Geschichte: Vor 75 Jahren – Die Saison 1950/51 (Dezember)

Der Tabellenführer aus der Farbenstadt fährt am 3. Dezember 1950 zum Auswärtsspiel nach Köln. Gegner ist der VfL 99, Spielort der Weidenpescher Park. Beim ältesten Verein der Stadt Köln soll die Erfolgsserie fortgesetzt werden. Dort, wo am Wochenende teilweise über 10.000 Zuschauer beim Galopprennen zuschauen, verlieren sich diesmal nur knapp 2.000 Fußballbegeisterte.
10. Dezember 1950

Der VfL spielt aus einer verstärkten Abwehr, die vor allem Leverkusens gefährlichen Rechtsaußen Theo Kirchberg aus dem Spiel nimmt. Zwar zeigt die Werkself in der ersten Halbzeit, dass sie einen hervorragenden Fußball spielen kann, aber bei den schweren Platzverhältnissen haben die 99er das zweckmäßigere Spiel, indem sie ihren Sturm immer wieder mit weiten Vorlagen füttern. Nach einer halben Stunde gelingt dem Gastgeber durch einen Kopfball nach einer Ecke das 1:0. In der zweiten Halbzeit ändert Bayer 04 seine Spielweise leider nicht. Auf schlammigen Boden versucht der Tabellenführer mit Kurzpassspiel zum Erfolg zu kommen und das sehr häufig durch die Mitte, wo neben den vielen Kölner Beinen auch der Boden noch schlechter ist als auf den Außenpositionen. So bleibt es bis zum Schluss ein offenes und spannendes Spiel mit sehr wenigen Torchancen und am Ende einer 0:1-Niederlage für die Werkself. Da der Verfolger Rapid Köln auch verliert, bleibt Bayer 04 auch am 15. Spieltag Tabellenführer.

Spektakel-Fußball kurz vor Weihnachten

Eine Woche später steigt das letzte Spiel der Hinrunde gegen den VfL Benrath. Trotz des mit Schnee bedeckten Platzes am Stadtpark entwickelt sich ein Duell mit vielen dramatischen Momenten, wenn auch zeitweilig eine Härte ins Spiel kommt, die die Grenzen des Erlaubten oft überschreitet. Der Gast geht in der 20. Minute in Führung. Aber bereits zehn Minuten später erzielt Theo Kirchberg nach einem Eckball per schönem Kopfball den Ausgleich. Allerdings bleibt es trotz des technisch besseren Spiels der Werkself beim Pausenstand von 1:1.

In der zweiten Halbzeit laufen vor allem Rechtsaußen Kirchberg, der Halblinke Karl Heinz Spikofski und Spielmacher Richard Job zu Höchstform auf. Nach einer tollen Kombination zwischen Theo Kirchberg, Paul Wiorek und Emil Becks erzielt Letzterer das hochverdiente 2:1. Kurz darauf zirkelt Paul Wiorek einen Freistoß ins rechte obere Eck und der VfL Benrath antwortet mit Härte. Die Werkself lässt sich aber nichts gefallen und „holzt“ mit. So kommen die Benrather nochmal zum Anschlusstreffer, verlieren aber ihren Mittelstürmer, der vom Schiedsrichter buchstäblich hinter die Barriere geschickt wird. Gegen nunmehr zehn Mann spielt Bayer 04 seine spielerische Überlegenheit aus und erzielt binnen fünf Minuten durch Richard Jobs tollen Schrägschuss und einen Elfmeter zwei weitere Treffer. Zwar kommt der VfL Benrath noch zu einem dritten Tor, aber am Ende gehen die meisten der 3.000 Zuschauer nach dem spektakulären 5:3-Sieg sehr zufrieden nach Hause. Mit zwei Punkten Vorsprung erringt Bayer 04 die Herbstmeisterschaft und sieht sehr zuversichtlich dem Jahr 1951 entgegen.

Doch vor dem Jahreswechsel stehen noch vier Freundschaftsspiele an. Nach einem Besuch in Bielefeld testet die Werkself am Weihnachtstag beim Oberligisten Sportfreunde Katernberg. Die Mannschaft von Trainer Raymond Schwab verliert zwar mit 2:4, trotz 2:1-Führung in der 50. Minute, doch alles in allem zeigt Bayer 04 seine Oberligareife.

Zwei Tage später schlägt man Essen West 81 im heimischen Stadtpark mit 4:0 und zum Abschluss des Jahres, am 31. Dezember 1950, verliert Bayer 04 mit 4:5 bei Düren 99. Ein paar Stunden später feiert die Mannschaft den Übergang ins neue Jahr. Und startet gleich am 1. Januar 1951 direkt wieder mit einem Freundschaftsspiel gegen Preußen Dellbrück. Denn die Werkself soll gut vorbereitet in die Rückrunde der 2. Oberliga West gehen.

Ähnliche News

Christoph Daum – Der Mann, der uns das Wollen beibrachte | Legende des Monats Februar
Bayer 04 - 01.02.2026

Legende: Christoph Daum – Der Mann, der uns das Wollen beibrachte

Christoph Daum wird am 24. Oktober 1953 in Zwickau geboren. Als Kind gelangt er mit seiner Mutter in den Westen Deutschlands und wächst in Duisburg auf. Schon früh entwickelt er eine große Begeisterung für den Fußball, auch wenn sich schnell zeigt, dass seine Zukunft weniger auf dem Platz als vielmehr an der Seitenlinie liegt. Bereits in jungen Jahren tritt seine Leidenschaft zutage, Dinge zu analysieren, zu erklären und zu verbessern.

Mehr zeigen
Horst Stollenwerk im Februar 1961
Bayer 04 - 01.02.2026

Mottenkiste: Vor 65 Jahren – Endlich wieder ein Sieg

Als die Bayer 04-Fußballer 1960 Weihnachten feiern, überwintern sie mit 20:10 Punkten auf dem zweiten Platz der 2. Oberliga West – allerdings bereits mit fünf Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Schwarz-Weiß Essen. Doch im neuen Jahr findet die Mannschaft von Trainer Erich Garske nur schwer in die Spur. Auf ein torloses Remis gegen den Bonner FV im heimischen Ulrich-Haberland-Stadion folgt eine 1:2-Auswärtsniederlage in Erkenschwick. Auch das darauffolgende Heimspiel bringt nur einen Punkt ein. Die Aufstiegsambitionen schrumpfen damit auf ein Minimum, denn der Rückstand auf den begehrten Platz ist inzwischen auf beachtliche zehn Punkte angewachsen.

Mehr zeigen
Von Waas bis Tapsoba | Tore des Monats Februar
Bayer 04 - 01.02.2026

Tore des Monats: Von Waas bis Tapsoba

Im Video seht ihr eindrucksvolle und wichtige Tore der Bayer 04-Geschichte aus dem Monat Februar. Es geht dabei nicht immer um die Schönheit der Tore, sondern es sollen euch auch besondere Spiele und Spieler in Erinnerung gerufen werden.

Mehr zeigen
Vor 20 Jahren – Das Spiel der offenen Tore | Spiel des Monats Februar
Bayer 04 - 01.02.2026

Spiel des Monats: Vor 20 Jahren – Das Spiel der offenen Tore

Es ist der 11. Februar 2006 und Schalke 04 und die Werkself starten um 15.30 Uhr ein Spiel, das am Ende Historisches zu bieten hat – zumindest aus Bayer 04-Sicht.

Mehr zeigen
Paul Wiorek im Februar 1951
Bayer 04 - 01.02.2026

Geschichte: Vor 75 Jahren – Die Saison 1950/51 (Februar)

Als Tabellenführer empfängt die Werkself das abstiegsbedrohte Team von Rhenania Würselen. Am 4. Februar 1951 säumen trotz der sonntäglichen Karnevalsumzüge 5.000 Zuschauer den Spielfeldrand. Und sie sehen eine feldüberlegene Heim-Mannschaft. Ohne den erkrankten Theo Kirchberg und den gesperrten Emil Becks bestürmen die Gastgeber von Beginn an das gegnerische Tor. In der ersten Halbzeit gegen einen starken Wind ankämpfend, erspielt sich Bayer 04 Chance auf Chance, scheitert aber immer wieder am Würselener Torhüter. Nach dem 0:0 zur Halbzeit nimmt sich Karl Heinz Spikofski in der 55. Minute ein Herz und hämmert aus 20 Metern den Ball in die gegnerischen Maschen. Rhenania kann nicht mehr kontern. Bis zum Schluss hält die Belagerung des Würselener Strafraumes an, dennoch bleibt es am Ende bei einem knappen 1:0.

Mehr zeigen