Legenden: Lucio, die brasilianische Urgewalt

Lucio, mit vollem Namen Lucimar Ferreira da Silva, wird am 8. Mai 1978 in Planaltina, einem Vorort der brasilianischen Hauptstadt Brasília, geboren. Schon in seiner Kindheit zeigt sich seine Leidenschaft für den Fußball. Auf den staubigen Straßen seines Heimatortes verbringt er unzählige Stunden damit, dem Ball nachzujagen – oft barfuß, wie viele brasilianische Kinder. Trotz der einfachen Verhältnisse, in denen er aufwächst, unterstützt ihn seine Familie stets in seinem Traum, eines Tages ein großer Fußballspieler zu werden. Seine ersten Schritte im Vereinsfußball macht er bei kleinen lokalen Klubs, bevor er als Jugendlicher zum Verein Guará und später zum Traditionsklub Internacional Porto Alegre wechselt. Von dort verpflichtet Bayer 04 den international völlig unbekannten Verteidiger im Januar 2000.

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Dreimal Vize mit Bayer 04, Weltmeister mit Brasilien

Zwischen 2001 und 2004 prägt er gemeinsam mit Jens Nowotny die Defensive der Werkself mit seiner kraftvollen Spielweise, seinen Sololäufen, seinem unermüdlichen Einsatz und seiner außergewöhnlichen Fähigkeit, aus der Abwehr heraus das Spiel aufzubauen. Im Trikot von Bayer 04 überzeugt er nicht nur als kompromissloser Verteidiger, sondern auch als torgefährlicher Kopfballspieler und Freistoßschütze. Besonders in der Triple-Vize-Saison 2001/02, als Leverkusen das Finale der Champions League erreicht, im DFB-Pokal-Endspiel an Schalke 04 scheitert und im Endspurt der Bundesliga die Deutsche Meisterschaft verspielt, wächst Lucio über sich hinaus.

Unvergessen bleibt sein entscheidender Treffer zum 4:2-Sieg gegen den FC Liverpool, mit dem Bayer 04 ins Halbfinale der Königsklasse einzieht. Auch bei der 1:2-Finalniederlage gegen Real Madrid erzielt er per Kopf den zwischenzeitlichen Ausgleich. Mit seinem Verein bleibt ihm ein Titel verwehrt. Aber mit der Selecao gelingt ihm schließlich doch noch ein großer Triumph: In Südkorea und Japan wird Lucio 2002 mit Brasilien Weltmeister.

Lucio

Große Erfolge mit Bayern und Inter

Nach dreieinhalb starken Jahren für Bayer 04, in denen er 122 Pflichtspiele bestreitet und 21 Tore erzielt, wechselt der inzwischen 26-Jährige 2004 zum FC Bayern München. Auch dort ist er von Beginn an eine zentrale Figur in der Abwehr. Er gewinnt mit den Bayern drei deutsche Meisterschaften, dreimal den DFB-Pokal und mehrere Supercups. In München reift Lucio – ruhig, professionell und stets ehrgeizig – nicht nur sportlich, sondern auch als Persönlichkeit.

Seinen größten Vereinserfolg feiert er allerdings 2010 mit Inter Mailand. Unter Trainer José Mourinho gewinnt Lucio das Triple – bestehend aus der italienischen Meisterschaft, dem Pokal und der Champions League. In der Champions-League-Saison absolviert er jede Partie über die volle Distanz und ist einer der Schlüsselspieler beim Finalsieg gegen den FC Bayern – seinem ehemaligen Klub.

Karriereende erst mit 41

Insgesamt kommt Lucio auf 105 Länderspiele und ist damit einer der erfahrensten Verteidiger in der Geschichte der Selecao. Nach Stationen in Italien, Brasilien, Indien und zuletzt wieder in der Heimat beendet Lucio schließlich erst im Alter von 41 Jahren seine aktive Karriere. Heute lebt der dreifache Familienvater mit seiner Familie in seiner brasilianischen Heimat.

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