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Bei Dynamo entwickelt sich Ulf Kirsten zu einem herausragenden Stürmer. Seine enorme Laufbereitschaft, sein Torinstinkt und seine unermüdliche Einsatzfreude machen ihn schon als Jugendlichen zu einem gefürchteten Angreifer. Er spielt für die U16-, U18- und U21-Auswahl der DDR und schafft 1983 den Sprung in die erste Mannschaft von Dynamo Dresden. In den folgenden sieben Jahren erzielt er in 154 Ligaspielen 57 Treffer. Anfangs als Rechtsaußen aktiv, findet er später im Sturmzentrum seine Idealposition.
Mit Dynamo Dresden wird er 1989 und 1990 zweimal DDR-Meister und gewinnt zudem dreimal den FDGB-Pokal (1984, 1985, 1990). Zwischen 1985 und 1990 läuft er 49-mal für die DDR-Nationalmannschaft auf und erzielt dabei 14 Tore. In seiner letzten Saison für Dynamo wird er 1990 zum Fußballer des Jahres der DDR gewählt.
Nach dem Mauerfall ist Bayer 04-Manager Reiner Calmund einer der Ersten, der das Potenzial der ostdeutschen Spieler erkennt. Beim Länderspiel der DDR gegen Österreich im Wiener Praterstadion gelingt es Jugendbetreuer Wolfgang Karnath, getarnt als Fotograf, erste Kontakte zu Andreas Thom und Ulf Kirsten zu knüpfen. Während Thom bereits im Januar 1990 nach Leverkusen wechselt, folgt Ulf Kirsten ein halbes Jahr später – und wird zu einer der prägendsten Figuren der Klubgeschichte.
In den folgenden 13 Jahren trifft der „Schwatte“, wie ihn die Bayer 04-Fans auch nennen, nahezu am Fließband. Doch seine Tore sind nur ein Teil dessen, was ihn ausmacht: Kein Weg ist ihm zu weit, kein Zweikampf zu hart. „Da, wo andere den Fuß wegziehen, geht der Ulf mit dem Kopf hin“, sagte einst sein früherer Trainer Eduard Geyer – treffender kann man ihn kaum beschreiben.










Kirsten ist ein kompromissloser Kämpfer, der alles für das Team gibt – und auch mal laut wird, wenn Mitspieler oder Torhüter seiner Meinung nach nicht alles geben. „Motzki“ nannte ihn Calmund liebevoll, wenn der Ehrgeiz wieder einmal mit ihm durchging.
Der beste Torjäger der 1990er Jahre wird 1993, 1997 und 1998 Torschützenkönig der Bundesliga und erzielt im DFB-Pokalendspiel 1993 das goldene Tor für Bayer 04. Besonders gern trifft er gegen den 1. FC Köln – kaum ein Spieler verkörpert die rheinische Rivalität so sehr wie er. Legendär bleibt der November 1997: Zuerst erzielt er beim 4:0-Heimsieg gegen Köln einen Dreierpack, nur drei Wochen später gelingt ihm gegen den FC Bayern München ein lupenreiner Hattrick – trotz Unterzahl und 0:2-Rückstand. Für viele Fans das wohl beste Spiel einer Werkself aller Zeiten.
Insgesamt absolviert Ulf Kirsten 350 Bundesligaspiele für Bayer 04 und erzielt dabei 182 Tore (nach Klubzählung – manche Listen führen 181). In 446 Pflichtspielen zwischen 1990 und 2003 trifft er 238-mal und ist damit bis heute Rekordtorschütze der Werkself. Viermal wird er mit Bayer 04 Vizemeister (1997, 1999, 2000, 2002). Ein Zeckenbiss im Sommer 2002 läutet schließlich das Ende seiner aktiven Laufbahn ein. 2003 beendet er seine Karriere.
Auch im DFB-Dress hinterlässt Kirsten Spuren: 51 Einsätze und 20 Tore für die gesamtdeutsche Nationalmannschaft kommen zu seinen 49 DDR-Länderspielen hinzu – zusammen also 100 Länderspiele und 34 Tore. Er steht in den Kadern für die Weltmeisterschaften 1994 und 1998 sowie die Europameisterschaft 2000.
Nach seiner aktiven Karriere bleibt er Bayer 04 treu: zunächst zwei Jahre als Co-Trainer der Profis, später als Cheftrainer der zweiten Mannschaft. 2004 wird er zum ersten Ehrenspielführer des Klubs ernannt. 2011 endet seine Tätigkeit in Leverkusen.
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Neben dem Fußball engagiert sich Kirsten sozial: Bereits 2003 gründet er die Ulf-Kirsten-Stiftung, mit der er mit seinem Sohn Benny den Nachwuchsfußball fördert. Gemeinsam bringen sie später auch einen Gin auf den Markt, den sie aufgrund von Ulfs Spitznamen „Der Schwatte“ nennen und dessen Erlöse bereits drei Bolzplätze finanziert haben.
Noch immer lebt Ulf Kirsten in Bergisch Gladbach, ist aber auch regelmäßig in Dresden anzutreffen, wo er „seiner“ SG Dynamo als Markenbotschafter verbunden bleibt. In Leverkusen ist und bleibt der Schwatte eine Legende – und bei den Fans bis heute einer der beliebtesten Spieler der Klubgeschichte.
Lieber Ulf, ich wünsche dir zu deinem 60. Geburtstag alles Gute, beste Gesundheit und eine großartige Feier!

Jacek Krzynowek wird am 15. Mai 1976 im polnischen Kamiensk geboren und wächst als typischer Junge vom Land auf. Seine Kindheit verbringt er weniger in strukturierten Trainingseinheiten als vielmehr auf einfachen Bolzplätzen, auf denen er stundenlang mit älteren Jungs spielt. Schon früh fällt auf, dass er über eine außergewöhnliche Schusskraft und enorme Laufstärke verfügt. Doch lange ist ihm selbst nicht bewusst, welches Talent in ihm steckt. Während andere von einer großen Karriere träumen, scheint der Profifußball für ihn zunächst eine ferne Welt zu sein, die er nur aus dem Fernsehen kennt.
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Carsten „Calle“ Ramelow wird am 20. März 1974 in Berlin geboren. Seine Fußballkarriere startet er in der Jugend von Tasmania 73, Tennis Borussia, SC Siemensstadt und zu guter Letzt Hertha BSC. Hier feiert er auch 1993 mit der Mannschaft der Hertha-Bubis, der Amateurmannschaft von Hertha BSC, den Einzug ins DFB-Pokalfinale gegen seinen späteren Arbeitgeber Bayer 04 Leverkusen. Aber auch er kann den 1:0-Sieg der Werkself durch ein Tor von Ulf Kirsten nicht verhindern.
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Die Saison 1995/1996 bringt einige Neuerungen. Erstmals bekommt jeder Spieler seine feste Rückennummer und sein Name steht hinten mit auf dem Trikot. Erstmals darf der Trainer dreimal auswechseln und auch erstmals gibt es drei Punkte für einen Sieg. Und erstmals bin ich nicht mehr die Nummer 1 meiner Mannschaft. Ich trage sie zwar auf dem Rücken, aber im Tor hat mir Dirk Heinen den Rang abgelaufen. So sitze ich anfangs etwas beleidigt auf der Reservebank, aber in der Rückrunde dieser Saison merke ich, dass auch ich meinen Beitrag zum Erfolg einer Mannschaft leisten muss.
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Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat Mai. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.
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Zum letzten Spiel der erfolgreichen Saison begrüßt der Oberliga-West-Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen den VfL 99 Köln. Die diesmal nur 2.000 Zuschauer sehen eher ein Freundschafts- denn ein Meisterschaftsspiel. Wenig Kampf, wenig Torraumszenen und wenige Kombinationen im Mittelfeld, die das Herz der Besucher erwärmen. Und so muss eine Ecke zur Bayer 04-Führung herhalten. Peter Röger ist mit dem Kopf zur Stelle und nickt in der 43. Minute zur Halbzeitführung ein. Als dann eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff Karl-Heinz Spikofski auf 2:0 erhöht, ist die Entscheidung gefallen. In der letzten Minute können die Kölner noch auf 1:2 verkürzen, aber am Ende gehen die Zuschauer mit Vorfreude auf die erste Saison einer Bayer 04-Mannschaft in der 1. Oberliga West nach Hause.
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