unter dem Bayer-Kreuz verehren. Die Mannschaft steht kurz vor ihrem sportlichen Höhepunkt, die Nationalmannschaft erwartet ihn – und dann folgt der tiefe Fall. Obwohl er die Bühne abrupt verlässt, bleibt die Verbindung zu Bayer 04 spürbar bestehen – sie ist nicht zerstört, nur verletzt.
Daum bleibt ein Kämpfer. 2001 startet er in der Türkei neu, wird mit Besiktas Meister, wechselt zu Austria Wien und gewinnt später mit Fenerbahçe zwei weitere Meistertitel. Seine Emotionalität und sein Enthusiasmus machen ihn dort zur Kultfigur. Noch einmal trainiert er von 2006 bis 2009 für drei Jahre den 1. FC Köln, dann wechselt er nochmals zu Fenerbahçe zurück und setzt seine erfolgreiche Arbeit fort.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernimmt Daum kurz Eintracht Frankfurt, kann den Abstieg mit den Hessen jedoch nicht verhindern. Es folgen Stationen beim Club Brügge, bei Bursaspor und schließlich als Trainer der rumänischen Nationalmannschaft – seine letzte große Aufgabe.
Im Ruhestand veröffentlicht Daum seine Autobiografie „Immer am Limit“, in der er offen über Erfolg, Absturz, Familie und Fehler spricht. 2022 macht er seine Lungenkrebserkrankung öffentlich. Zwei Jahre lang kämpft er tapfer dagegen und zeigt sich in Interviews und Dokumentationen entschlossen und reflektiert – verletzlich, aber charakterstark, so wie man ihn kennt.
Am 24. August 2024 stirbt Christoph Daum im Alter von 70 Jahren in Köln. In Erinnerung bleibt er als jemand, der polarisierte, aber nie langweilte. Ein Trainer, der Spieler formte, Mannschaften prägte und in Leverkusen etwas schaffte, das sich nicht messen lässt: ein Gefühl, ein Aufbruch, eine Identität.

Francoaldo Sena de Souza, besser bekannt als Franca, wird am 2. März 1976 in Codó im Nordosten Brasiliens geboren und zählt zu den bekanntesten brasilianischen Fußballspielern der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre. Schon früh zeigt sich sein außergewöhnliches Talent. Er beginnt seine Karriere bei kleineren brasilianischen Vereinen, bevor er 1996 zum traditionsreichen FC São Paulo wechselt. Dort entwickelt sich Franca rasch zu einem der gefährlichsten Stürmer der Liga. Mit seiner Technik, seinem Torriecher und seiner Beweglichkeit begeistert er Fans und Experten gleichermaßen und erzielt über Jahre hinweg zahlreiche Tore für den Klub.
Mehr zeigen
Lars Bender wird am 27. April 1989 in Rosenheim geboren und wächst gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Sven in einer fußballbegeisterten Familie auf. In Brannenburg, einem kleinen Örtchen in der Nähe von Rosenheim, beginnen die beiden mit dem Kicken. In der E-Jugend zieht es die Zwillinge nach Unterhaching, später folgt in der U14 der gemeinsame Wechsel zu 1860 München. Dort werden Lars und Sven mit der U17 Deutscher Meister, überspringen die U19 der Löwen und gehören direkt zum Kader der ersten und zweiten Mannschaft der Münchener.
Mehr zeigen
Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat März. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.
Mehr zeigen
Bayer 04 steht nach der 1:3-Niederlage im Nachholspiel am 17. März 1981 beim 1. FC Kaiserslautern mit dem Rücken zur Wand. Nach einem Einwurf, den der Linienrichter eindeutig für die Werkself anzeigt, den die Lauterer aber schnell ausführen und der schwache Schiedsrichter nicht zurückpfeift, kommt es zu einem zweifelhaften Elfmeter. Die Lauterer nutzen dies zum 2:1 in der 84. Minute. Schließlich führt ein Schuss der Gastgeber, der nicht hinter der Linie ist, zum 3:1. Bayer 04 muss ohne Punkte vom Betzenberg nach Hause fahren.
Mehr zeigen
Es ist der 4. März 1951. Mit fünf Punkten Vorsprung geht Bayer 04 am 24. Spieltag in das vorentscheidende Heimspiel gegen den Tabellenzweiten SSV Wuppertal, der drei Jahre später mit der TSG Vohwinkel 80 zum Wuppertaler SV fusionieren wird. Der Bayer 04-Pressewart Heinz Nelles sagt einen Großkampftag auf dem Sportplatz am Stadtpark voraus und empfiehlt den Bayer 04-Fans, lieber eine Eintrittskarte im Vorverkauf bei den bekannten Vorverkaufsstellen, vor allem in der Trinkhalle Rathaus bei Peter Haas zu erstehen. Nach vierwöchiger Verletzungspause ist auch erstmals wieder Mittelstürmer Emil „Bubi“ Becks mit von der Partie. Und als am Sonntag die Tore zum Stadtpark geöffnet werden, strömen die Zuschauer ins Stadion. Außerdem sind auch die Fenster an den Häusern der angrenzenden Walter-Nernst-Straße stark frequentiert.
Mehr zeigen