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Ich bin am 12.02.1963 in Berlin geboren. Meine ersten fast 19 Jahre verbringe ich dort mit meinen Eltern und meiner Schwester im Bezirk Tempelhof, Stadtteil Mariendorf. Meine Eltern versuchen, mich in ihre diversen Sportarten zu ziehen. Meine Mutter kommt vom Schwimmen, mein Vater vom Handball. Ich wollte ins Tor – beim Fußball. Handball hat mich auch interessiert, allerdings im Feld und das habe ich dann auch neben dem Fußball gespielt – bis zu meinem 15. Lebensjahr. 1971 geht meine Mutter mit mir zu einem kleinen Verein namens Traber FC und dort stehe ich, nachdem ich vier Spiele mehr schlecht als recht im Feld gespielt habe, sehr schnell zwischen den Pfosten.
Aber schon nach einem dreiviertel Jahr führt mich mein Weg zum Mariendorfer Nachbarverein Blau-Weiß 90 – die Plätze sind nur rund 200 Meter voneinander entfernt. In der Saison 1972/73 ist unsere Mannschaft in der E-Jugend, die man heute U10 nennt, so gut, dass wir Berliner Meister werden. Und zwar der erste Berliner Meister, der jemals in der E-Jugend in Berlin ausgespielt wird. Ich bin stolz darauf, meinen Teil dazu beigetragen zu haben.
1979 in der B-Jugend ist unsere Mannschaft mit einigen neuen Mitspielern erneut so stark, dass wir gegen den FC Augsburg mit Spielern wie Raimund Aumann, Roland Grahammer, Christian Hochstätter und Leo Bunk nach Elfmeterschießen Deutscher Meister werden. Das ist der Startschuss für mich in die Jugendnationalmannschaft. Mit dieser werde ich 1981 Europameister und auch ein halbes Jahr später in Australien Weltmeister. Bis heute sind wir die einzige U20-Mannschaft des DFB, die diesen Titel geholt hat.
Im Jahr 1981 entsteht dann auch der Kontakt zu Bayer 04. Reiner Calmund ruft bei mir in Berlin an, aufmerksam gemacht durch den Kicker-Reporter Frank Lußem, dem ich in einem Interview erzählt habe, dass ich gerne nach Leverkusen gehen würde. „Warum nach Leverkusen?“ fragte er mich. Ich antwortete: „Naja, da kann ich neben dem Fußball im Werk eine Ausbildung machen, außerdem sind die beiden Torhüter Fred Bockholt und Hubert Makel schon ziemlich alt. Die Chance, da mal in der Bundesliga ans Spielen zu kommen, ist ziemlich groß.“





Im Sommer 1981 wechsele ich dann unter das Bayer-Kreuz, natürlich nicht ahnend, dass ich 44 Jahre später immer noch dort sein würde. Nach einem Jahr bei den Amateuren und einem Jahr auf der Bank bei der ersten Mannschaft macht mich der damalige Trainer Dettmar Cramer zur Saison 1983/84 zur Nummer 1. Wenn man mich heute fragt, wie meine Karriere verlaufen ist, dann bringe ich es gerne so auf den Punkt: Zwei Jahre waren so lala, acht Jahre wirklich gut und zwei Jahre wieder so lala. Nach dem Gewinn des UEFA-Pokals 1988 und dem Sieg im DFB-Pokal 1993 rücke ich 1995 ins zweite Glied und damit auf die Bank. Nachdem ich 1999 meine aktive Karriere beendet hatte, lenkte ich gemeinsam mit Peter Hermann die Geschicke der Amateure und kümmerte mich dort vor allem um die Torhüter. Dann werde ich im Januar 2000 nochmal reaktiviert, weil Dirk Heinen zu Eintracht Frankfurt wechselt. Für ein halbes Jahr bin ich wieder Teil der Mannschaft, sitze noch zehnmal auf der Bank und erlebe unser Drama in Unterhaching hautnah mit.
Von Sommer 2000 an trainiere ich für die nächsten drei Jahre unsere Nachwuchstorhüter, unter anderem René Adler, der im August sogar Teil unserer Familie wird und für vier Jahre bei uns wohnt. Meine Frau Marion habe ich 1989 in Leverkusen kennen- und lieben gelernt. Unsere beiden Jungs, geboren 1992 und 1994, haben beide ihre eigene Bayer 04-Geschichte. Der ältere, Fabrice, ist für viele Jahre Jugendspieler bei Bayer 04 und heute Rechtsanwalt in Köln. Mein jüngerer, Jérome, ist Mitarbeiter in der Bayer 04-Fanwelt. Gemeinsam haben wir im März 1997 unser Haus in Burscheid bezogen und meine Frau und ich leben dort noch immer.





Ab 2003 bin ich dann für die nächsten neun Jahre Torwarttrainer der ersten Mannschaft. Als meine Knie nicht mehr so funktionieren und mir das Schießen immer schwerer fällt, muss ich diesen Job schweren Herzens beenden. Aber ich finde eine neue Herausforderung, werde Teil der Fanbetreuung und habe auch diese Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen ausgeübt. So werde ich dann Teil der Fanbetreuung und habe diese Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen ausgeübt. Im Zuge der Gestaltung der Schwadbud 2014 habe ich mich sehr intensiv mit der Bayer 04-Geschichte beschäftigt. Ich las viel über unsere Vergangenheit und stellte fest: Da gibt es für uns Leverkusener einiges zu erfahren. Seitdem unser aller Traum 2024 wahr geworden ist, bin ich jetzt fest als Klubhistoriker angestellt. In dieser Rubrik „Rudi erzählt“ schreibe ich inzwischen seit bereits fünf Jahren Geschichten über unsere Vergangenheit.
Ich bin vor 44 Jahren aus Berlin nach Leverkusen gekommen und jeden Tag froh und stolz, ein Teil dieses Vereins zu sein.

Hans Sarpei wird am 28. Juni 1976 in Tema in Ghana geboren und kommt mit seinen Eltern als Dreijähriger nach Deutschland, wo er in Köln aufwächst. Seine Mutter und sein Vater arbeiten schon vor seiner Geburt zeitweise in Hamburg im Import-Export-Bereich. Dort lernen sie einen älteren Mann kennen, der ihnen die deutsche Kultur näher bringt und sie unterstützt. Aus Dankbarkeit erhält Hans später dessen Vornamen, obwohl dieser Mann bereits vor seiner Geburt verstirbt. Hans stammt aus einer sportlichen Familie, sein älterer Bruder Edward sowie seine Neffen Hans Nunoo Sarpei und Kingsley Sarpei waren beziehungsweise sind ebenfalls Profi-Fußballer.
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Hans-Josef („Sepp“) Kretschmann wird am 3. Juni 1953 der fünfte Trainer der Vereinsgeschichte von Bayer 04 Leverkusen. Der am 21. März 1902 im ostpreußischen Allenstein geborene Fußballlehrer widmet sich nach dem Studium erst dem Lehrerberuf, um dann später auf den Fußball umzusatteln. Er übernimmt die Werkself von Franz Strehle, unter dem die Mannschaft zweimal die Klasse in der 1. Oberliga West halten konnte. Aber Strehle verlängerte nach diesen zwei recht erfolgreichen Jahren seinen Vertrag in Leverkusen nicht mehr.
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Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord im Sommer 1975 kämpft Bayer 04 nur acht Monate später gegen den Abstieg. Der Verein erwartet von allen vollen Einsatz in dieser prekären Situation. Aufstiegstrainer Manfred Rummel soll seinen Hauptberuf als Lehrer im Beamtenstatus an der Sonderschule Mülheim aufgeben und Vollzeit-Trainer bei Bayer 04 werden. Der bei der Mannschaft sehr beliebte Coach sieht sich nicht in der Lage, diesem Anliegen des Klubs zu entsprechen. Trotz eines 2:0-Heimspiel-Erfolges gegen die SpVgg Erkenschwick wird Manfred Rummel im „partnerschaftlichen Einvernehmen“ beurlaubt.
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Bayer 04 bestreitet als feststehender Aufsteiger in die 1. Oberliga West schon in der zweiten Mai-Hälfte 1951 Freundschaftsspiel an Freundschaftsspiel. Und das geht auch den ganzen folgenden Monat weiter so.
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Jacek Krzynowek wird am 15. Mai 1976 im polnischen Kamiensk geboren und wächst als typischer Junge vom Land auf. Seine Kindheit verbringt er weniger in strukturierten Trainingseinheiten als vielmehr auf einfachen Bolzplätzen, auf denen er stundenlang mit älteren Jungs spielt. Schon früh fällt auf, dass er über eine außergewöhnliche Schusskraft und enorme Laufstärke verfügt. Doch lange ist ihm selbst nicht bewusst, welches Talent in ihm steckt. Während andere von einer großen Karriere träumen, scheint der Profifußball für ihn zunächst eine ferne Welt zu sein, die er nur aus dem Fernsehen kennt.
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