Mottenkiste: Vor 90 Jahren – Derby am Stadtpark

Es ist Sonntag, der 22. Oktober 1933, und es ist Derby-Time in Leverkusen. Die Spvgg Leverkusen 04, die das „Bayer“ erst 1935 im Vereinsnamen tragen wird, und Jahn Küppersteg kreuzen vor 1.000 Zuschauern die Klingen im Stadion Am Stadtpark.
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Nach fünfzehn Minuten führt die „Bayer-Mannschaft“ bereits mit 3:0. Mittelstürmer Karl Peckhaus und zweimal Heinstmann haben zugeschlagen. Jahn Küppersteg erholt sich recht gut davon und kann durch zwei Tore seines Halblinken Goldmann auf 2:3 verkürzen. Beim ersten Gegentor sieht Torhüter Ernst König nicht so glücklich aus, beim zweiten die beiden Verteidiger Fritz Heider und Karl van Frank. Das 4:2 wiederum durch Heinstmann fällt noch vor der Halbzeit.

In der zweiten Hälfte „kommen einige Härten auf, die ja bei einem solchen Ortskampf unausbleiblich sind“ (Anzeiger 23.10.1933). Wieder gelingt den Küpperstegern der Anschlusstreffer. Nach einer Ecke trifft erneut Goldmann zum dritten Mal ins Tor der Spvgg, aber die Bayer-Elf kontert mit dem Treffer von Karl Stachelscheidt zum Endstand von 5:3.

Mit Verteidiger Karl van Frank und seinem Bruder Richard, Linksaußen der Spvgg Leverkusen 04, spielen auch zwei jüdische Spieler in dieser Mannschaft. Ihr Vater Samuel ist Inhaber des Kinos in Leverkusen. Am 26. November 1933, also knapp einen Monat nach diesem Spiel, flüchtet die Familie van Frank in die Niederlande. Beide jungen Männer spielen noch die Saison für die Werkself zu Ende, reisen aus den Niederlanden zu den Spielen an. Ab der Saison 1934/35 verschwinden ihre Namen endgültig aus den Aufstellungen. Nach dem Einfall deutscher Truppen in die Niederlande kann die Familie bei holländischen Freunden untertauchen und damit ihrer Deportation in ein Konzentrationslager entgehen. Nach Kriegsende folgen die Brüder der Berufstradition ihres Vaters und eröffnen zwei Kinos in Haarlem (Richard) bzw. Beverwijk (Karl).

Jahn Küppersteg fusioniert im Juli 1950 mit dem TuS Manfort zum VfL Leverkusen, der 2017 aufgelöst wird und dessen Jugendabteilung in den SC Leverkusen übergeht.

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